Coburg — Seit 25 Jahren ist Franz Hochreiner Sportlehrer und seit 2009 unterrichtet er am Gymnasium Alexandrinum. Trotz oder vielleicht gerade wegen seines Berufs ist er auch in seiner Freizeit ein passionierter Sportler. Welche Rolle der Sport in seinem spielt, warum er einige Sportarten nicht mehr ausüben kann und wieso er Lehrer geworden ist, erzählt Franz Hochreiner im Tageblatt-Interview.

In der Schule werden ja hauptsächlich die Basis-Sportarten Fußball, Leichtathletik, Volleyball, Basketball, Handball, Schwimmen und Turnen unterrichtet. Welche Sportarten bevorzugen Sie in Ihrer Freizeit?
Franz Hochreiner: Mittlerweile beschränke ich mich auf die Ausdauersportarten Schwimmen, Radfahren und langsames Joggen. Die betreibe ich jeweils zweimal in der Woche für rund 60 Minuten.
Zusätzlich dazu gehe ich zweimal wöchentlich für eineinhalb Stunden in den Kraftraum, um mit ein paar Grundübungen meine Hauptmuskulatur zu trainieren. Dafür nutze ich nur wenige Geräte, trainiere aber umso intensiver. Ich habe mir eine Struktur erarbeitet, wann und wie oft ich diese Sportarten mache und ich bin immer bemüht, diese einzuhalten. Das ist wichtig, um mit dem Training einen Effekt zu erzielen.

Mittlerweile? Haben Sie früher noch mehr Sport gemacht?
Vor zwei Jahren wurde mir ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt. Nach der Reha, als ich mit dem Fahrrad Muskelaufbautraining betreiben wollte, fuhr mich ein Auto über den Haufen, was eine schwere Schulterverletzung zur Folge hatte. Seitdem kann ich einige Sportarten leider nicht mehr ausüben. So kann ich heute nur noch langsam joggen und kein Fußball mehr spielen. Meine favorisierte Sportart war früher Fußball.

Haben Sie im Verein gespielt?
Ja, unter anderem in den letzen Jahren vor dessen Auflösung und Fusion für den VfB Coburg und anschließend war ich noch zwei Jahre beim FC Bad Rodach als Spielertrainer. Danach wurde in Sonneberg die Eishalle eröffnet und ich spielte beim ESV Coburg drei Jahre Eishockey (Goalie), ehe es mich beruflich nach Villingen-Schwenningen verschlug und ich noch vier Jahre in der zweiten Mannschaft des SERC Wild Wings Schwenningen aktiv war. Während meines Studiums habe ich so ziemlich jede mögliche Sportart einmal ausprobiert, da ich finde, ein Sportlehrer sollte ein breites Spektrum kennenlernen und selbst wenigstens auf einfachem Niveau einmal betrieben haben.

Der Arbeitstag eines Lehrers kann manchmal sehr lang sein. Wann finden Sie da Zeit zum Sport?
Ich versuche meinen Stundenplan mit meinem Sportplan zu verbinden. Habe ich zum Beispiel eine Sportstunde am Anger und danach eine Freistunde, bleibe ich einfach etwas länger dort und trainiere. Oft absolviere ich mein persönliches Sportprogramm auch vor der Schule beziehungsweise vor dem Sportunterricht.

Warum treiben Sie als Sportlehrer auch in Ihrer Freizeit noch so viel Sport?
Zum einen fühle ich mich dabei wohl - mein Körper verlangt sozusagen danach. Zum anderen spielt natürlich der gesundheitliche Aspekt eine wichtige Rolle. Es ist ja schließlich allgemein bekannt, dass Sport gesund und fit hält. Ein weiterer Grund sind meine beiden Verletzungen. Durch gezieltes Training versuche ich die durch die Verletzungen zurückgebildeten Muskeln wiederaufzubauen und Hüfte und Schulter wieder beweglich zu machen. Ein letzter wichtiger Grund, warum ich viel Sport treibe, ist natürlich auch meine Vorbildfunktion. Meiner Meinung nach sollte sich ein Sportlehrer mehr fit halten als andere. Ich möchte in meinem Unterricht die Sportarten und die Techniken vorführen können, denn ich finde, was man selbst praktisch demonstriert, wird viel besser vermittelt als theoretische Erläuterungen.

Warum sind Sie Sportlehrer geworden?
Primär, weil ich überhaupt Lehrer werden wollte. Daher musste ich mir zwei Fächer aussuchen. Da ich schon immer gerne und viel Sport gemacht habe, fiel meine Wahl dann auf Sport - und Latein. Auch das hat mich schon immer interessiert. Ich hatte also das Glück, mein Hobby zum Beruf machen zu können.

Worin sehen Sie Ihre wichtigste Aufgabe als Sportlehrer?
Ich und auch meine Sportkollegen möchten den Schülern Spaß am Spiel und an der Bewegung vermitteln und sie zu einer gesunden Lebensweise animieren. Außerdem möchte ich den Schülern verschiedene Sportarten näherbringen und sie dazu zu bewegen, sich eine sogenannte Lifetime-Sportart zu suchen. Das ist eine Sportart, die man für sich entdeckt und die man im besten Fall sein ganzes Leben lang ausübt. Zudem soll der Sportunterricht auch als Ausgleich zum restlichen Schulalltag dienen.