Umziehen mussten acht Linden vor vier Jahren vom Albertsplatz . Ihre neue Heimat sind heute der Schillerplatz und der Innenhof der Berufsschule. Nun präsentierte das Grünflächenamt die Bäume an ihren neuen Standorten.
"Die fühlen sich wohl hier" bestätigt Hans-Heinrich Ulmann (CSB), Dritter Bürgermeister und Baureferent.

Gute Pflege ist wichtig

"Dank der guten Pflege haben sie sich toll entwickelt und ein großes Wurzelwerk gebildet. Richtige Kraftprotze haben wir hier!", lobt er und zeigt auf die voll belaubten, grünen Kronen. Alle Linden haben überlebt und zeigen sich vital. "Ich selbst bin bezüglich der Baumverpflanzung skeptisch gewesen", gibt Bernhard Ledermann zu, der Leiter des Grünflächenamtes. "Aber wie alle Coburger Verpflanzungen bisher ist auch diese geglückt."

Schwierige Suche nach neuem Standort

Platz machen mussten die Linden, weil der Albertsplatz neu gestaltet wurde. "Bäume sind nicht immer mit der Stadtplanung vereinbar", sagt Ulmann. Die Linden seien allerdings auch viel zu schade gewesen, um sie einfach umzusägen. Also musste ein neuer Standort her. Doch der war nicht einfach zu finden. "Die Verpflanzung war technisch machbar, doch die Wahl des neuen Standorts war substanziell, um ihre Weiterentwicklung zu gewährleisten", erläutert Ulmann. Es müsse vor allem ausreichend Raum vorhanden sein, in dem die Linden ihre Feinwurzeln ausbilden können.

Schillerplatz, Berufsschule und Hutstraße

Aber das sei nicht der einzige entscheidende Faktor: Natürlich musste der neue Standort für die großen Transportfahrzeuge erreichbar sein. "Die Maschinen, die für die Verpflanzung verwendet wurden, sind die größten Rundspatenmaschinen Europas", berichtet Bernd Küster von der Firma Opitz, die für die Lindenverpflanzung zuständig war. Unter diesen Kriterien wurde also über das neue Zuhause der Bäume entschieden: Vier kamen an den Schillerplatz, drei befinden sich nun im Innenhof der Berufschule, und eine Linde steht an der Ecke Hutstraße/ Baumschulweg.

Nachsorge ist wichtig

Aber mit dem Fund eines geeigneten Standortes ist es nicht getan. Entscheidend seien besonders die Planung, Vorbereitung und Nachsorge. Ledermann spricht von einer "Kette": "Wenn ein Glied versagt, dann ist alles vorbei." Da bei der Verpflanzung nicht alle Feinwurzeln transportiert werden konnten, mussten für den neuen Platz umfangreiche Vorbereitungen getroffen werden: Mit Substrat befüllte Baumgruben wurden gebildet, um die Ausbildung der Wurzeln zu fördern. "Das gibt den Bäumen die Chance, richtig aufzublühen", sagt Ulmann.

Wässern ist wichtig

Das Lindentrio an der Berufsschule wurde etwas tiefer angelegt als der Rest des Hofes, sodass das Niederschlagswasser sich dort sammeln und in den Wurzelbereich versickern kann.
Ausschlaggebend für das Wohlbefinden der Bäume ist auch die Pflege. Das A und O sei hier Wasser, erklärt Küster. Besonders in der Anwuchszeit müsse regelmäßig intensiv bewässert werden, selbst wenn es regnet. Da die Kronen der Linden größer sind als deren Ballen, erreicht nur eine geringe Menge Niederschlagswasser die Wurzeln. Es benötige etwa drei Jahre, bis sich ein verpflanzter Baum wieder selbst versorgen könne. "In dieser Zeit müssen wir die Bäume also trotz Regens alle 14 Tage intensiv bewässern", erläutert Küster.

"Die Bäume danken uns für die Verpflanzung"

Die Verpflanzung der Linden war also in jeder Hinsicht erfolgreich. "Schaut mal wie schön die blühen!", begeistert sich Ulmann. "Die Bäume danken uns für die Verpflanzung", ist er sich sicher. Denn letzendlich würden die neuen Standorte sogar ein besseres Zuhause bieten.