Coburg
Kommunalwahl

Birgit Weber will Coburg durch die Wirtschaft stärken

Birgit Weber sieht sich als Teil eines Teams. Die CSU-Kandidatin für das Amt des Coburger Oberbürgermeisters setzt deshalb beim Wahlprogramm auf die Kompetenz von Arbeitskreisen. Priorität hat darin die Wirtschaft.
Oberbürgermeister-Kandidatin Birgit Weber stellt zusammen mit Fachleuten aus der Partei das Wahlprogramm der CSU vor.  Foto: Helke Renner
Oberbürgermeister-Kandidatin Birgit Weber stellt zusammen mit Fachleuten aus der Partei das Wahlprogramm der CSU vor. Foto: Helke Renner
Zu Beginn Birgit Webers Bekenntnis: "Coburg hat es verdient, eine blühende Stadt zu sein." Und dafür sei eine starke Wirtschaft notwendig. Deshalb bildet dieser Punkt die stärkste der vier Säulen des Wahlprogramms. Beschäftigt hat sich damit der Arbeitskreis Wirtschaft. Das erklärte Ziel dieses Arbeitskreises formuliert IHK-Präsident Friedrich Herdan so: "Wir bauen die Marke Coburg aus". Das passiere derzeit nur mäßig. "Es reicht nicht, mit Schmätzchen und Bratwurst zu werben, wir brauchen ein klares Konzept", sagt er. Zum Beispiel Coburg als Kultur- und Kongressstadt und ein Stadtmarketing, das nach innen und außen wirkt. Bisher werde auf diesem Gebiet konzeptlos gearbeitet.
Um Kongresse und Touristen nach Coburg holen zu können, sei eine Zusammenarbeit mit benachbarten Landkreisen nötig.

Friedrich Herdan ist davon überzeugt, dass sich ein Kongresshotel trotz momentan noch fehlender Investoren auf den Weg bringen lässt. "Aber wir brauchen keinen neuen Wettbewerb, Ideen gibt es genügend. Wir sollten sie zusammenfassen und uns dann um eine Fremdfinanzierung kümmern." Sehr deutlich spricht sich der IHK-Präsident gegen eine Erhöhung der Gewerbesteuer aus. Er verweist darauf, dass Coburg mit 1784 Euro Steuereinnahmen pro Kopf schon heute in einer komfortablen Situation sei. Der bayerische Durchschnitt liege bei 550 Euro pro Kopf.

Haushalt sanieren

"Wir kämpfen stattdessen für eine Haushaltssanierung", sagt Friedrich Herdan. Es sei ein Verbrechen, den Kindern die Schulden von heute aufzubürden. Thomas Bittdorf ergänzt, dass der Stadtkämmerer schon seit Jahren auf die schwierige finanzielle Situation hinweise. "Wir sind der Ansicht, dass man die Kosten in der Verwaltung senken könnte - und zwar verträglich, ohne Entlassungen." Er denke da an das Zusammenlegen von Abteilungen oder das Ausgliedern von Aufgaben. Birgit Weber plädiert dafür, in dieser Sache mit den Verwaltungsmitarbeitern zusammenzuarbeiten, Synergien zu nutzen.

Friedrich Herdan sieht auch bei den kommunalen Betrieben Sparpotenziale. Kulturelle Einrichtungen sollten mit mehr Kostendeckung arbeiten. Für das Landestheater wünsche er sich eine noch bessere Auslastung. Insgesamt sollten die freiwilligen Leistungen reduziert werden.

Für den Verkehrslandeplatz

Ein weiteres Ziel der Coburger CSU formuliert Thomas Bittorf so: "Wir wollen die Infrastruktur verbessern." Das heißt für ihn zum Beispiel schnelles Internet in der gesamten Stadt. Friedrich Herdan spricht sich für einen ICE-Systemhalt, Parkflächen am Bahnhof, ein Verkehrsleitsystem und einen neuen Verkehrslandeplatz aus. Für Letzteren liefen derzeit die Verhandlungen. "Die Wirtschaft boomt im Moment in Coburg." Vielleicht lasse sich da auch mal über Public-Private Partnership, also eine Partnerschaft zwischen öffentlicher Hand und Unternehmen nachdenken. Auch Leasing- und Factoring-Modelle seien denkbar.

Birgit Webers Lieblingsprojekt ist die Itz - sagt sie. Sie möchte den Fluss erlebbarer machen. Dafür haben Architekten und Baufachleute in der Partei eine Reihe von Ideen ausgearbeitet. Uli Müller stellt sie vor. Eine Landesgartenschau könnte seiner Ansicht nach hilfreich sein, sich an das Projekt Itz zu wagen. Außerdem hält er das Terrain um die Mohrenbrücke für ausbaufähig, zum Beispiel durch ein Café am Ufer der Itz.

Um das Band der Wissenschaft auf dem Güterbahnhofsgelände besser an die Stadt anzubinden und Firmen, die sich dort niederlassen, entgegenzukommen, schlägt er vor, eine Brücke über die Itz zu bauen. Der Fluss könnte angestaut und an seinem Ufer ein Radweg angelegt werden. Boxen für Café und Imbiss wären in diesem Bereich möglich und gut für die Mitarbeiter der umliegenden Firmen.

Jürgen Oehm spricht von konkreten Vorstellungen für die Entwicklung des Postareals. Und auch für das Parkhaus Post gebe es Ideen, wie es ohne großen Aufwand, barrierefrei umgestaltet werden könnte. "Lassen Sie sich überraschen, da kommt noch mehr", sagt Uli Müller dazu.