Einen Bebauungsplan für zwei Grundstücke unterhalb der früheren Ausflugsgaststätte "Klein-Amerika" am Eckardtsberg wird es nicht geben. Der Bau- und Umweltsenat hat einen entsprechenden Antrag von Pro-Coburg-Stadtrat Peter Kammerscheid am Mittwoch abgelehnt.

Einerseits widerspreche dies den Zielen einer "geordneten städtebaulichen Entwicklung" - die geplanten drei Wohnhäuser lägen im Außenbereich, und schließlich würden Naturschutz sowie Orts- und Landschaftsbild beeinträchtigt, lautet die Einschätzung der Bauverwaltung. Ende Mai hatte Kammerscheid für die beiden Grundstücke mit einer Größe von 2630 und 790 Quadratmetern einen Bebauungsplan gefordert. Die Eigentümerin, sie wohnt in der Nachbarschaft, wollte dort drei Wohnhäuser errichten.
Kammerscheid begründete seinen Antrag damit, dass "Innenverdichtung einer Außenverdichtung durch Ausweisung neuer Baugebiete vorzuziehen ist, ein Bedarf an attraktiven Grundstücken in zentraler Lage besteht und die öffentliche Erschließung über die Seidmannsdorfer Straße gewährleistet ist".


Nur für privilegierte Vorhaben

Dieser Argumentation vermochte sich die Bauverwaltung und die Senatsmehrheit nicht anzuschließen. Nur Peter Kammerscheid votierte für seinen Antrag. Im Flächennutzungsplan der Stadt sind die beiden Grundstücke als "Grünfläche" dargestellt. Zudem ist dort ein zoologisches Stadtbiotop kartiert. "Der in den Flächennutzungsplan integrierte Landschaftsplan bezieht die Grundstücke in ein vorgeschlagenes Landschaftsschutzgebiet am Eckardtsberg ein", heißt es in der Amtsstellungnahme. Nach dem Bau-Gesetzbuch seien im Außenbereich nur privilegierte Vorhaben zulässig, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstünden und die ausreichende Erschließung gesichert sei. Ein Wohngebäude sei kein privilegiertes Vorhaben.

Nach den Worten von Joachim Träger vom Stadtplanungsamt ist die Verkehrserschließung nicht gesichert. "Wir wollen das dort nicht", meinte SPD-Stadträtin Petra Schneider. Die beiden Grundstücke lägen im Außenbereich, daher müsse Kammerscheids Antrag abgelehnt werden, zumal weitere derartige Baubegehren bestimmt folgen würden. Für SPD-Stadtrat Andreas Gehring verbieten sich dort Wohnhäuser, weil sonst ein Zusammenwachsen mit dem Stadtteil Seidmannsdorf erfolge. Max Beyersdorf (CSU), Mathias Langbein (SBC) und Wolf-Rüdiger Benzel konnten dem Antrag ebenfalls nichts abgewinnen.