Seßlach
Verkehr

Darum ist der Seßlacher Schulberg so "brisant"

Ziemlich überraschend rückt der Ausbau der CO 16 vor der Seßlacher Schule im Investitionsprogramm des Landkreises Coburg nach vorne.
Der   schlechte Zustand der Fahrbahn ist nicht der einzige Grund, warum der Landkreis Coburg die Kreisstraße den Seßlacher Schulberg hoch ausbauen muss. - Foto: Berthold Köhler
Der schlechte Zustand der Fahrbahn ist nicht der einzige Grund, warum der Landkreis Coburg die Kreisstraße den Seßlacher Schulberg hoch ausbauen muss. - Foto: Berthold Köhler
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Nach dem Bau eines neuen Kreisverkehrsplatzes vor dem Hattersdorfer Tor geht der Ausbau der Kreisstraße CO 16 im Seßlacher Stadtgebiet weiter. Bei der Vorberatung des Investitionsprogramms bis zum Jahr 2025 haben der Kreisausschuss und der Bauausschuss bei ihrer gemeinsamen Sitzung in der Bad Rodacher Gerold-Strobel-Halle eine Million Euro für den Ausbau des Schulberges für das Jahr 2023 reserviert. Nach hinten gerutscht ist dafür der weitere Ausbau der Kreisstraße auf freier Strecke Richtung Witzmannsberg. Da wird sich frühestens 2024 was tun.

Gerhard Ehrlich (CSU/Landvolk) war schon ein bisschen überrascht über die Verschiebung der Prioritäten. Schließlich habe man sich ja mit dem Bauausschuss bei der Krumbacher Abzweigung extra den Zustand der Kreisstraße angeschaut und die Notwendigkeit eines Ausbaus erkannt. Jürgen Alt, Leiter des Tiefbau-Sachbereichs am Landratsamt, klärte auf: Der Schulberg sei terminlich deshalb "brisant", weil die Stadt dort den Abwasserkanal erneuern will. Und wenn schon mal die Straße aufgerissen werde, dann sei es - so formulierte es Alt - "gute Tradition", dass man so etwas zu einer gemeinsamen Aktion nutze. Sprich: Die Stadt erneuert ihren Kanal, der Landkreis seine Straße.

Richtung Witzmannsberg wird's richtig teuer

Der geschätzt eine Million Euro teure Ausbau am Schulberg wird wahrscheinlich nicht der letzte Fall bleiben, bei dem Landkreis kurzfristig eine innerörtliche Fahrbahnsanierung in Angriff nehmen wird. "Unsere Kommunen werden künftig verstärkt in den Kanalbau investieren", berichtete Alt. Das liege daran, der Freistaat Bayern für Investitionen in diesem Bereich hohe Zuschüsse zur Verfügung stelle. Ob der Landkreis wiederum für die Fahrbahnsanierung an der CO 16 eine finanzielle Förderung bekommt, steht noch in den Sternen. Die für einen Zuschuss von der Regierung geforderte "Verbesserung der Verkehrssituation" wird sich dort nämlich so einfach nicht umsetzen lassen. Und bleibt es "nur" bei einer Fahrbahnsanierung, muss der Landkreis die Kosten alleine tragen.

Nach hinten rückt zugunsten des Schulbergs der Ausbau im weiteren Streckenverlauf Richtung Witzmannsberg. Das sei zu verkraften, versicherte Jürgen Alt: "Wir wissen, dass uns dort die Fahrbahnbreite fehlt. Aber der Belag ist noch gut." Für den Landkreis mit seinem diesjährigen Gesamthaushaltsvolumen von rund 108 Millionen Euro wird sich der Ausbau der CO 16 eh als dicker Brocken erweisen. Bei geschätzten Baukosten von rund vier Millionen Euro geht Jürgen Alt davon aus, dass mindestens zwei bis drei Bauabschnitte nötig sein werden. Im Investitionsprogramm stehen für 2024 eine halbe Million Euro, für 2025 eine Million Euro - der Rest mit 2,75 Millionen Euro für die Zeit danach.

So schaut es mit den Finanzen aus

Die Vorberatung des Haushalts war eine ungewöhnlich zügige und reibungslose Angelegenheit. Wobei Kreiskämmerer Manfred Schilling nicht nur gute Nachrichten zur Sitzung mitgebracht hatte. Zwar sinkt die Verschuldung des Landkreises weiter: Von einst (als die Realschule CO II saniert wurde) fast 37 Millionen Euro auf planmäßig 21,5 zum Ende des Jahres. Aber die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind weiter schwierig. Von 71 Landkreisen in Bayern steht der Landkreis Coburg mit seiner Steuerkraft an 70. Stelle. Und das, obwohl die Steuerkraft der Landkreisbevölkerung im vergangenen Jahr um vier Prozent gestiegen ist. Aber: "Andernorts geht die Post ab", sagte Schilling zu den 8,5 Prozent, um die die Steuerkraft bayernweit nach oben gegangen ist.

Über allem steht bei der künftigen finanziellen Situation des Landkreises der Neubau eines Klinikums für die Menschen in Stadt und Landkreis Coburg. Wenn auch noch nicht alle Aspekte des Megaprojektes "eingepreist" seien, so sei es klar, dass in den Jahren des Klinikbaus auch der Rotstift im Coburger Land regieren werde, sagte Manfred Schilling. Im Klartext: "Vielleicht müssen dann auch wichtige Maßnahmen gestreckt, schoben oder gestrichen werden."

Abschließend beraten wird der Kreishaushalt vom Kreistag. Der trifft sich am Donnerstag, 24. Februar, in der Gerold-Strobel-Halle in Bad Rodach zu seiner nächsten Sitzung. Landrat Sebastian Straubel (CSU/Landvolk) blickte der Verabschiedung des Haushalts optimistisch entgegen: "Das ist ein gutes Werk, das wir hier als Beschlussvorschlag auf den Weg gebracht haben."