Lang ist die Liste der Erfolge, die Stadtratsfraktion und Ortsverband für sich beanspruchen. Vor einem Jahr übernahm Vera Weißbrodt den Vorsitz des Ortsverbandes. Bei ihrer ersten Hauptversammlung war ihr Resümee etwas zwiegespalten. Auf der einen Seite lobte Weißbrodt die Unterstützung durch die Vorstandsmitglieder, die ihr immer mit Rat und Tat zur Seite stünden, auf der anderen Seite kritisierte sie die ihrer Meinung nach zu geringe Kommunikation zwischen Stadtratsfraktion und Basis. "Schade und beängstigend finde ich, dass uns die Kommunikation immer mehr abhandengeht." Für sie ist es falsch und zu wenig, wenn die Bürger sagten: "Die oben im Stadtparlament machen das schon." Für Vera Weißbrodt ist dies eine typische Aussage der Neustadter. Eindringlich forderte sie: "Wir, die CSU, müssen die Stimme unserer Bürger sein.
Ein weltberühmtes Kinderfest und ein ordentlicher Finanzhaushalt sind einfach zu wenig", sagte die Ortsverbandsvorsitzende. Eine Aussage zu der Nachfolge des kürzlich verstorbenen Stadtrates Heinz Kiesewetter im Neustadter Stadtrat wurde nicht getroffen.

Weißbrodt forderte die Mitglieder auf, sich über Veränderungen Gedanken zu machen. "Es ist unsere Pflicht als politische Organisation, den Bürgerinnen und Bürgern eine Zukunft zu bieten."


Viel zu verdanken

Fraktionsvorsitzender Frank Altrichter informierte die Versammlung über die Arbeit der Stadtratsfraktion. Die CSU sei ein Stabilitätsanker in der Neustadter Politik, betonte Altrichter und fügte hinzu: "Parteischarmützel sind uns zuwider." Er hob hervor, seiner Fraktion sei es zu verdanken, dass in Neustadt der Hebesatz für die Grundsteuer nur auf 310 Prozentpunkte gestiegen sei. "So bleibt Neustadt gerade für private Häuslebauer ein Vorzeigestandort im Landkreis Coburg", sagte Frank Altrichter. Er betonte, dass Fraktion und Ortsverband Hand in Hand arbeiteten. Er versicherte, auf die CSU-Fraktion werde weiterhin Verlass sein.

Mit Fakten aus dem Bezirk Oberfranken wartete Zweite Bürgermeisterin Elke Protzmann auf. Besonders hob sie hervor, dass die Bezirksumlage auf 17,5 Prozentpunkte gesenkt werden konnte. Umfangreich gab sie einen Überblick über ihren Themenbereich als Neustadter "Baubürgermeisterin". Eine Herkulesaufgabe sieht sie in der Gestaltung einer barrierefreien Stadt. Protzmann: "Das wird lange dauern und viel Geld kosten". Sie versäumte es nicht, sich bei "ihren" Bauräten" zu bedanken. "Fast immer sind wir einer Meinung, haben wir doch ein gemeinsames Ziel: Neustadt nach vorne zu bringen."

Mit den Themen ICE-Halt in Coburg und Flüchtlinge beschäftigte sich der Landtagsabgeordnete Jürgen W. Heike. Er informierte die Versammlung darüber, dass IHK-Präsident Friedrich Herdan "ohne lautes Schreien" mit der Bahn in Verhandlungen stehe, um hier eine höhere Frequenz zu erreichen.
Des Themas der geplanten Stromtrassen nahm sich CSU-Kreisvorsitzender Martin Mittag an. Wichtig ist für ihn, dass sich der Landkreis Coburg nicht "auseinanderdividieren" lässt. Deutlich warnte er davor, aus der momentanen Ruhe um das Thema falsche Rückschlüsse zu ziehen. "Gerade wenn man nichts hört, kann es gefährlich werden."

Die Hauptversammlung bot die Gelegenheit, treuen Vereinsmitgliedern Dank auszusprechen. Zu den langjährigen Jubilaren zählen Gerhard Korn, Uwe Scheler und Silke Wagner (25 Jahre) sowie Werner Wachsmuth (40 Jahre).