Deutlich über das Ziel hinaus geschossen ist am Sonntag um kurz nach Mitternacht ein 21-Jähriger aus Dörfles-Esbach, nachdem er laut Polizeibericht aus einem fahrenden Pkw während eines Autokorsos eine gefährliche brennende Magnesiumfackel hielt. Der Sieg der Deutschen Nationalmannschaft gegen Italien im Elfmeterschießen sollte wohl ausgiebig gefeiert werden.


Fackel birgt Gefahren

Beim Abbrennen eines Bengalos entstehen Temperaturen zwischen 1600 und 2500 Grad Celsius. Außerdem kann die Magnesiumfackel nicht mit Wasser gelöscht werden und birgt deshalb ein besonderes Gefahrenpotential. Eine Abgabe und ein Erwerb dieser Bengalfackeln ist zwar grundsätzlich an Personen über 18 Jahren erlaubt, allerdings lediglich Feuerwerksartikel der Klasse T1 zur Verwendung von technischen Zwecken und im Rahmen von Bühnen-, Film- und Showveranstaltungen.


In der Regel werden Bengalfackeln als Notsignal auf hoher See verwendet. Da diese Voraussetzungen für die Verwendung beim Mitfahrer eines Pkws im Autokorso sicher nicht gegeben waren, erwartet den 21-Jährigen nun eine Ordnungswidrigkeitsanzeige nach dem Sprengstoffgesetz.


Weitreichende Folgen

Würde eine solche Magnesiumfackel in der Mitte einer Menschenmenge gezündet, wie zum Beispiel in einem Stadion, ermittelt die Polizei sogar wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, da aufgrund der Hitze und der starken Rauchentwicklung eine Verletzung von Unbeteiligten nicht ausgeschlossen werden kann oder sogar billigend in Kauf genommen wird.