Hundehalter können eine Mitschuld tragen, wenn andere Personen beim Ausführen ihres Tieres verletzt werden. Das geht aus einem Urteil des Landgerichts Coburg hervor, das am Mittwoch (12. Mai 2021) veröffentlicht wurde.

Die Richter gaben einer Klägerin, die beim Gassigehen mit ihrem Nachbarshund gestürzt war und Schadenersatz gefordert hatte, zumindest teilweise Recht.

Urteil in Coburg: Tierhalter trägt  Mitschuld an Sturz von Nachbarin

Die Klägerin führte nach Angaben des Landgerichts den Hund seit Jahren spazieren, um ihren Nachbarn zu entlasten. Eines Abends riss sich der Hund los, um eine Katze zu jagen - die Frau stürzte und verletzte sich an der Schulter. Daraufhin verlangte sie von ihrem Nachbarn Schmerzensgeld und Schadenersatz, weil sie nach einer notwendigen Operation ihren Haushalt nicht wie gewohnt führen konnte und teilweise berufsunfähig war. 

Das Gericht kam nun zu dem Ergebnis, dass der Tierhalter ein Mitverschulden habe. Denn es bestehe kein Zweifel daran, dass die Verletzungen durch das Verhalten seines Hundes verursacht worden seien. Außerdem habe die Klägerin nicht auf eigene Gefahr hin gehandelt, da es sich bei dem Vierbeiner laut Richter um ein sehr ruhiges und liebes Tier handelt. Aber auch die Frau trage eine Mitschuld: Sie habe beim Ausführen des Hundes in der Dämmerung nicht die nötige Konzentration gezeigt, entschied das Gericht. Wo genau sich der Vorfall ereignete, ist nicht bekannt.

Im März war es in Coburg zu einer Hundeattacke auf ein Kind  gekommen: Das Tier biss einen Neunjährigen, während der Hundehalter unbeirrt weiter ging.