Gerade 17 ist er geworden. Und weil er sich die Arbeit im Garten erleichtern wollte, kam Andreas Spielmann im Juni auf die Idee, sich einen ferngesteuerten Rasenmäher zu bauen. "Der Handrasenmäher war mir einfach zu anstrengend", erklärt er. Jetzt läuft das Gerät und war daheim schon in Gebrauch. Doch bis dahin war es ein weiter Weg.

Techniker in der Familie

Dabei ist Andreas Spielmann nicht der Erste in der Familie, der in Sachen Technik unterwegs ist. Auch Vater und großer Bruder sind Hobbytechniker. So hatte Andreas Spielmann Ansprechpartner, falls er überhaupt nicht mehr weiterwusste.
Zunächst hat sich der Schüler einen Rasenmäher zugelegt - vom eigenen Geld. "Zuerst kam das Griffgestänge weg", damit ist der Griff zum Gasgeben und Lenken gemeint. Spielmann ersetzte dieses Teil durch eine Steuerbox mit entsprechenden Servos, an denen die Seilzüge zum Lenken stattdessen befestigt werden konnten. Diese Servos können durch eine Fernbedienung gesteuert werden. Er hat sich für eine Modellflugzeugsteuerung entschieden - die sieht sehr kompliziert aus, aber von den vielen Knöpfen werden nur drei zur Steuerung des Rasenmähers gebraucht. "Die Bedienung ist eigentlich recht einfach", sagt der Tüftler. Die beiden Räder vorne ersetzte er durch ein einzelnes, damit das Gerät noch enger um die Kurve fahren kann. Das war übrigens der schwierigste Teil, denn das Gestänge aus Aluminium musste er mit einer Flex zurechtsägen.

Immer etwas Neues

"Es gibt immer noch Details, die man verbessern oder hinzufügen kann. Eine Frage ist zum Beispiel, wie man noch einen Rückwärtsgang hinzufügen könnte", erzählt er. Auch jetzt noch ist Andreas Spielmann am Feilen und Verbessern seiner Erfindung. "Aber beim ersten Versuch fand ich es erstmal klasse, dass er überhaupt funktioniert hat."
Außer einem vollautomatischen Rasenmäher, der den Rasen ganz von selbst mäht, gebe es noch kein derartiges Produkt auf dem Markt.
"Aber ein Patent für mein Modell zu beantragen, ist schon allein deshalb schwierig, weil ich dann wirklich alle Teile des Rasenmähers selbst bauen müsste", sagt Spielmann. Belohnt wurde der junge Hobbytüftler für sein Projekt bereits zweimal: mit Preisen von "Jugend forscht" und der Firma Kapp. Und das, obwohl die Technik für ihn nicht an erster Stelle steht: Beruflich soll es nämlich in eine andere Richtung gehen. "BWL interessiert mich eigentlich mehr", sagt der junge Mann und ist stolz, dass er bei der Landesbank bereits einen dualen Studienplatz hat. Anna Stenglein