"Kompetenz für die Mobilität von morgen" lautet das Motto von Brose auf der Internationalen Automobil-ausstellung (IAA) laut einer Pressemitteilung. Der Zulieferer stellt Entwicklungen und Ideen vor, "die das Fahren der Zukunft sicherer, komfortabler und effizienter werden lassen". Mit der elektrischen Ölpumpe mache der Mechatronik-Spezialist den Schritt hin zur Systemkompetenz in der Getriebe-Bereich. Ein Seitentürantrieb ermögliche bequemen Fahrzeugzugang und lasse sich auch per Smartphone steuern. Mit einer vollständig elektrifizierten Sitzplattform zeigt das Unternehmen seine Vision flexibel anpassbarer Innenräume.

"Mit unserem IAA-Motto drückt Brose den eigenen Anspruch aus: Wir wollen die automobile Zukunft maßgeblich mitgestalten. Wir sind Technologieführer beim Thema Mechatronik, also der Verbindung von Mechanik, Elektrik und Elektronik.
Und als solcher haben wir den Anspruch an uns selbst, immer einen Schritt vorauszudenken und mit Innovationen sowie Qualität technische Trends zu setzen", betonte Jürgen Otto, Vorsitzender der Geschäftsführung der Brose Gruppe, bei der IAA-Pressekonferenz des Unternehmens.



Wachstumskurs

Derzeit nimmt Brose Platz 37 der weltweiten Automobilzulieferer ein und ist das fünftgrößte Familienunternehmen in der Branche, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Für 2015 strebe die Geschäftsführung ein Wachstum von 14 Prozent an, währungsbereinigt werde es sich auf acht Prozent belaufen.

Dabei verzeichneten im ersten Halbjahr die Regionen Asien (+31 Prozent) und Nordamerika (+32 Prozent) überdurchschnittlich hohe Umsatzsteigerungen. Auch die Entwicklung in Europa, dem größten Absatzmarkt für Brose, sei positiv (+acht Prozent) verlaufen.

Bedingt durch die aufstrebende Geschäftsentwicklung sei erneut die Zahl der Mitarbeiter gestiegen: Ende Juni 2015 waren weltweit rund 24 000 Mitarbeiter bei dem Familienunternehmen beschäftigt, rund 1200 mehr als ein Jahr zuvor.

"Wir suchen ständig und weltweit nach den Besten. Wir fordern hohe Leistungsbereitschaft, aber wir fördern auch kontinuierlich regionale Talente, bieten ihnen schnelle Verantwortungsübernahme und internationale Entwicklungsmöglichkeiten. Brose ist ein attraktiver Arbeitgeber, und das weltweit", erklärte Otto.



Globale Präsenz

Brose investiere konsequent in den Ausbau seiner Kompetenzen sowie in neue Standorte. 2014 wurden mit East London (Südafrika), Bremen (Deutsch-land), New Boston (USA) und Melfi (Italien) vier neue Werke in Betrieb genommen. In Würzburg errichtete das Unternehmen ein modernes Testzentrum zur elektromagnetischen Verträglichkeit.

Seine weltweiten Entwicklungs- und Produktionskapazitäten baue der Automobilzulieferer auch 2015 aus und plane Investitionen von rund 350 Millionen Euro.

Neben der Erweiterung der starken Präsenz in Asien und Nordamerika fließe weiter ein erheblicher Anteil in den Ausbau der deutschen Standorte Coburg (Sitzsysteme), Bamberg (Elektronik und Türsysteme) sowie Würzburg (Elektromotoren). Größte Einzelinvestition sei der Aufbau des neuen Verwaltungsgebäudes in Bamberg, das 2016 bezugsfertig sein werde.

Rund acht Prozent des Brose Umsatzes fließen jährlich in Forschung und Entwicklung. Mit zirka 3000 Ingenieuren und Technikern an 19 Standorten in zehn Ländern seien über zehn Prozent aller Mitarbeiter in diesem Bereich tätig. 2014 seien über 180 Patente und Gebrauchsmuster angemeldet worden.

Auf der IAA zeige Brose Ide en, die das Fahren sicherer, komfortabler und effizienter machen. Mit seinem Antrieb für Seitentüren präsentiere der Zulieferer die komfortabelste Lösung für den Fahrzeugzugang. Die Brose Innovation bewege schwenkbare Türen elektrisch, die Ansteuerung könne auch durch mobile Endgeräte erfolgen.

Zudem demonstriere der Mechatronik-Spezialist seine Kompetenz im Leichtbau, etwa mit der Weiterentwicklung seines Türsystems. Dessen Material spart im Vergleich zu herkömmlichen Kunststoffen bis zu zwei Kilogramm im Fahrzeug ein, kann aber das Vierfache an Energie absorbieren. Bei konventionellen Stahltüren sind es sogar fünf Kilogramm Gewichtsreduktion.


Im Fahrzeuginnenraum

Mit einer innovativen Plattform stellt der Zulieferer erstmals die vollständige Elektrifizierung aller Sitzreihen vor. Mit diesem Systemansatz ermögliche das Unternehmen den Passagieren einen hoch funktionalen und flexiblen Innenraum: Alle Verstel lebenen lassen sich komplett fernsteuern - beispielsweise per Smartphone.

Der Fahrer kann den kompletten Innenraum auf Knopfdruck konfigurieren und auf die jeweilige Alltagssituation anpassen - je nachdem, ob viele Sitzplätze benötigt werden oder Ladung transportiert wird. Die Einstellungen lassen sich nach persönlichen Vorlieben vornehmen und abspeichern.

Stempel- oder Vibrationsmassagen sind in allen Sitzreihen möglich. Selbst auf der Sitzfläche sorgen Massagefunktionen für Entspannung oder verhindern Ermüdung.

Die elektrische Ölpumpe bedeute den Schritt des Unternehmens hin zum Systemlieferanten im Getriebe-Bereich. Die aufeinander abgestimmten Komponenten sorgen für Verbesserungen bei Wirkungsgrad, Akustik und Gewicht. Die elektrische (Zusatz-)Ölpumpe ermöglicht die Start-Stopp-Funktion sowie den Segelbetrieb, da sie bei ausgeschaltetem Motor den Druck im Getriebe aufrechterhält.

Dadurch würden im Gesamtsystem Emissionsreduzierungen von bis zu zehn Gramm CO2 pro Kilometer möglich, und zwar ohne Einschränkungen bei der Fahrdynamik: Beispielsweise erfolge das Wiederanfahren schneller. Serienaufträge liegen bereits vor.

Brose-Mitarbeiter an 60 Standorten in 23 Ländern erwirtschaften knapp sechs Milliarden Euro Umsatz. Jeder zweite Neuwagen weltweit sei mit mindestens einem Brose Produkt ausgestattet, teilte das Unternehmen auf seiner IAA-Pressekonferenz mit. red