Der Vorstoß kam vom Vorsitzenden der CSU Coburg-Mitte: Die Parteien sollten sich darauf einigen, bei der Kommunalwahl 2014 "einen bescheidenen Wahlkampf" zu führen, sagte Thomas Bittorf beim CSU-Neujahrsempfang am Samstag. Zwar hat der CSU-Kreisvorstand noch nicht entschieden, ob das für alle Ortsverbände in der Stadt gelten soll, aber der Vorschlag steht im Raum.

"Bescheidener Wahlkampf" - das bezog Bittorf vor allem auf das Plakatieren. Da hatten die Grünen aber schon 2009 einen entsprechenden Vorstoß gemacht, wie deren Vorstandssprecherin Martina Benzel-Weyh in Erinnerung ruft: Die Grünen hatten beantragt, dass Wahlplakate nur noch auf Plätzen und fest installierten Stellwänden platziert werden dürften, die von der Stadt dafür vorgesehen wurden. Die Grünen hatten das vor allem mit der Auswirkung aufs Stadtbild begründet.
Der Antrag wurde an die Verwaltung weitergeleitet, um in Wahlkampfzeiten erneut behandelt zu werden. Grünen-Fraktionsvorsitzender Wolf-Rüdiger Benzel sei deshalb mit dem Ordnungsamt in Kontakt. "Bisher kam es nicht zu verminderter Plakatierung, da die CSU sich einer Reduzierung stets verweigerte", sagt Benzel-Weyh.

"Die CSU wird halt klüger", sagt auch Ulrich Herbert, Kreisvorsitzender der FPD. Seine Partei habe eine solche Selbstbeschränkung beim Plakatieren "immer wieder vorgeschlagen". Dass die Parteien sich auf festgelegte Litfaßsäulen und Plakatwände beschränken sollten, "ist unsere Meinung schon seit Jahren". Allerdings habe sich die FDP immer gezwungen gesehen, sich an der Wahlkampfmaterialschlacht zu beteiligen. "Sonst glauben die Leute, man ist nicht mehr da."

" Uns würde es leicht fallen eine gemeinsame Regelung einzuhalten, da unsere Wählergemeinschaft schon immer sehr zurückhaltend bei der Plakatierung war", sagt Jürgen Heeb von Pro Coburg, früher Freie Wählergemeinschaft. Den CSB fiele eine solche Einwilligung schon schwerer, "aus grundsätzlichen Erwägungen", wie deren Fraktionsvorsitzender Christian Müller mitteilt.

"Wir sind grundsätzlich offen, über dieses Thema zu reden", sagt dagegen Stefan Leistner, der Vorsitzende des SPD-Stadtverbands Coburg. Das sei die SPD übrigens früher schon gewesen - damals hätten andere blockiert. "Aber vielleicht haben sich die Zeiten ja geändert. Grundsätzlich meine ich, dass bei Wahlkampfplakaten nicht unbedingt die Menge entscheidend ist, sondern dass, wenn Inhalt und Aussage klar an die Wählerinnen und Wähler vermittelt werden, weniger auch durchaus mehr sein kann."