Es ist eine Minute nach 10 Uhr, als Flugleiter Xaver Rupp das Ultraleichtflugzeug über die Landebahn hinaus nach unten stürzen sieht. Vom Tower aus kann er nicht ausmachen, was weiter passiert ist. "Ich habe erst einmal bei der Rettungsleitstelle angerufen und bin dann zu der Absturzstelle hingefahren", erzählt er. Im östlichen Teil des Flugplatzes findet er dann Joachim Lang - unverletzt. "Da habe ich den Rettungsdienst gleich wieder abbestellt. Die Feuerwehr war aber so schnell, die konnte ich nicht mehr erreichen." Auch die Polizei sei wenige Minuten nach 10 Uhr vor Ort gewesen. Als Flugunfallsachbearbeiter der Kriminalpolizei ist Ralf Wietasch vor Ort. Seine erste Einschätzung: "Der Pilot war zu schnell, zu hoch und hat zu spät zur Landung angesetzt."

Das bestätigt Joachim Lang. Der 76-Jährige kommt aus dem sächsischen Chemnitz.
"Ich hatte das Flugzeug schon aufgesetzt, habe aber dann die letzte Kurve nicht gekriegt, weil ich zu schnell war", sagt er. Eigentlich wollte er gestern eine Fahrrad-Tour von Coburg nach Sonneberg machen. Deshalb hatte er sein Klapprad im Flugzeug. "Ich dachte, der Flugplatz liegt eher im Tal und habe den Tower zu spät gesehen. Bei der Landung hatte ich zwischendurch keine Bodenberührung, konnte nicht richtig abbremsen und bin leicht in Schwingung gekommen."

Flugschein seit 1997

Seit 1997 hat Joachim Lang einen Flugschein, seit 1999 besitzt er das Flugzeug. Damit unternimmt er Ausflüge in die Alpen oder auch an die Nordsee. Früher sei seine Frau auch noch mitgeflogen. "Das macht sie heute nicht mehr." Vielleicht war das ihr Glück - so wie auch ihr Mann mit dem Schrecken davongekommen ist. Er blieb unverletzt. Sein Ultraleichtflugzeug war durch eine Hecke aufgehalten worden, der Propeller hatte sich verkeilt. Mitarbeiter einer Spezialfirma aus dem Landkreis können die Maschine problemlos befreien und mit einem Fah rzeug herausziehen. Nach ersten Schätzungen der Polizei beträgt der Sachschaden rund 5000 Euro.

Unglück vor einem Jahr

Unweigerlich kommen Erinnerungen an das Flugzeugunglück auf dem Flugplatz Steinrücken hoch. Es passierte vor fast genau einem Jahr, Anfang August. Eine einmotorige Piper stürzte ab und vier Menschen kamen ums Leben. Wie der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, Jürgen Stadter, dazu sagte, gibt es bis heute keine genaue Erkenntnis darüber, was die Unfallursache damals war. Nur so viel: "Einen technischen Defekt oder eine wetterbedingte Ursache können wir ausschließen."