Das viele, ob bayerisch gekleidet oder zum Salsatanzen angetan, von der ersten Minute an zu genießen wussten. Das bisschen anfänglichen Regen in diesem sonst vom Wetter verwöhnten 14. Tambacher Sommer, wen hinderte das daran, sich zu wiegen oder im Kontrast dazu zum original bayerischen Volksgut willig und befreit zu klatschen?

Bayerisches Kuba, kubanisches Bayern - mittlerweile überrascht im Tambacher Schlosshof kaum mehr eine Mischung, gerade nach diesem Festival, das auch mit VoxxClub und Haindling die selbstbewusste bayerische Art demonstrierte, die ganze sonstige Welt musikalisch in sich aufzunehmen - um selbst strahlender denn je daraus hervorzuleuchten.


Die Lederhosen-festen ehemaligen Dorfmusiker um Hubert Meixner aus Vagen bei Irschenberg, die schon in den 80er Jahren von Gitarrist Sepp Rottmeyer zum Jazz verführt wurden, fahren seit 2000 jährlich nach Kuba und saugen dort auf, was es an Rhythmen und musikalischem Lebensstil zu erleben gibt. Ein kleiner Film zum Start des Konzertes entführt auf die ferne Insel. Mitten in den Straßen Havannas stehen dann plötzlich diese Bayern aufgereiht und machen ihre Blasmusik, marschieren in ein Konzerthaus. Und derweil marschieren die Bayern auch live durchs Tambacher Schlosstor auf die Bühne, treten witzig von dort nach hier.
Alles zusammen vermischt sich dann problemlos und passend zu einer freierenMusikwelt zwischen Son, Rumba, den großen Songs des Buena Vista Social Club und Zwiefachem, Polka und Galopp. "Weil sie a Freid dro ham", wie die Vagener gleich zum Auftakt sangen.

Markante Bläser hier wie da, von der Tuba bis zu Klarinette und sämtlichen Saxofonen. Vielfältige Percussion machen auch der bayerischen Volksmusik Beine und wiegende Hüften. Gesungen wird bayrisch wie spanisch. - Ein gelassen passender Abschluss des diesjährigen Tambacher Sommers.