"Karibuni sana, rafiki zangu!" Mit diesen Worten in Kisuaheli hieß der Michelauer Dekan Johannes Grünwald eine Delegation aus der tansanischen Partnerdekanat der Meru-Diozöse willkommen. Für drei Wochen besuchen Dekan Malaki Joel Pallangyo (51), die Lehrer Sarikioeli Kisali Sarakyikya (27) und Chrisanta Moris Minja (58) sowie die Krankenhausangestellte Mariam James Mshana (33) verschiedene Kirchengemeinden des Dekanats.

Einige Zeit wohnten die Männer im Gemündaer Pfarrhaus bei Dekanatsmissionspfarrer An dreas Neeb, die Frauen bei der Familie von Löffelholz im Schottensteiner Schloss. Den aktuellen Besuch wertete Grünwald als Zeichen "unserer über Jahre gewachsenen und reichen Partnerschaft". Auf dem Programm der Gäste stehen Ideen, um die Situation der Bewohner des östlichen Distrikts zu verbessern.

Ein Themenschwerpunkt ist der Bereich Umwelt und Energie: In Seßlach besichtigte die Gruppe die Biogas-Anlage Sankt Johannes. Die beiden Geschäftsführer, Gerhard Rößner und Albert Sebald, erläuterten die auf 500 Kilowatt ausgelegte Anlage, die überwiegend organisches Material (Grünschnitt, Kleegras) verwertet. Mais, der in Tansania Grundnahrungsmittel ist, wird hingegen kaum gebraucht."Sie denken weniger an den Profit, als daran, wie Sie anderen Leuten helfen können", lobte Malaki die Bemühungen des Anlagenbetreibers Sebald.
Um den Menschen in seiner Gemeinde zu helfen, ihre Lebensbedingungen zu verbessern, vergleicht der tansanische Dekan nach jedem Besuch das Gesehene mit der Situation in seinem Land.

Lassen sich Projekte wie etwa die Biogas-Anlage in kleinerem Stil auch in Tansania umsetzen? Zwar gibt es erste Anlagen, doch wird das gewonnene Gas überwiegend direkt zum Kochen verwendet. "In Deutschland ist das eine zusätzliche Energiequelle. Aber für uns sind Möglichkeiten der Stromerzeugung essenziell", schilderte der Gast den Mangel an Elektrizität in seiner Heimat.
Da alle vier Gäste, auch der Dekan, zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts im kleinen Stil auf Landwirtschaft und Viehzucht angewiesen sind, musste Sebald noch eine Tour durch seinen angrenzenden Stall mit 70 Milchkühen anhängen.

Die Wefa beeindruckte

Tiefen Eindruck hat auch der Rundgang durch die Wefa (Werkstatt für angepasste Arbeit) bei den Gästen hinterlassen: "Wir waren uns vorher nicht bewusst, wie lern- und leistungsfähig Behinderte sein können", fasste Chrisanta den Eindruck aller zusammen. In Tansania denke man, dass jeder arbeiten sollte - außer Kinder, Ältere und Behinderte. Allerdings setze auch in Afrika ein Umdenken ein. So gebe es erste Firmen, die Behinderte beschäftigen. Sie werden finanziell begünstigt. Dennoch sei die Förderung der Behinderten längst nicht so gut wie in Deutschland.

Einen Schlüssel zu mehr Lebensstandard sieht der tansanische Dekan in einer besseren Bildung. Er hat ein Konzept für eine Erwachsenenbildung entworfen, das er mit den deutschen Partnern diskutieren möchte. Aber auch praktische Übungen wie die Butterherstellung im Gerätemuseum in Ahorn und viele persönliche Begegnungen bei Gottesdiensten und Festen in einzelnen Kirchengemeinden gehören zum Programm.
Zuletzt hatten Nachrichten aus Tansania beunruhigt: Anfang Mai forderte ein Bombenanschlag auf eine katholische Kirche in Arusha Tote und Verletzte.

Auf der Ferieninsel Sansibar gab es wiederholt Übergriffe gegen katholische Geistliche. Dekan Malaki schilderte die Probleme in seiner Heimat: "Wir sehen uns mit einer neuen Situation konfrontiert. Aufgrund unserer Erdgasvorkommen und neuer Ölfunde rückt Tansania in den Fokus ausländischer Interessen. Religiöse Spannungen, die vermutlich von außen geschürt werden, gefährden den Frieden."

Partnerschaft


Austausch Neben dem im zweijährigen Wechsel stattfinden den Austausch planen die seit 1996 offiziell befreundeten Dekanate regelmäßige Begegnungen der Jugend: Am Dienstag, 6. August, fliegen Diakon Alexander Loos und Dekanatsmissionsbeauftragte Veronika Flierl mit acht jungen Erwachsenen aus Michelau und Umgebung für drei Wochen nach Tansania. Dort wollen sie beim Ausbau der Krankenstation mit anpacken.