Vom Literaturkanon bis zum politischen Buch reicht die Bandbreite der 17. Coburger Literaturtage, die unter dem Namen "Coburg liest!" vom 18. bis zum 28. April 2020 stattfinden. Für die traditionelle Autoren-Gala wurde Alexander Osang gewonnen, darüber hinaus stehen auch wieder ein Roman-Marathon sowie das Projekt "Literatur in den Häusern unserer Stadt" des Landestheaters Coburg auf dem Programm. Das Landestheater zählt damit erneut neben dem Coburger Literaturkreis, der Volkshochschule Coburg und der Buchhandlung Riemann zu den Veranstaltern der Literaturtage.

Den Auftakt des Festivals bildet der Roman-Marathon in der Reithalle, zu dem am Samstag, 18. April, ab 19 Uhr Dana von Suffrin, Emanuel Maeß und Karen Köhler erwartet werden. Zunächst stellt Dana von Suffrin ihr Romandebüt "Otto" vor. Die Titelfigur ist ein starrköpfiger jüdischer Familienpatriarch, der zum Pflegefall wird. Dana von Suffrin wurde 1985 in München geboren. Sie studierte Politikwissenschaft, Neuere und Neueste Geschichte und Komparatistik. Für ihren Debütroman erhielt sie mehrere namhafte Literaturpreise.

Auf Dana von Suffrin folgt Emanuel Maeß, der 1977 in Jena geboren wurde und dessen Roman "Gelenke des Lichts" auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2019 stand. Ganz in der Tradition eines Bildungsromans und romantischer Erzählungen erfährt der Leser von der geistigen Entwicklung eines jungen Mannes, der in den 1980er Jahren in einem kleinen Dorf im Werratal aufwächst. Maeß studierte Politik und Literaturwissenschaft, erhielt 2019 den Mara-Cassens-Preis und lebt in Berlin.

In Karen Köhlers Romandebüt "Miroloi" erzählt ein 16­jähriges Mädchen, wie es als zunächst namenloses Findelkind und Außenseiterin in der archaisch-patriarchalischen Gesellschaft einer abgelegenen Insel im Mittelmeer unter Gewalt und sexuellen Übergriffen zu leiden hat. Der Roman von Karen Köhler, die 1974 in Hamburg geboren wurde und Schauspiel studierte, auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2019.

Bereits am Tag darauf, am Sonntag, 19. April, ist mit Denis Scheck der allseits bekannte "Streiter für das Gute, Wahre und Schöne" bei "Coburg liest!" zu Gast. Im Pfarrzentrum St. Augustin stellt der Literaturkritiker, Moderator und Übersetzer um 19.30 Uhr sein neues Buch vor: "Schecks Kanon - Die 100 wichtigsten Werke der Weltliteratur von Krieg und Frieden bis Tim und Struppi." Dieser Abend "ist schon gut vorverkauft", freut sich Martina Riegert vom O"Coburg liest!"-Organisationsteam.

Mit "Literatur in den Häusern unserer Stadt" erlebt die Salonkultur schon seit vielen Jahren eine Renaissance. Am 22. April laden Coburger Bürger in ihre privaten Räumlichkeiten zu Lesungen mit Ensemblemitgliedern des Landestheaters ein.

Aus einem vielseitigen Angebot wählen die Zuschauer ihre Lieblingstexte aus und erfahren erst beim Kauf ihrer Eintrittskarte den Ort ihrer Lesung. Der Abend, so Schauspieldramaturign Carola von Gradulewski, sei immer eine gute Gelegenheit, Schauspieler des Landestheaters aus der Nähe kennen zu lernen. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr, zum gemeinsamen Ausklang und zum Austausch über das Erlebte steht ab 20.30 Uhr der Große Saal im Münchner Hofbräu zur Verfügung.

Für die Autoren-Gala, am Donnerstag, 23. April, im Kunstverein Coburg (Beginn: 19.30 Uhr), Alexander Osang gewonnen. Der Journalist und Schriftsteller, der 1962 in Ost-Berlin geboren wurde, ist mit zahlreichen Publikationen hervorgetreten. Sein Werk umfasst Reportagen, Erzählungen und Romane - zuletzt "Die Leben der Elena Silber". Hier erforscht der Filmemacher Konstantin Stein seine Familiengeschichte.

Sie beginnt in den Wirren der russischen Revolution, als der Revolutionär Viktor Krasnow hingerichtet wird. Osang erhielt zahlreiche Preise,darunter 2006 für sein Buch "Die Nachrichten" den Adolf-Grimme-Preis.

"Wir leben in bewegten Zeiten, deshalb haben wir diesmal einen politischen Abend geplant", erlärt Oliver Heß im Namen der Volkshochschule Coburg. Am Dienstag, 28. April, um 19.30 Uhr im Dr. Schneider-Hörsaal der Hochschule Coburg, werden Marina und Herfried Münkler zu einem Abend erwartet, den Gerhard Amend moderiert.

Von dem Politikwissenschaftler Herfried Münkler erschien zuletzt "Der Dreißigjährige Krieg" (2017), gemeinsam mit seiner Frau, der Literaturwissenschaftlerin Marina Münkler, veröffentlichte er 2016 "Die neuen Deutschen. Ein Land vor seiner Zukunft". In ihrem aktuellen Werk "Abschied vom Abstieg" beschäftigen sie sich mit derzeitigen Untergangsszenarien.

Autoren zu Gast bei "Coburg liest!"

Festival Das Literaturfestival "Coburg liest!" erlebt in diesem vom 18. bis 28. April seine 17. Auflage.

Samstag, 18. April Roman-Marathon mit Dana von Suffrin, Emanuel Maeß und Karen Köhler - 19 Uhr, Theater in der Reithalle Sonntag, 19. April Denis Scheck - 19.30 Uhr, Pfarrzentrum St. Augustin Mittwoch, 22. April "Literatur in den Häusern unserer Stadt", Beginn jeweils 19.30 Uhr, gemeinsamer Abschluss ab 20.30 Uhr im "Münchner Hofbräu" Donnerstag, 23. April Autoren-Gala mit Alexander Osang - 19.30 Uhr, Kunstverein Coburg Dienstag, 28. April "Politischer Abend" mit Marina und Herfried Münkler, Moderation: Gerhard Amend - 19.30 Uhr, Dr. Schneider-Hörsaal der Hochschule Coburg. Vorverkauf Karten für das Festival gibt es im Vorverkauf in der Buchhandlung Riemann. Sie kosten für den Roman-Marathon 18 Euro und für die anderen Veranstaltungen jeweils 15 Euro. An der Abendkasse kosten die Karten 25 und 18 Euro. Schüler- und Studentenkarten kosten zehn (fünf) Euro.

Der Vorverkauf für "Literatur in den Häusern unserer Stadt" findet ab 17. März nur an der Kasse des Landestheaters statt. Die Karten kosten sieben Euro, für Schüler und Studenten fünf Euro.

Weitere Infos online unter www.coburgliest.de. Veranstalter Coburger Literaturkreis, Volkshochschule Coburg, Buchhandlung Riemann, Landestheater Coburg.red