Im Rahmen der Hauptversammlung sagte Hartmut Fischer, die weiße Plastikfolie, die vom Totensonntag bis kurz vor dem Osterbrunnenfest über den Brunnen gezogen sei, wirke "einfach unansehnlich". Deshalb habe er dem Bürgerverein vorgeschlagen, die Folie mit einem Motiv des Brunnens bedrucken zu lassen oder eine schmucke Winterabdeckung anzuschaffen, sagte Fischer. Mit Blick auf den Kassenstand könnte sich dies der Bürgerverein durchaus leisten, war von einigen Mitgliedern zu hören.

Der Bürgerverein habe im vergangenen Jahr seine Mitgliederzahl konstant halten können, stellte Stefan Heinrichs in seinem Geschäftsbericht heraus. Die Bauarbeiten im Ketschengrund hätten die Anwohner auf eine lange Geduldsprobe gestellt, denn aus einer geplanten Sanierung von vier Monaten seien neun Monate voller Einschränkungen geworden, erinnerte Heinrichs. Mit der Informationspolitik der Stadt Coburg, des CEB und auch der SÜC sei er nicht zufrieden gewesen, machte der Vorsitzende des Bürgervereins deutlich.


Straßenreinigung fiel etliche Male aus

Dass die Abfallbehälter im Bereich des Stadtteils Löbelstein und speziell am Herzogsweg entfernt worden waren, beruht nach den Worten von Stefan Heinrichs auf den Sparmaßnahmen der Stadt Coburg. Laut Auskunft des CEB sei dies eine Testphase für die Außenbezirke gewesen. Auch im angrenzenden Bereich der Neuen Heimat sei es im vergangenen Jahr zu heftigen Diskussionen unter den Anwohnern gekommen. Denn die Straßenreinigung habe dort wegen geparkter Fahrzeuge oft nicht durchgeführt werden können und dies trotz Erhöhung der Gebühren.

An die Aktivitäten des Bürgervereins für die Stadtteile Seidmannsdorf und Löbelstein erinnerte Ramona Heinrichs. Die Vorsitzende des Vergnügungsausschusses nannte zum Beispiel den Musikabend zur Feier der Partnerschaft mit Gais. Unter dem Motto "Wir lernen unser Coburg kennen" hätten die Mitglieder des Bürgervereins einen Blick hinter die Kulissen der Hof-Apotheke am Markt werfen können.


"Turbulent und theaterreif"

In seinem Rechenschaftsbericht als Ortssprecher sprach Reiner Dressel von einem "turbulenten und theaterreifen Jahr", das er im Coburger Stadtratsgeschehen 2016 erlebt habe. Anträge seien in den Geschäftsgang verwiesen, verschoben, abgelehnt oder gestrichen worden. "Oft wurde nur auf Zeit gespielt", so der Eindruck des 2014 gewählten Ortssprechers. Wichtige Projekte seien die Schulsporthalle an der Karchestraße, die neue Unterkunft für das Kinderhaus, das grüne Band am Güterbahnhof, die Sanierung der Ketschenvorstadt sowie des Areals Steinweg, Lohgraben, Post, Schenk- und Gerbergasse gewesen, berichtete Dressel.

Dass die Ortseinfahrt von Seidmannsdorf aus Richtung Lützelbuch zu einer wahren Rennstrecke aufgewertet worden sei, kritisierte ein Anwohner. Durch die Verlegung des Ortsschildes würden die Autofahrer nun mit hohem Tempo in den Stadtteil hineinrasen. Nicht alle gesetzlichen Vorgaben, so der Anwohner, machten auch Sinn.


Buhl seit 40 Jahren Mitglied

Neben dem Bericht des Kassiers und der Schriftführerin standen Ehrungen auf der Tagesordnung. Seit 25 Jahren gehören Maria und Mounir Al Talli dem Bürgerverein an. Auf eine 40-jährige Mitgliedschaft kann Siegfried Buhl zurückblicken. Vorsitzender Stefan Heinrichs zeichnete die Jubilare mit Ehrenurkunden aus.