Auf fünf Hektar wird in der Nähe des Neustadter Stadtteils Birkig bereits Solarstrom erzeugt. Wenn es nach den Plänen des Bad Staffelsteiners Unternehmens IBC Solar geht, wird diese Fläche noch in diesem Jahr auf 20 Hektar erweitert.

Dass das Ansinnen nicht auf ungetrübte Gegenliebe bei den Einwohnern stößt, wurde bei der jüngsten Bürgerversammlung deutlich. Damit die Bürger über die geplante Baumaßnahme aus erster Hand informiert werden, hatte Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) den Bauherren zur Bürgerversammlung eingeladen. Oliver Partheymüller (Projektentwickler IBC Solar) stellte das geplante Projekt und erläuterte, dass in Birkig nach Fertigstellung zehn Megawatt (zehn Millionen Kilowattstunden) umweltfreundlicher Strom im Jahr produziert werden.


Abbau nach Ablauf der Pachtzeit

Nach seinen Worten wird die Fläche zunächst für 20 Jahre - mit der Option einer Verlängerung auf 30 Jahre - gepachtet. Nach Ablauf der Pachtzeit werde die gesamte Anlage wieder zurückgebaut. Der erzeugte Strom soll mittels einer 20-KV-Leitung in das Umspannwerk Neustadt transportiert werden, von wo er in das öffentliche Netz eingespeist werden soll. Als ein "Zuckerl" bot er der Stadt an, im Rahmen dieser Baumaßnahme ein Leerrohr zu verlegen, das für ein Glasfaserkabel zum Ausbau des schnellen Internets in Birkig genutzt werden kann. Auf Nachfrage von Frank Rebhan bestätigte Partheymüller, dass man mit der Stadt eine kostenlose Überlassung vereinbaren werde. Bevor die Sprache auf mögliche Beeinträchtigungen kam, nahm Oliver Partheymüller dem Ganzen die Spitze, indem er darauf verwies, dass zunächst ein sogenanntes Blendgutachten erstellt werde, das zwingend in die eventuelle Baugenehmigung einfließen werde.


Viele Fragen zum Solarpark

Die Bürger hatten Fragen zu Geräuschentwicklung, Wildwechsel und Wirkungsgrad. Die zuständige Architektin Christine Tranziska sagte, die technischen Anlagen hätten einen Geräuschpegel von etwa 45 Dezibel, was der Lautstärke eines normalen Gesprächs entspreche. Zum Thema Wildwechsel erläutert Oliver Partheymüller, dass Solarparks zu Rückzugsgebieten von Kleintieren und Brutvögeln werden. "Da das Gelände eingezäunt ist, müssen größere Tiere einen Umweg in Kauf nehmen." Den Wirkungsgrad der Anlage bezifferte er mit 20 Prozent.

Die Frage von Heide Rädlein, warum ausgerechnet wieder Birkig herhalten müsse und kein anderes Gewerbegebiet genommen werde, rief Oberbürgermeister Frank Rebhan auf den Plan. Dieser stellte fest, dass es nicht die Stadt sei, die sich den Standort ausgesucht habe, sondern sich die Stadt mit einem Antrag auf Bau eines Solarparks beschäftigen müsse. "Wir als Behörde haben jeden Bauantrag so zu behandeln, wie es der Gesetzgeber vorschreibt", betonte das Stadtoberhaupt.


Einwendungen können bis 14. März vorgebracht werden

Bauamtsleiter Richard Peschel erläuterte hierzu, dass man im Moment das öffentliche Verfahren betreibe. Das heißt, die Träger öffentlicher Belange und die Bürger könnten ihre Einwände zu dem geplanten Projekt kundtun. Die Frist hierfür laufe am 14. März ab. "Danach", so Peschel, "werden die Einwendungen seitens des Bausenats und des Stadtrats abgewogen, und es kommt zu einer weiteren Auslegung. Wenn danach der so genannte Satzungsbeschluss erfolgt ist, kann mit dem Bau im April /Mai dieses Jahres begonnen werden."

Nicht ganz einfach war es für Oberbürgermeister Frank Rebhan, den Anwesenden zu verdeutlichen, dass Wünsche aus einer Bürgerversammlung heraus nicht in das Verfahren einfließen könnten. Einwendungen und Vorschläge sollten die Bürger im Rathaus schriftlich vom Bauamt aufnehmen lassen. Einig war man sich in Birkig, dass mit einem Solarpark kein Schönheitspreis zu gewinnen sei.


Gebührenerhöhung bei den Stadtwerken moniert

Edmund Botz ging mit den Stadtwerken hart ins Gericht. Er konnte und wollte die Preiserhöhung von über 300 Prozent beim Trink- und Abwasser nicht akzeptieren. Vor allem war er nicht damit einverstanden, dass die Bürger nach seiner Meinung nicht umfassend informiert wurden. Mehrmals musste der Oberbürgermeister erläutern, dass die Stadt verpflichtet sei, in diesen Bereichen kostendeckend zu arbeiten. Bei einem sinkenden Wasserverbrauch und gleichbleibenden fixen Kosten müsse der Preis je Kubikmeter steigen. Die Annahme, durch einen geringeren Wasserverbrauch werde die Umwelt geschont, verwies OB Rebhan ins Reich der Märchen. Den Vorwurf, dass die Stadt darüber nicht informiert hätte, wies Rebhan mit aller Deutlichkeit zurück, schließlich gebe es öffentliche Stadtratssitzungen und Tageszeitungen, die über die Beschlüsse informierten.

Den Zustand der Wanderwege rund um Birkig stellte Kerstin Scheller an den Pranger. Oberbürgermeister Rebhan sagte zu, dass man dies mit dem Staatsforst abklären werde. Hans-Ulrich Schilling bat darum die Pumpstation zu überprüfen, da sie seiner Meinung nach sehr laut sei. "Man hört jeden Spülvorgang". Den Wunsch nach einem schnellen Internet äußerte abschließend Lisa Weinreich. Frank Rebhan sagte ´zu, sich diesbezüglich mit den Stadtwerken in Verbindung zu setzen.