Andrea Huth hat gut zu tun bei der Kinder- und Familienlobby des Kinderschutzbundes. Dort hilft sie jungen Eltern und Alleinerziehenden in Erziehungsfragen. Dabei geht sie ganz praktisch vor, ohne erhobenen Zeigefinger. Sie bietet aber auch Gespräche und Vorträge an. Damit trägt sie nicht unwesentlichen zur Erfüllung einer Pflichtaufgabe der Stadt bei: der Eltern- und Familienbildung.

2010 hatte deshalb der Jugendhilfesenat beschlossen, dass die Kommune die Arbeit von Kifalo zunächst als Projekt für drei Jahre mit 10.000 Euro jährlich bezuschusst. Diese Frist läuft zum Jahresende aus. "Die Gesamtkosten für das Projekt liegen bei 26.850 Euro jährlich", erläuterte Reinhold Ehl, Leiter des Amtes für Jugend und Familie, den Mitgliedern des Finanzsenats. Sie hatten gestern über einen weiteren Zuschuss zu entscheiden.
Der Amtsleiter sprach sich dafür aus, Kifalo zukünftig mit dem Gesamtbetrag zu bezuschussen und sie in die Regelförderung aufzunehmen.

Stadträtin Bettina Lesch-Lasaridis (SPD) wollte wissen, ob es nicht möglich wäre, die 26.850 Euro aus Spenden und Eigenmitteln des Kinderschutzbundes zusammenzubringen. Der Jugendamtsleiter verwies darauf, dass auch bisher schon der Differenzbetrag zum städtischen Zuschuss, also fast 17.000 Euro, aus Spenden und Rücklagen finanziert wurde. "Nun sind die Rücklagen aufgebraucht und die Spenden drastisch zurückgegangen."

Hätten wir Kifalo nicht, müssten wir es im nächsten Jahr erfinden

Die Frage von Bettina Lesch-Lasaridis, ob die Förderung der Erziehung in der Familie tatsächlich eine Pflichtaufgabe sei, bejahte Reinhold Ehl. Grundlage dafür sei das 2012 in Kraft getretene Kinderschutzgesetz. "Hätten wir Kifalo nicht, müssten wir es im nächsten Jahr erfinden", stellte er fest.

Wolf-Rüdiger Benzel (Bündnis 90/Die Grünen) machte schließlich den Vorschlag, diese frühe Hilfe für Kinder und Eltern unter Umständen in Zusammenarbeit mit dem Verein Domino anzubieten. "Hier könnte doch geprüft werden, ob es vielleicht freie Kapazitäten beim Personal gibt, so dass die Aufgaben der frühen Hilfe auch dort angesiedelt werden könnten." Reinhold Ehl gestand ein, dass diese Möglichkeit bisher noch nicht geprüft worden sei, versprach aber, darüber noch einmal neu nachzudenken.

Am Ende beschlossen die Mitglieder des Finanzsenats, der bisherigen Projektarbeit Kifalo im Jahr 2014 letztmalig einen Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro zu gewähren, bevor noch einmal über einen Antrag auf eine Regelförderung abgestimmt wird. Darüber hinaus wurde zugesagt, den Kinderschutzbund bei der Suche nach Spendern zu unterstützen. Denn der Differenzbetrag zu den benötigten 26.850 Euro soll durch Spendenmittel gedeckt werden.