Coburg
Sprayer berichtet von "positivem Nebeneffekt"

Hitler-Putin-Graffiti mit pro-russischen Symbolen beschmiert - Staatsschutz schaltet sich ein

In Coburg haben erneut Unbekannte das Hitler-Putin-Graffiti am Judenberg beschmiert. Weil dabei umstrittene Symbole verwendet wurden, ermittelt diesmal sogar der Staatsschutz.
Coburg: Hitler-Putin-Graffiti bereits zum vierten Mal beschmiert - Staatsschutz ermittelt
Erneut haben Unbekannte in Coburg das Hitler-Putin-Grafitti von Sprayer Alex Reuther verunstaltet. Jetzt ermittelt der Staatsschutz. Foto: Alex Reuther
  • Coburg: Unbekannte beschmieren Anti-Kriegs-Graffiti mit pro-russischen Symbolen 
  • Billigung des Krieges? Staatsschutz ermittelt wegen Verwendung von Putin-Z
  • "Unbequeme Geschichte nicht beiseiteschieben": Sprayer will Graffiti reparieren

Seit September 2022 prangt das "Putler"-Grafitti von Sprayer Alex Reuther jetzt schon an der Unterführung am Judenberg in Coburg. Über die Hintergründe des Grafittis und die Intention des Künstlers hatte inFranken.de damals ausführlich berichtet. Seitdem ist das Hitler-Putin-Gesicht aber immer wieder mutwillig beschmiert und beschädigt worden. Am vergangenen Sonntag (12. März 2023) zum mittlerweile vierten Mal, wie Alex Reuther jetzt gegenüber inFranken.de berichtet. Diesmal schaltet sich jetzt sogar der Staatsschutz ein.

Coburg: Anti-Kriegs-Graffiti verunstaltet: Polizei prüft Verwendung von Symbolen

Alex Reuther selbst habe die Schmierereien am Sonntagabend gegen 22.15 Uhr bemerkt, als er auf dem Heimweg gewesen sei. "In der Früh war aber noch nichts", erinnert sich der Sprayer im Gespräch mit inFranken.de. "Vermutlich ist das also in der Zeit zwischen Einbruch der Dunkelheit und Entdeckungszeitpunkt geschehen". 

Unbekannte hatten einen roten Stern und ein rotes Z über die eine Seite seines Graffiti gesprüht. Der Buchstabe Z gilt in Russland seit Beginn des Ukraine-Kriegs als Symbol der Unterstützung für die russische Armee und die Regierung. Des Weiteren trugen auch die russischen Panzer, die beim Überfall auf die Ukraine zum Einsatz kamen, diesen Buchstaben. 

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums mache man sich hierzulande durch das öffentliche Tragen des Z-Symbols sogar strafbar, weil das als öffentliche Billigung des russischen Krieges gegen die Ukraine gelte. Deshalb sei auch in diesem Fall bereits Strafanzeige erstattet worden. Der Sachverhalt werde momentan strafrechtlich geprüft, wie eine Sprecherin der Polizei Oberfranken jetzt auf Nachfrage von inFranken.de bestätigte. 

Graffiti soll ausgebessert werden - Sprayer sieht "positiven Nebeneffekt"

Alex Reuther gibt sich indes vergleichsweise gelassen. Klein beigeben ist für ihn allerdings trotzdem keine Option. Wie die anderen Male zuvor, wolle er sein Graffiti auch diesmal im Laufe der nächsten Tage auf jeden Fall "richten". "Ich hätte es eigentlich gleich am Abend, als es passiert ist, wieder retuschieren können, um den bösen Buben so richtig zu ärgern", erzählt er. Letzten Endes habe er sich dann aber doch dagegen entschieden.

Alles in allem könne er dem Vorfall sogar noch etwas Positives abgewinnen. "Das Ganze hat einen positiven Nebeneffekt: Es ist wieder ein Aufreger und die Leute diskutieren darüber", sagt er. "Klar, es gibt auch Kommentare, die das Bild an sich nicht mögen, weil einen eben andauernd die blöden Fressen Hitler und Putin anschauen. Aber das Leben ist kein Ponyhof und nicht immer nur eine Blümchenwiese. Und unbequeme Geschichte beiseiteschieben ist auch nicht das Wahre", gibt Reuther zu bedenken.