Die Lutherschule und das zweigeschossige Wohnhaus Goethestraße 1 werden durch ein innenliegendes Treppenhaus im Schulgebäude miteinander verbunden. Ein dreigeschossiger Neubau im Innenhof der Lutherschule (dieser Hof ist von der Straße aus nicht einzusehen) soll den Flächenverlust komplett ausgleichen. Darauf einigte sich der Bau- und Umweltsenat und beauftragte am Mittwoch das Hochbauamt mit Entwurfsplanung und Kostenberechnung.

Wie berichtet, soll das städtische Kinderhaus aus dem stark sanierungsbedürftigen Kyrill-Palais beim Landestheater ausziehen und an der Goethestraße eine neue Unterkunft finden. Zusammen mit der Lutherschule soll ein sogenanntes Bildungshaus entstehen.
Dazu erhalten die beiden Gebäude eine bauliche Verbindung.
Hochbauamtschef Peter Cosack erinnerte daran, dass sowohl die Lutherschule als auch das ehemalige Wohn- und Geschäftshaus Goethestraße 1 ein Hochparterre hätten, aber beträchtliche Unterschiede in den Höhenlagen und -entwicklungen der Geschosse aufwiesen. Der Unterschied betrage rund 1,80 Meter. Die größte Herausforderung stellten die bauliche Verbindung und die damit verbundene, gesetzlich geforderte, barrierefreie Erschließung der beiden Häuser dar.


Übergreifende und gemeinsame Nutzung

Dem städtischen Kinderhaus sollen das Erdgeschoss des Schulgebäudes sowie sämtliche Stockwerke des Gebäudes Goethestraße 1 zur Verfügung stehen. Die Grundschule wird im ersten und zweiten Obergeschoss der Lutherschule untergebracht. Abstell- und Lagerräume gibt es im Keller und in einem Teil des Dachgeschosses. Diese nutzt die Grundschule. Die übergreifende und gemeinsame Nutzung von Räumen wird im pädagogischen Konzept, welches derzeit erarbeitet wird, näher geregelt. Geprüft werden soll, ob Erweiterungsmöglichkeiten in der unmittelbaren Nachbarschaft der beiden Gebäude bestehen.

Nach der einhelligen Ansicht des Bau- und Umweltsenats ist dem städtischen Hochbauamt eine sehr gute Planung gelungen. Zumal Schulaufsicht und Denkmalschutzamt zugestimmt haben. In der Lutherschule entsteht im Flügel neben dem Haus Goethestraße 1 ein neues Treppenhaus mit Aufzug. Ein Anbau verbindet dann über Flure die beiden Häuser miteinander. Im Innenhof der Lutherschule entsteht ein Anbau, der den Verlust an Schulzimmern wegen des neuen Treppenhauses ersetzt.


Natürlich wurde übers Geld geredet

Die bislang nur geschätzten Kosten angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt nahmen größeren Raum in der Diskussion des Bau- und Umweltsenates ein. Immerhin wird über einen Betrag von 4,6 Millionen Euro geredet. "Wir haben in der Stadt mit der Lutherschule eine nur zum Teil genutzte Immobilie", so CSB-Stadtrat Hans-Heinrich Ulmann. Die Schule habe in den vergangenen Jahren Klassen verloren. Mit dem seit vielen Jahren geforderten Umzug des Kindergartens werde der Schulstandort gesichert. "Lasst uns das endlich anpacken", appellierte Ulmann.

Für Andreas Gehring (SPD) und Peter Kammerscheid (Pro Coburg) sind einerseits die Kosten für die Kindertagesstätte zu sehen, zum anderen werde man um Sanierungsarbeiten in der Lutherschule nicht herumkommen. Die letzten größeren Arbeiten dort fanden vor 30 Jahren statt, "und es gibt Probleme mit den alten Wasserleitungen", ergänzte Thorsten Huld vom Hochbauamt der Stadt.

Einzig SBC-Stadtrat Mathias Langbein erachtete das Projekt als zu teuer und mit zu vielen Unsicherheiten versehen. Er plädierte dafür, auch über einen neuen Standort für das Kinderhaus nachzudenken, und stimmte dagegen.

Nach den Worten von Sozialreferent und Bürgermeister Thomas Nowak (SPD) seien die Vorbehalte gegen das Bildungshaus in der Kindertagesstätte ausgeräumt, während es im Elternbeirat und der Schulleitung der Lutherschule noch Vorbehalte gebe. Nowak widersprach der Darstellung, Kritiker seien "mundtot gemacht worden".


Sanierung der Heiligkreuz-Schule

Die Generalsanierung der Heiligkreuz-Schule wird nach den Berechnungen des städtischen Hochbauamtes rund 6,1 Millionen Euro kosten. Eine neue Haustechnik und erhebliche Reparaturen sind an dem unter Denkmalschutz stehenden und reich verzierten Gebäude nötig. Der erste von insgesamt vier Bauabschnitten wird mit etwa 1,7 Millionen Euro zu Buche schlagen. Dazu wurden Sanitäranlagen, Heizung, Lüftung, Elektroinstallation und die Baumeisterarbeiten ausgeschrieben. Das Ausschreibungsergebnis ergab im Vergleich zur Kostenberechnung höhere Kosten von rund 135 000 Euro, sagte Gerald Hellmuth vom Bauinvestitionscontrolling der Stadt. "Bei den Baumeisterarbeiten lagen unerwartet hohe Angebotssummen vor." Vor der weiteren Vergabe suchte das Hochbauamt nach Einsparungen und konnte die zu erwartenden Ausgaben um rund 100 000 Euro "drücken". Nun beträgt die Abweichung von den ursprünglichen Berechnungen ein halbes Prozent.
Weniger Kosten verursachen werden die Flachheizkörper anstelle der Röhrenradiatoren. Ob das Licht in den Klassenräumen stufenlos dimmbar sein muss, darüber machen sich die Experten noch ihre Gedanken.


Jede Menge Altlasten auf dem Güterbahnhofgelände kommen auf eigene Sammelstelle

Bei der Entwicklung des ehemaligen Güterbahnhofes werden Tausende Tonnen Altlasten anfallen. Das wiederum zieht mehrere Millionen Euro Aufwand für die Entsorgung nach sich. Das erklärte am Mittwoch in der Sitzung des Bau- und Umweltsenats der Leiter des Coburger Entsorgungs- und Baubetriebs (CEB), Gerhard Knoch. Er bekam vom Senat grünes Licht für den Bau einer Zwischenlagerfläche auf dem Gelände des alten Güterbahnhofes für eben diese Altlasten. "Aus über 100 Jahren Bahn- und Gewerbebetrieb gibt es eine flächige belastete Altablagerung mit einer Mächtigkeit zwischen zwei und vier Meter", erklärte Knoch.

Für die Entwicklung des Güterbahnhofareals muss alles Abbruch- und Aushubmaterial nach dem Abfallrecht untersucht werden, bevor es zum Abtransport kommt. Dafür soll die befestigte Sammelstelle (20 mal 60 Meter) für das zu untersuchende und dann zu entsorgende Material errichtet werden, bis der Verwertungs- oder Beseitigungsweg feststeht. Die Kosten bezifferte Knoch auf circa 90.000 Euro. Die Sammelstelle soll für alle anstehenden Bauarbeiten auf dem Gelände genutzt werden, nicht jedoch für Material von anderen Bauarbeiten. Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre würden zwischen 75 und 150 Euro je Tonne bei kleinen Mengen anfallen, für größere Mengen Altlasten reduziere sich der Preis auf 35 bis 100 Euro je Tonne, erklärte Knoch.
Die asphaltierte Sammelstelle entsteht etwa in Höhe der alten Pakethalle an der Böschung zur Itz und soll fertig sein, wenn im November mit den Bauarbeiten für die neue Brücke über die Itz begonnen wird.


Weitere Seniorenresidenz

Senioren- oder Servicewohnungen sowie andere betreute Wohnformen für ältere Menschen erleben aktuell einen Boom in Coburg: Nachdem der Regionalverband Coburg des Arbeiter-Samariter-Bundes ein großes Projekt im Weitramsdorfer Ortsteil Weidach verwirklichen wird und den Bau von 80 derartigen Wohnungen neben seinem Seniorenheim auf der Bertelsdorfer Höhe Anfang der Woche vorgestellt hat, gab es in der Sitzung des Bau- und Umweltsenates am Mittwoch detaillierte Informationen über eine weitere Seniorenresidenz, die ebenfalls auf der Bertelsdorfer Höhe entstehen wird. Die Firma Seniorenresidenz Coburg, Max-Böhme-Ring UG & Co. KG aus Saarbrücken beabsichtigt, auch am Max-Böhme-Ring zu bauen. Geplant sind 93 Einzelzimmer und sieben Doppelzimmer, die sich auf mehrere Wohngruppen verteilen. Kurzzeitpflegeplätze und betreutes Wohnen sind darüber hinaus geplant. Die Zimmer erstrecken sich über vier Geschosse. In der obersten Etage sind elf Wohnungen mit einer Größe zwischen 40 und 85 Quadratmetern geplant. In einer Tiefgarage haben 26 Fahrzeuge Platz, weitere Stellplätze soll es vor dem Gebäude geben. Die Pläne sehen auch ein Bistro oder Café im Erdgeschoss mit Terrasse im Innenhof vor. Das Café soll öffentlich sein.

Im Anschluss an das lange Wohnhaus, welches zwischen dem Streifweg und dem Max-Böhme-Ring steht, wird das U-förmige Gebäude auf einem 4200 Quadratmeter großen Grundstück hochgezogen.

Peter Donauer (Immobilien GmbH, Saarbrücken) erklärte dem Bausenat, sein Unternehmen sei seit etwa 20 Jahren in diesem Geschäft tätig. Man habe sehr gute Erfahrungen gemacht, wenn Seniorenwohnungen in der Nähe von Schulen oder Kindergärten angesiedelt würden. "Jung und Alt, Alt und Jung, das funktioniert gut miteinander", erklärte er. Ein Grundstück mit größerer Nähe zur Innenstadt wäre besser gewesen, "aber da war nichts Angemessenes zu bekommen". Als Betreiber dieser Senioren-Wohnanlage kommt die in München ansässige Firma Curanum in Betracht. Nach eigenen Worten waren bei der Saarbrücker Immobilienfirma drei potenzielle Betreiber für das Projekt auf der Bertelsdorfer Höhe vorstellig gewesen.
Der Bau- und Umweltsenat nahm die Pläne zur Kenntnis und zeigte sich zufrieden, dass ein weiteres Grundstück auf der Bertelsdorfer Höhe bebaut wird.