Seit die Städtebauförderung im Jahr 1971 ins Leben gerufen wurden, flossen in Bayern über vier Milliarden Euro in Städte, Märkte und Dörfer. Mit den Finanzhilfen sollen vor allem die Innenstädte und Ortsmitten mit besonderem sozialem, ökonomischem und ökologischem Bedarf gestärkt werden. Damit sich die Bürger davon überzeugen können, wie sich die Städtebauförderung in ihren Kommunen auswirkt, wurde im Jahr 2015 der "Tag der Städtebauförderung" ins Leben gerufen. Bei dieser bundesweiten Aktion nahmen in diesem Jahr rund 600 Kommunen, darunter auch die Stadt Neustadt, teil.

Dieses Jahr hatte der "Tag der Städtebauförderung", bei dem die Puppenstadt die "Kultur.werk.stadt" in den Mittelpunkt stellte, etwas Besonderes parat. Die Abteilungsdirektorin "Planung und Bau" der Regierung von Oberfranken, Marion Resch-Heckel, überreichte Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) den lang ersehnten Förderbescheid für die anstehende Rathaussanierung offiziell. Insgesamt unterstützt der Freistaat dieses Projekt mit 2,433 Millionen Euro.


Für die Mediathek im Erdgeschoss des Rathauses liegt noch kein Förderbescheid vor

Die Stadt plant auch die Einrichtung einer Mediathek im Erdgeschoss des Rathauses. Hier konnte Marion Resch-Heckel zwar noch keinen Förderbescheid aushändigen, übergab aber an Rebhan die Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn. Damit kann die Stadt das Projekt bereits vor Erteilung des offiziellen Förderbescheides angehen. Die Direktorin geht davon aus, dass dieser im Juli oder August vorliegen werde. Resch-Heckel betonte, dass die finanzielle Unterstützung durch die Regierung von Oberfranken der Lohn der Stadt Neustadt für deren hohes Engagement im Bereich der Stadtsanierungen sei. "Wir können nicht fördern, wenn nichts Vernünftiges vorliegt", betonte Resch-Heckel und lobte die hochwertige Arbeit seitens der Stadt. Sie führte vor Augen, dass bisher rund zwölf Millionen Euro im Rahmen der Städtebauförderung in die Puppenstadt geflossen seien. Und "somit schafft die Städtebauförderung nicht nur Lebensqualität, sondern auch Arbeitsplätze", betonte Resch-Heckel. Die Innenstädte erlebten eine Renaissance. Davon könnte Neustadt profitieren, sofern moderner Wohnraum zur Verfügung gestellt werde. "Dies ist das A und O", betonte sie.

Zweite Bürgermeisterin Elke Protzmann (CSU) berichtete, dass die Städtebauförderung in den vergangenen 40 Jahren Städte und Gemeinden entscheidend geprägt habe. Leider, so Protzmann, sei dieses Gemeinschaftsprojekt von Bund, Ländern und Kommunen bei der Bevölkerung immer noch wenig bekannt. In Neustadt wurde am Samstag gezeigt, wie sich das ehemalige "Patschke-Areal" verwandelt hat und mit Hilfe staatlicher Mittel zu einem Kulturzentrum umgebaut wurde. Der verantwortliche Architekt Florian Kirfel erläuterte bei Führungen Einzelheiten zu dem komplexen Projekt. Die Revitalisierung des Gebäudeensembles der ehemaligen Druckerei ist nach Worten von Protzmann als Impulsprojekt und Auftakt für die städtebauliche Neuprofilierung des gesamten Bahnhofsquartiers zu verstehen. "Ohne die Mittel der Städtebauförderung wäre es nicht möglich gewesen, die über 100 umgesetzten Maßnahmen der Stadtsanierung zu realisieren", warf die Bürgermeisterin einen Blick zurück auf mittlerweile 30 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung.