Neuheit bei Tchibo: Die teilbare Tortenhaube. Entwickelt hat sie der Coburger Student Tobias Kotulla. Gut ein Jahr ist es her, dass sich die angehenden Produktdesigner und Professor Gerhard Kampe zum ersten Mal mit dem Einzelhandelsunternehmen Tchibo zusammensetzen.

Clevere Alltagshelfer für Haus und Garten sollen die Studierenden der Hochschule Coburg entwickeln. Auch Tobias Kotulla macht sich damals auf die Suche nach einer guten Idee. Inspiration findet er im eigenen zu Hause: Tortenhauben. Die sind ein echter Platzkiller im Kühlschrank. Sperrig und meist viel zu groß, für übrig gebliebene Kuchenstücke. Seine Lösung: Eine Haube, die sich bei Bedarf zusammenschieben lässt.

Im dritten Semester war der Produktdesign-Student damals. Und sein Modell überzeugt die Jury. Tina Reinefeld, Produktmanagerin bei Tchibo ideas prüft die Umsetzbarkeit und gibt grünes Licht. Tobias Kotullas Tortenhaube wird in die Reihe der Tchibo Wochenwelten aufgenommen.

"Ich kooperiere jetzt schon seit mehreren Jahren in Hochschulprojekten mit Tchibo", erzählt Gerhard Kampe. "2012 waren bereits drei von Coburger Designstudenten entwickelte Produkte in den Tchibo Filialen zu kaufen." Die Studierenden profitieren in doppelter Hinsicht: Zum einen lernen sie, Themen wie Produktions- und Herstellungsverfahren, Logistik, Verpackung und Preisgestaltung zu berücksichtigen. Zum anderen verdienen sie einen Anteil, wenn ihre Produkte schließlich in den Läden verkauft werden. Ein Hinweis auf die jeweiligen Designer und die Hochschule Coburg findet sich auf jeder Verpackung.

Herr Kotulla, wie kommt man eigentlich dazu, Produktdesign zu studieren?
Tobias Kotulla: Mein Vater war schon immer ein Bastler und schon als kleines Kind habe ich ihm gerne geholfen beim Modellbau. Er war mein Antrieb, den Weg zum Produktdesigner einzuschlagen. Bis kurz vor dem Abitur war mir gar nicht klar, dass man das Tüfteln und kreieren auch als Studiengang an einer Hochschule belegen kann. Mir haben Kunst und Physik in der Schule immer schon Spaß gemacht und darum geht es ja in meinem Studium auch: Schönheit mit Funktionalität zu verbinden, lösungsorientiert zu denken und etwas Neues zu machen.

Und wie kann man lernen, Ideen zu entwickeln?
Natürlich lernt man im Studium die eine oder andere Kreativtechnik, um Ideen leichter abrufbar zu machen. Aber das Grundtalent muss vorhanden sein, ansonsten ist man mit einer solchen Berufswahl falsch beraten. Ideen kommen mir meistens spontan. Am ehesten dann, wenn ich gelassen an die Themen herangehe, nichts erzwinge und Spaß an der Sache habe. Durch das Studium gehe ich mit offeneren Augen durch die Welt.
Ich versuche, Probleme zu erkennen und mit meinen Ideen Lösungsansätze zu schaffen, um das alltägliche Leben der Menschen zu vereinfachen.
An der Tortenhaube kann ich das aktuell gut erklären: Meine Mutter hat oft ein Stück vom Kuchen übrig, aber eine gängige Abdeck- und Frischhaltehaube passte meistens nicht mehr in den rappelvollen Kühlschrank. So kam ich auf die Idee, eine Tortenhaube zu entwickeln, die sich halbieren kann, um Platz zu sparen.

Wie muss man sich die Zusammenarbeit mit Tchibo vorstellen?
Ehrlich gesagt war ich sehr überrascht darüber, dass alles so fair und transparent abläuft. Bei einer Zusammenarbeit mit so einem großen Unternehmen sind immer ein paar Ängste dabei. Man fragt sich, ob das Produkt nun sehr verändert wird und ob man es danach noch als seine eigene Erfindung wahrnimmt. Aber Tchibo hat nur wenige Anpassungen vorgenommen, alles in einem ganz verträglichen Rahmen. Gewünscht hätte ich mir, wenn ich zwischendurch mal auf die Muster einen Blick hätte werfen können.
Aber angesichts der räumlichen Distanz und der zügigen Abstimmungsprozesse war das nicht so einfach möglich. Diese Zusammenarbeit hat mich in meiner Berufswahl bestätigt und mir eine Portion Selbstbewusstsein mit auf den Weg gegeben.

Und wie geht es jetzt weiter?
Erstmal muss ich ja noch zu Ende studieren und ich hoffe natürlich auch, dass ich noch viele weitere Produkte auf den Markt bringen kann. Nach der Bachelorarbeit denke ich über ein Studium im Bereich Transportation-Design nach. Wenn ich es mir wünschen könnte, würde ich gerne Fahrzeugdesigner werden.