Der erste Schritt ist getan: Der Landkreis Coburg wird ein Radverkehrskonzept in Auftrag geben. Aber die 50000 Euro, die der Kreisausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität für das Konzept freigegeben hat, werden nicht reichen. Davon ist Landrat Sebastian Straubel (CSU/Landvolk) überzeugt: "Wenn wir das Thema voranbringen wollen, brauchen wir im Landratsamt mehr Personal." Doch noch befindet sich die Stelle fürs Radwegemanagement, über die auch die Erstellung des Radverkehrskonzepts durch ein externes Büro begleitet werden soll, in der Warteschleife der Kreistagspolitik.

Deshalb befindet sich die strategische Arbeit mitten in Zeiten des Fahrrad-Booms nicht mehr als im Schwebezustand: Neben Marita Nehring und Dennis Flach von der Arbeitsgemeinschaft "ÖPNV in Stadt und Landkreis Coburg" macht sich auch die Tiefbauabteilung im Landratsamt mit Jürgen Alt an der Spitze Gedanken um den Unterhalt und die Notwendigkeit von Lückenschlüssen bei Radwegen. Dabei ist klar: Ein von Nehring empfohlenes "gebündeltes, strukturiertes Konzept" wird es in dieser Konstellation aus Zeitmangel nicht geben.

Wenn nicht jetzt, wann dann

Dabei wäre der Zeitpunkt für Ideen und konkrete Projekte gut, sagte die ÖNPV-Beauftragte Nehring: "Noch nie war die Fördersituation so gut wie jetzt." Aber schon mit dieser Aussage ist das nächste Problem verbunden: Wie Marita Nehring berichtete, ist der deutsche Förder-Dschungel derart dicht, dass sich derzeit weder der Landkreis noch die Kommunen da erfolgreich durchkämpfen können. Als Beispiel nannte Nehring das Bundes-Förderprogramm "Radnetz Deutschland", über das beispielhaft der "Iron Curtain Trail" entlang der ehemals deutsch-deutschen Grenze ausgebaut werden könnte. Das wäre für die Stadt Neustadt sicher interessant, doch bei 22 Seiten "Bedienungsanleitung" nur für das Ausfüllen des ersten Förderantrags sei die Sache zu aufwendig, um nebenbei erledigt zu werden.

Eine Aufgabe, der sich ein Radwegmanager widmen muss, ist die Vermittlerfunktion zwischen dem Landkreis und den Kommunen. Für Marita Nehring führt jedenfalls kein Weg daran vorbei, dass sich der Landkreis künftig auch finanziell am Ausbau oder dem Unterhalt von Radwegen beteiligen muss. Zumindest dort, wo ausgewiesene Hauptwege (Beispiel: der touristisch stark frequentierte Itzgrund-Radweg) verlaufen. Nehring: "Da muss der Landkreis den Kommunen unter die Arme greifen."