Eigentlich hätte die Verabschiedung von Uwe Möller-Ühlken schon drei Jahre früher stattfinden können. Da erreichte der langjährige Geschäftsführer des Coburger Klinikums das Rentenalter. Allerdings hatte gerade mal ein Jahr vorher der Klinikenverbund Regiomed seine Arbeit aufgenommen. "Sie haben sich mit Billigung des Aufsichtsrates entschieden, das damals noch zarte Pflänzchen Regiomed weiter zu begleiten", sagte Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat Michael Busch (SPD) gestern in der Orangerie von Schloss Rosenau.
Regiomed war aber nur eine der Baustellen, die Möller-Ühlken im Lauf seiner Tätigkeit am Klinikum Coburg eröffnete. 1980, als er nach Coburg kam, musste er sofort die Erweiterung und den Umbau des damaligen Landkrankenhauses in Angriff nehmen. Und er verabschiedete sich mit einer Baustelle: 2009 brachte er die erneute Erweiterung des Klinikums auf den Weg.
Ärzte, Beschäftigte, Politiker, Krankenkassen, Beamte: Möller-Ühlken hatte mit vielen Verhandlungspartnern zu tun, und er kam mit allen zurecht, sagte Kerstin Bittner, seine Nachfolgerin als Geschäftsführerin von Regiomed. Walter Strohmeyer, Ärztlicher Direktor des Klinikums, würdigte das Klima, das Möller-Ühlken im Haus geschaffen habe. "Du hast es verstanden, Dich als Ökonom in den Mediziner hineinzuversetzen." In Möller-Ühlkens Zeit habe sich das Landkrankenhaus zu einem Hochleistungsklinikum entwickelt, das schwarze Zahlen schreibe und eine bessere Produktivität aufweise als Häuser in privaten Klinikkonzernen - auch, weil Möller-Ühlken dem Motto gefolgt sei: "Die Leute kommen wegen der Medizin ins Krankenhaus".
Landrat Michael Busch und Oberbürgermeister Norbert Kastner (beide SPD) überreichten in Würdigung für Möller-Ühlkens Verdienste den Ehrenzinnteller des Landkreises und die Medaille "Die Stadt Coburg dankt" in Silber. Möller-Ühlken, dem sie einen "Unruhestand" prophezeiten, verriet später, dass er dabei sei, sich als Berater selbstständig zu machen. "Ich kann ja nichts anderes." sb