• Coburg: Mann soll Ex-Freundin und Tochter (2) erstochen haben
  • Mutmaßlicher Doppelmord mit Küchenmesser
  • Nach grausamer Tat: Mann übergießt sich mit Benzin und zündet sich an
  • Ermittler sehen Wut als mögliches Motiv

Ein Mann soll seine Ex-Freundin und deren kleines Kind brutal ermordet haben. Vor dem Landgericht Coburg hat am Mittwoch (11. Mai 2022) der Prozess gegen einen 35-Jährigen begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, vor knapp einem Jahr in einer Asylbewerberunterkunft in Kronach die Frau und ihre damals zwei Jahre alte Tochter erstochen zu haben.

Mordprozess in Coburg: Mann zündete sich nach grausamer Tat selbst an

Den Ermittlungen zufolge sei der Mann am Abend des 23. Mai 2021 vor dem Balkon des Zimmers seiner Ex-Freundin aufgetaucht und dort hinaufgeklettert. Die Frau sei in die Küche geflüchtet, doch der Angeklagte soll sich gewaltsam Zutritt verschafft haben. Andere Mitbewohnerinnen wollten demnach helfen und riefen die Polizei - doch es war zu spät: Der Mann soll erst das kleine Mädchen, dann seine Ex-Partnerin mit einem Küchenmesser erstochen haben, das er nur für die Tat gekauft habe. 

Die Ermittler sehen als mögliches Motiv Wut des Mannes, dass seine Ex-Freundin ein gemeinsames Kind abgetrieben und sich von ihm getrennt hatte. Außerdem soll er geglaubt haben, die Frau sei wieder mit dem Vater ihrer Tochter zusammen.

Nach der Tat übergoss sich der Mann demnach mit flüssigem Grillanzünder und zündete sich an. Dadurch entstand eine Verpuffung, auch Räume der Unterkunft gerieten in Brand. Der Angeklagte überlebte schwer verletzt. Er ist nicht nur wegen Doppelmordes, sondern auch wegen schwerer Brandstiftung angeklagt. Insgesamt sind zehn Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil in Coburg könnte Ende Juni fallen.