Mehr als 50000 Gegenstände umfasst die Sammlung der Alten Schäferei. Diese umfangreiche Kollektion wurde von der Gründergeneration des Museums geschaffen und stellt bis heute das Herzstück dar. Allerdings sind viele dieser Gegenstände, die aus Holz oder einfachem Metall gearbeitet sind, in einem schlechten Zustand, von Schädlingen befallen und wurden ungünstig gelagert.

Um in ein paar Jahren nicht vor einem "Berg an Staub und Sägespänen" zu stehen, ist es wichtig, eine dauerhafte Lösung in Form eines Depotneubaus zu schaffen. Nach der Sicherung einer fast 90-prozentigen Finanzierung und hohen Spenden - die ausschließlich für dieses konkrete Projekt erfolgten, also in keine anderen Bereiche der Gemeinde fließen dürfen - erfolgten die konkreten Planungen. Eine Änderung des Flächennutzungsplans, Gutachten des Naturschutzes und ein landschaftspflegerischer Begleitplan mit Ausgleichsmaßnahmen wurden erstellt. Erste Arbeiten für die Rodung des Baufensters haben begonnen. Diese Arbeiten finden verhältnismäßig früh statt, bevor die Vögel ihre Brutsaison beginnen. Im Sommer werden die Erdarbeiten folgen.

Wiederbepflanzung ist genau ausgearbeitet

Die Gemeinde hat bereits konkrete Pläne erstellt, um das Gelände nach Fertigstellung (große Teile liegen unter der Erde) wieder zu bepflanzen und in unmittelbarer Nähe einen Ausgleich vorzunehmen.

Gemeinsam mit dem Architekturbüro Archi viva aus Coburg, weiteren Fachplanern und dem Museum als späterem Nutzer wurden in den vergangenen Monaten die ursprünglichen Grundrisse und Planansätze mit Blick auf Arbeitsorganisation und Kosten überarbeitet. Veränderungen gibt es dabei weniger in der Kubatur des Baukörpers als in den räumlichen Zuschnitten und Nutzungen.

Schwerpunkte waren besonders die Erweiterung der Lagerflächen im Depot, eine Öffnung für die Bevölkerung in Form eines von außen sichtbaren Bearbeitungsraumes, die Verkleinerung der Haustechnik durch eine Optimierung der Lüftungs-, Heiz- und Klimatechnik sowie die Veränderung der Büro- und Sozialräume mit dem Ziel, die Kosten zu optimieren. Gleiches gilt auch für einen barrierefreien Zugang.

Wichtig bei diesem Schritt war es, den Bau noch einmal vom Ergebnis her zu überdenken und bereits frühzeitig zum Beispiel die notwendigen Regale und Lagermöglichkeiten so zu planen, dass teure Sonderanfertigungen vermieden werden können. Hierbei kamen insbesondere von Diplom-Restaurator Bernhard Klemm entsprechenden Hinweise, Entscheidungshilfen und fachliche Unterstützung.

Eingrünung genau vorgegeben

Als der landschaftspflegerische Begleitplan erstellt wurde, wurde die Fläche, in die für den Depotneubau eingegriffen wird, in der artenschutzrechtlichen Prüfung als eine verwilderte, heckenumsäumte Gartenfläche mit Streuobstbestand und Wildwuchsgebüschen beschrieben. Kartiert wurde diese Fläche mit der Bezeichnung "strukturreiche Gartenanlage mit Einzelbäumen älterer Ausprägung". Um das Baufeld frei zu machen, wird ein Großteil der vorhandenen Hecken und Gehölze entfernt. Wenn das Zentraldepot gebaut ist, muss als Ersatz und zum Ausgleich für die Rodung ein Staudensaum mit Sträuchern und Solitärbäumen angelegt werden. Die Dachbegrünung erfolgt mit Extensivgrünland. Zusätzlich werden auf einer nahe gelegen Ackerfläche Obstgehölze auf mäßig artenreichem Grünland und eine umgebende mehrreihige Hecke gepflanzt.

"Ein Depot mit Büro- und Arbeitsflächen ist auch eine wichtige strategische Entscheidung für den Fortbestand unseres gesamten Museums", ist sich Bürgermeister Martin Finzel sicher. Er fügt hinzu: "Nur mit einer geordneten und gut erhalten Sammlung als Basis kann das Museum gut arbeiten und den weiteren großen Schritt gehen, eine Neuausrichtung der Dauerausstellung und der Museumsarbeit. In Form eines Vorkonzepts werden aktuell auch dafür die Weichen gestellt."red