Das Projekt "Erneuerung des Abwasserkanals in der Heldritter Straße" hat die erste Hürde genommen. Sebastian Bojanowski (Planungsgruppe Strunz) überzeugte die Stadträte in der Sitzung am Montag mit Variante drei: einer Kombination aus Misch- und Trennsystem ohne Bau eines Rückhaltebeckens. Mit Bruttokosten von rund 440.000 Euro ist dies gleichzeitig die kostengünstigste Variante.

Danach laufen künftig 60 Prozent des Oberflächenwassers im Trenn- und 40 Prozent im Mischwassersystem durch. Neu gebaut wird dabei der Regenwasserkanal, während der bestehende Mischwasserdurchlauf saniert wird, so Bojanowski auf Anfrage von Christoph Herold (CSU). Das Schulgelände werde dabei am bestehenden Mischwasserkanal verbleiben, betonte der Referent. Zudem soll der Kanal insgesamt überprüft werden, ergänzte Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD). An geeigneten Stellen werde dann die Möglichkeit eines Rückbaus in Betracht gezogen.

Insgesamt bezeichnete er die Variante als "elegante Lösung", die auch einstimmig akzeptiert wurde. Ein Jahr Bauzeit ist für den rund 600 Meter langen Ausbau vorgesehen, am Stiegelein soll im Zuge der Maßnahme eine feste Ampel installiert werden.


Relativ düster

Ein relativ düsteres Finanzgebilde zeichnete Stadtkämmerer Michael Fischer zum Punkt Haushaltsvorberatung. "Aktuell stehen gut 1,6 Millionen ungedeckter Kosten zu Buche", berichtete er dem Stadtrat. Der Verwaltungshaushalt schließe mit rund 13 Millionen Euro (2015: 15 Millionen) und mache daher eine Zuführung vom Vermögenshaushalt in Höhe von 140.000 Euro erforderlich. Eigentlich soll es genau umgekehrt sein. Fischer führte die Negativ-Entwicklung hauptsächlich auch darauf zurück, dass Bad Rodach im Durchschnitt der letzten Jahre die höchste Kreisumlage pro Einwohner gezahlt habe.


Mindestzuführung nicht möglich

Verschärft werde die Lage durch den Wegfall von Schlüsselzuweisungen 2017. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestzuführung (rund 730.000 Euro) vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt könne nicht erfolgen, bedauerte der Kämmerer. "Ausgabenreduzierung und Einnahmeerhöhung gelten als Gebot der Stunde, eventuell Rücklagenent- oder Kreditaufnahme", sagte Fischer. Eine verbindliche Prognose für das kommende Jahr 2018 könne er nicht geben.

Die Hauptlast liege weiter auf dem Eigenbetrieb Therme Natur, bei dem Ausgaben von knapp 900.000 Euro für das laufende Jahr angesetzt sind.

Im Zuge der drastischen Sparmaßnahmen müsse vieles auf den Prüfstand. Explizit nannte Fischer den Verzicht auf die LED-Umrüstung bei der Weihnachtsbeleuchtung.

Dennis Busch (Gemeinderat in Ebersdorf) informierte das Gremium über die Funktionsweise von "Freies WLAN, bürger.link", das dem Nutzer eines kostengünstigen Hotspots (einmalig 15 Euro in der Anschaffung) absolute Anonymität beim Gebrauch zusichere. Ziel sei der Aufbau verschiedener Netze, jeweils mit einer Reichweite von rund 100 Metern. Tobias Ehrlicher plädierte für einen Testlauf dieser Hotspots. Er sagte, er könne sich den Marktplatz als Standort gut vorstellen.