Am Anfang ein scheinbarer Widerspruch: rhythmischer Sound und das Bild vom Mausoleum im Hofgarten. Aus dem Nichts taucht ein junger Mann auf, überspringt leichtfüßig das niedrige Geländer um das Denkmal, kommt auf die Kamera zu, wirft lässig eine Hand voll Laub weg und geht aus dem Bild. Um kurz darauf auf einer Wiese wieder zu erscheinen - im Hintergrund die Veste. Der Coburger Robin Höhn tanzt den Herbst im Hofgarten. Es ist seine Choreografie, sein Körper, sein Können, die er ins Verhältnis zur Landschaft setzt. Daraus entstand ein Kurzfilm mit dem Titel "Hot Fall" (heißer Herbst). "Wir hatten einen perfekten Tag, voll Sonne und Wärme", erzählt Robin Höhn. Seine Intention: "Ich möchte Schönheit und Wärme zurück in die Welt bringen."

Der junge Mann hat das Tanzen nicht gelernt, ist kein ausgebildeter Schauspieler und auch das Modeln hat ihm niemand beigebracht.
Und doch kann er all das, ist ein Autodidakt mit vielen Talenten. Der 20-Jährige arbeitet als Tanzlehrer und ist zurzeit im Landestheater in den "Gefährlichen Liebschaften" zu sehen. Viele Coburger kennen ihn auch von "Ein Musical für Coburg", für das er die Choreografie erarbeitet hat.

Und er ist in der aktuellen Ausgabe des englischen Modemagazins "Huf" mit einer Fotostrecke unter dem Titel "Small Town Boy" vertreten. Der Fotograf Ulrich Hartmann hatte Robin Höhn in Berlin kennengelernt.

Nun greift der junge Coburger nach den Sternen, besser gesagt, nach dem Oscar. Das heißt, die Idee dazu hatte nicht er, sondern Claudia Steiner, Geschäftsführerin der Medienberatungsfirma Park Avenue 3 D mit Niederlassungen in Hollywood und Coburg. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, 3 D-Filme zu produzieren - und zwar in Kinoqualität. Sie sei gleich von Robin Höhns Fähigkeiten begeistert gewesen, gesteht Claudia Steiner ein. "Wir sind sehr glücklich, ihn für unser Projekt gewonnen zu haben. Ein Multitalent wie ihn findet man selten."

Die Konzeption für den Kurzfilm kommt von Claudia Steiners Ehemann, James Herndon, einem renommierten Medienpsychologen aus den USA. Er hat den Film mit portabler 3 D-Technologie von Sony gedreht. Als der rund drei Minuten lange Streifen fertiggestellt war, gefiel er allen daran Beteiligten so gut, dass sie nun überzeugt davon sind, dass man sich damit auch um einen Preis bewerben kann. Und weil James Herndon in Hollywood kein Unbekannter ist - er hatte vor vielen Jahren mal einen Spielfilm ins Rennen um einen Oscar geschickt - und dort viele Leute kennt, setzt Park Avenue 3 D gleich ganz hoch an. "Wir bewerben uns in der Kategorie Kurzfilme", sagt Claudia Steiner. Derzeit sind sie in Gesprächen mit drei Kinos in und um Los Angeles, denn bevor ein Film am Wettbewerb um den Oscar teilnehmen kann, muss er erst einmal eine Woche in einem Kino im Los Angeles County laufen. "Wir sind ganz zuversichtlich, hatten auch schon viel positive Resonanz", ergänzt Claudia Steiner.

Robins Ideen

Während sie über die Erfolgschancen in Hollywood spricht, lächelt Robin Höhn nur. Für ihn war und ist der künstlerische Prozess von Bedeutung. "Die Sonne, das bunte Laub, der Hofgarten - ich habe mich gleich wohlgefühlt, hatte eine Menge guter Gedanken und alles ist ganz einfach geflossen", erinnert er sich.

Die Musik ist ein Mix aus nicht lizenzierten Aufnahmen, die Claudia Steiner speziell für den Film gekauft hat. "Schon beim ersten Anhören sind mir Ideen für die Umsetzung gekommen", erläutert Robin Höhn. Dazu dann das Ambiente des Hofgartens. Es entstand ein Stück, das mal melancholisch, ein bisschen verspielt und romantisch seine Emotionen zum Ausdruck bringt. Und am Ende verschwindet er genauso unvermittelt, wie er erschienen ist. Übrig bleibt die bunte Herbstwiese im Hofgarten - im Hintergrund die Veste.