Wenn das Vertrauen in das eigene Können, Mut und ein starker Wille sich in einem Menschen vereinen, kann Großes erreicht werden. Ein solcher Mensch ist Günter Schink aus Breitenau. Vor 25 Jahren fasste er den Mut, den Hafen eines sicheren Arbeitsplatzes als Betriebsleiter "Metallbau" beim Wiesenfelder Büromöbelhersteller Leuwico zu verlassen und sich mit einem Betrieb für Blechbearbeitung und Metallbau selbstständig zu machen. Dem gelernten Schlosser lag der Umgang mit dem Werkstoff Metall im Blut. "Schon mein Vater und mein Großvater waren Schmiede", erinnert sich Günter Schink.

Er erkannte 1995 die Zeichen der Zeit, als die kontaktlose Blechbearbeitung mittels Laserschneideanlagen langsam in den Betrieben Einzug hielt. Mit einem Außendienstmitarbeiter des Herstellers von solchen Maschinen sprach er über seine Pläne, sich selbstständig zu machen. "Der sagte einfach: mach‘s. Und ich hab‘s gemacht", erzählt Günter Schink vom "Urknall" seines Unternehmens. Aber ganz allein hat er sich nicht auf die Reise gemacht. Seine Frau Edda war von seiner Idee überzeugt und stand an seiner Seite. "Ohne sie hätte ich es nicht geschafft", gesteht Günter Schink.

Woher sollte das Startkapital kommen?

Bevor er seine Idee umsetzen konnte, musste noch eine gewaltige Hürde genommen werden. "Wir brauchten ein Startkapital von 1,4 Millionen Mark", erinnert sich der Firmengründer. Es sei alles andere als einfach gewesen, Banken von dem Konzept zu überzeugen. Dann hatte Schink die Idee, einen Unternehmensberater mit ins Boot zu nehmen. Dieser Umweg habe sich gelohnt, sagt Schink. Ein Kreditinstitut habe ihm schließlich die Finanzierung zugesagt, es sei heute die Hausbank seines Unternehmens.

Fertigungshallen wurden im Vorderen Floßanger in Coburg gefunden. Sehr gut kann sich Günter Schink an seinen ersten Auftrag erinnern: "Unser erster Kunde war die Firma Lasco aus Coburg." Der Starschuss war gefallen, und die Qualität, die das junge Unternehmen produzierte, sprach sich schnell herum. Es flatterten ständig Aufträge ins Haus, so dass sich schnell abzeichnete, dass der Platz in Coburg nicht ausreichen wird. Man musste sich nach einem neuen Standort umsehen. Einer glückliche Fügung war es zu verdanken, dass Günter Schink ein etwa ein Hektar großes Grundstück in seinem Heimatort Breitenau erwerben konnte.

Ab 2000 wurde in Breitenau produziert

Im Jahr 2000 war es dann so weit: Die erste Halle in dem Bad Rodacher Stadtteil konnte bezogen werden. Das Unternehmen kletterte die Erfolgsleiter weiter hinauf. In den Jahren 2008, 2014 und 2019 wurden Lager und Produktionsfläche erweitert.

Der Blick nach vorne prägte von Beginn an das Unternehmen. So sorgte der damals 45-jährige Firmengründer schon früh dafür, dass die Nachfolge geregelt ist. Im Jahr 1997 trat sein Sohn Stephan in das Unternehmen ein. Stephan Schink ist 2005 Geschäftsführer und leitet das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Manuela. Dass die Firma auch in schwierigen Zeiten immer sicher Klippen umschifft hat, liegt nach Worten von Stephan Schink an drei Fakten: "Wir haben ständig in neue Technologien investiert, sind von den Produkten her sehr breit aufgestellt und legen absoluten Wert auf Zuverlässigkeit und hohe Qualität." Aus den zarten Anfängen wurde ein Betrieb, der 45 Mitarbeitern eine berufliche Heimstadt bietet.

Zukunftsfähig zu sein heißt für Stephan Schink auch, in den Nachwuchs zu investieren. So bildet er technische Produktdesigner, Industriekaufleute sowie Maschinen- und Anlagenführer aus. Im 25. Jahr des Bestehens kann man in Breitenau auch eine Premiere feiern. "Das erste Mal bilden wir eine junge Dame zur Konstruktionsmechanikerin aus", berichtet Stephan Schink stolz. Auch freut sich die Familie Schink, dass mit Klaus Rosenbusch ein Mitarbeiter der ersten Stunde noch mit an Bord ist. "Er hat die Personalnummer eins", ließ Stephan Schink wissen. Froh ist der Geschäftsführer, dass sein Vater im Alter von 69 Jahren immer noch ins Unternehmen kommt und seinen reichen Wissensschatz einbringt: "Das ist unbezahlbar."

Enttäuscht von der Stadtpolitik

Bei aller Freude über das erfolgreiche Unternehmen, das die Familie aufgebaut hat, macht sich im Jubiläumsjahr doch etwas Enttäuschung breit. "Wir haben uns, wie andere Unternehmen auch, bewusst für Bad Rodach entschieden und auf viel Geld dadurch verzichtet, dass wir den Verlockungen hoher Fördergelder aus Thüringen nicht gefolgt sind", erklärt Günter Schink. Umso mehr sei man über das derzeitige Verhalten der Kurstadt frustriert, die den Betrieben vorrechne, wie viel Geld diese durch eine niedrige Gewerbesteuer gespart hätten, um damit eine Erhöhung dieser Einnahmequelle zu rechtfertigen.

Das offizielle Firmenjubiläum wurde auf 1. Oktober gelegt, da an diesem Tag aus dem Einzelunternehmen die heutige Kapitalgesellschaft wurde. "Wir begehen das Jubiläum coronabedingt im kleinen Rahmen", ließ Stephan Schink wissen.