Als Abnehmer hat Klötzer zum Beispiel die Automobilindustrie, Spielwaren- und Kosmetikhersteller sowie Produzenten von Weißer Ware im Visier, die bestimmte Oberflächen ihrer Produkte veredeln wollen. Der technologische Ansatz von Bernd Klötzer ist so innovativ, dass er jetzt fast 47 000 Euro aus dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) erhalten hat. Das Geld soll unter anderem dazu genutzt werden, das neue Verfahren für die Veredelung von Oberflächen zur Marktreife zu bringen.
"Wir haben jetzt fast unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten", schwärmt Klötzer. So seien ganz neue 3D-Effekte möglich und Oberflächen, die zum Beispiel Reibung vermindern. Bisher wurden Spritzgussformen durch Ätzen mit Mustern und Strukturen versehen. "Wir benutzen den Laser", sagt Bernd Klötzer. Denn der biete gegenüber dem Ätzen einige Vorteile: "Der Laser dringt tiefer ins Material ein, und die Konturen werden wesentlich feiner." Zudem sehen die Muster und Strukturen auf einem Mehrfachwerkzeug immer gleich aus. "Aufs Tausendstel genau."
Die Formeinsätze, aus denen eine Spritzgussform werden soll, werden in einer speziellen Maschine fixiert. In einem definierten Abstand über der Platte ist der Laserkopf. Damit der Laser weiß, wo und wie er Material wegbrennen soll, muss er programmiert werden. "Das ist ein riesiger Aufwand fürs Berechnen der Strukturen, leistungsstarke Computer sind bei uns am Limit."
Das Programmieren dauert eineinhalb Tage, die Platte selbst ist in wenigen Stunden fertiggelasert. Für Laien überraschend ist die Tatsache, dass der Laser mit gerade mal 50 Watt auskommt, weniger als viele Glühlampen. "Durch die Bündelung der Lichtstrahlen erzeugt der Laser genug Energie, außerdem ist der Wirkungsgrad in den letzten Jahren deutlich gestiegen", erläutert Bernd Klötzer.
Noch ist BKL Lasertechnik eine von wenigen Firmen, die Oberflächen von Spritzgussformen per Laser gestalten. Mögliche Abnehmer dagegen gibt es schon einige - wenn auch bislang keinen einzigen aus der Region, wie Bernd Klötzer bedauert. Kontakte habe er zu Unternehmen in Dänemark, Großbritannien, Österreich, Polen und der Schweiz. In seine Maschinen und die Entwicklungsarbeit habe er fast eine halbe Million Euro investiert, sagt Klötzer. "Da sieht der Förderbetrag von 47 000 Euro aus wie ein Tropfen auf den heißen Stein - aber es ist ein Tropfen, der viel bewegen kann."