Es ist das große Herz mit den vielen Flaggen, das ins Auge fällt. Überall in der Stadt hängen die Plakate und weisen auf die internationale Woche hin, die am Sonntag um elf Uhr mit einem Marktfest beginnt.

Weil die erste Auflage im vergangenen Jahr ein Erfolg gewesen sei, gebe es nun eine Fortsetzung, sagt Zweiter Bürgermeister Norbert Tessmer. Er erinnert daran, dass in Coburg inzwischen viele Arbeitnehmer, Schüler und Studierende eine andere Nationalität als die deutsche haben. "Wir können es uns nicht erlauben, dieses Potenzial ungenutzt zu lassen."

Dem stimmt der Schirmherr der internationalen Woche, Ulrich Eberhardt, zu. Als Mitglied des HUK-Vorstands und Vizepräsident der IHK hat er vor allem die wirtschaftliche Bedeutung von Zuwanderern im Blick.
"Ab 2020 werden wir in Deutschland auf massive Zuwanderung angewiesen sein." Mit Blick auf den demografischen Wandel brauche das Land eine Willkommenskultur, die auch eine menschliche Dimension haben müsse. "Wir sollten neugierig sein und Respekt haben."

Neben Nicole Röthig vom Bildungsbüro gehört Jasmin Müller-Alefeld von der Steuerungsgruppe "Integration" zum Organisations-Team für die internationale Woche. Ihre Intention: "Wir sind alle Coburger, egal, woher wir kommen und welcher Nationalität wir sind. Deshalb haben wir auch füreinander Verantwortung."


Minarett-Streit hatte auch Gutes

Ilhan Birinci, Zweiter Vorsitzender der türkisch-islamischen Gemeinde Coburg, erinnert sich an die Diskussion um den Bau des Minaretts auf der Moschee in der Viktoriastraße. "Das hat auch viel Positives bewirkt. Die Bevölkerung denkt jetzt anders über uns und es hat sich das Netzwerk für Menschenrechte und Demokratie gebildet."

Nicht zufällig haben sich die Organisatoren der internationalen Woche zum Pressegespräch auf dem Gelände der Moschee getroffen. Norbert Tessmer formuliert es so: "Es gibt ein gutes Verhältnis zwischen Stadt und türkisch-islamischer Gemeinde."

Das wird auch aus dem Programm deutlich. Viele Vereine, Einrichtungen, Institutionen, aber auch Privatpersonen beteiligen sich. Michaela Hofmann, Leiterin der Kulturabteilung, weist insbesondere auf die Verleihung des Rückert-Preises hin, der in diesem Jahr an den Syrer Nihad Siris geht, auf die Ausstellung "Mein Aleppo - 5000 Jahre Stadtkultur in Gefahr" im Ämtergebäude und an ein Konzert mit Rückert-Liedern am Dienstag, 18. Juni, um 19.30 Uhr im Pfarr- und Dekanatszentrum St. Augustin.

"Der Name Friedrich Rückert steht in engem Zusammenhang mit dem Integrationsbestreben. Deshalb passen diese Veranstaltungen in die internationale Woche."

Eine Anmerkung hat Michael Böhm, Koordinator Stadtmarketing, noch zum Programm: Der Tag der Europäer in Bad Rodach findet nicht am 20. Juni, wie es im Programmheft steht, sondern erst am 20. Juli statt.