• Coburg: Vier mutmaßliche Drogendealer vor Gericht
  • August 2021: 740 Kilo Kokain in Bremen gefunden - 30 Millionen Euro Schwarzmarktwert
  • 30-Jähriger gesteht - weitere Verhandlungstage bis zum 20. März 2023 angesetzt

Im Februar 2022 wurden vier Männer in Hamburg, Hannover und Coburg festgenommen. Ihnen wurde vorgeworfen, an einem 740-Kilo-Kokain-Fund in Bremen beteiligt gewesen zu sein. Nun stehen sie seit Montag (5. Dezember 2022) in Coburg vor Gericht. 

Update vom 06.12.2022: Prozessauftakt in Coburg - einer der Angeklagten (30) legt "umfangreiches Geständnis" ab 

Nach dem Fund von 740 Kilo Kokain in Bremen im August 2021 hat unter großen Sicherheitsvorkehrungen in Coburg der Prozess gegen vier mutmaßliche Drogendealer begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, in den Jahren 2020 und 2021 in großem Stil Marihuana, Kokain und Haschisch verkauft zu haben.

Die Ermittler kamen den Verdächtigen über verschlüsselte Internetplattformen auf die Spur, bemerkten im Sommer 2021 verdächtige Aktivitäten in Bremen - und schlugen zu: Im Güterverkehrszentrum waren die Drogen als Kaffeebohnenlieferung getarnt. Die 740 Kilo Kokain hatten einen Schwarzmarktwert von 30 Millionen Euro. Die Tatverdächtigen konnten zunächst fliehen, wurden dann aber später doch noch festgenommen.

Einer der Angeklagten, ein 30 Jahre alter Mann, hat zu Beginn des Prozesses ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Das Landgericht hat 16 weitere Verhandlungstage bis zum 20. März 2023 angesetzt.

Erstmeldung vom 7.04.2022: Anwalt meldet sich bei Polizei: Entführung wegen fehlendem Kokain?

Vier Männer wurden nach einem Drogenfund in Bremen, bei dem 740 Kilogramm Kokain sichergestellt wurden, als mutmaßliche Beteiligte verhaftet. Die Männer wurden, laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft in Coburg, in Hamburg, Hannover und Coburg festgenommen. Nach Angaben der Bremer Polizei am Donnerstag (07.04.2022) wurden die Beschuldigten bereits im Februar verhaftet. Das Kokain im Marktwert von circa 30 Millionen Euro ist im August 2021 im Güterverkehrszentrum von Bremen sichergestellt worden.

Die Bremer Polizei wurde von den bayerischen Beamten der Kriminalpolizei mit Zentralaufgaben Oberfranken auf eine bevorstehende Drogenlieferung hingewiesen. Im letzten Augenblick konnte der Weitertransport der Drogen, die sich laut Bremer Angaben, in einem Container mit südamerikanischem Kaffee befanden, aufgehalten werden. Nach weiteren Ermittlungen konnten schließlich die vier mutmaßlichen Beteiligten verhaftet werden. Ein Bremer Polizeisprecher bezeichnet dies als "einen empfindlichen Schlag gegen die Organisierte Kriminalität und einen großen Erfolg der bayerischen und Bremer Kollegen". Die Coburger Staatsanwaltschaft rechnet damit, dass die Ermittlungen noch bis Mitte des Jahres laufen werden. 

Nicht lange nach dem Fund des Kokains meldete sich ein vermeintlicher, ausländischer Anwalt bei der Bremer Polizei. Er behauptete, dass wegen des fehlgeschlagenen Drogendeals ein Mensch entführt worden sei. Diese Behauptung wurde allerdings noch nichtbestätigt, werde aber noch ermittelt. Ein Polizeisprecher aus der Hansestadt sagte hierzu "Wir haben keine Kenntnisse, dass ein Menschenraub stattgefunden hat".