"Wir haben ihm das Bäumchen sozusagen zur Schuleinführung geschenkt", erklärt Dietmar Hopf. Ein Kastanienbaum also anstelle einer Zuckertüte? "Nee, die gab es auch", sagt Moritz. Und: "Schule ist schön. Sport macht viel Spaß." Aber einen Baum pflanzt er zum ersten Mal, obwohl er zu Hause im Garten schon beim Umgraben geholfen habe.

Es gibt verschiedene Anlässe, im Neustadter Familienwald einen Baum zu setzen. Insgesamt wurden bei der dritten Pflanzaktion 13 Jungbäume von zwölf verschiedenen Familien und Gruppen gepflanzt. Nicht nur Kastanien gehörten dazu, sondern auch Roteichen, Linden und eine Walnuss. "Unser Wald und die Pflanzaktionen wurden bisher gut angenommen", freut sich Frank Röser, Leiter der städtischen Bauverwaltung. Und Röser lobt den tatkräftigen Einsatz der Bauhofmitarbeiter, "die sogar nach ihrer normalen Arbeitszeit mitgeholfen haben".

Christine Weiß (46) und ihre Töchter Sabine (21) und Mirjam (15) wollen mit ihrer Pflanzung ein Zeichen setzen. "Die Natur ist uns wichtig. Und da an anderen Orten in Neustadt alte Bäume gefällt wurden, haben wir jetzt einen Ersatz geschaffen", sagt die Mutter. Außerdem habe sich Mirjam so einen Baum gewünscht. "Nostra arbor bona crescat et pulchra floreat", steht auf dem Schildchen an der Pflanze und Sabine übersetzte: "Möge unser Baum gut wachsen und schön blühen."

Ein Baum zum Jubiläum


An anderer Stelle haben die Sportkegler einen Baum gepflanzt. "Wir möchten damit an das 50-jährige Bestehen unseres Vereins erinnern", erklärt Kegelbruder und Stadtrat Ulrich Bieberbach. Auf einem Schild an einem weiteren Bäumchen steht: "In Dankbarkeit und Freude zur Geburt von Greta. 27.7.2012". Selbstverständlich war Greta, noch keine drei Monate alt, auf dem Arm von Mama Bettina Hopf dabei, als der Baum gesetzt wurde. Auch die Schulentlassenen von 1962 nutzten die Möglichkeit, mit einer Pflanzung auf das halbe Jahrhundert zu verweisen, das seit dem Verlassen der Schule inzwischen hinter ihnen liegt.

Neben erfreulichen gibt es auch traurige Anlässe für eine Pflanzaktion. "Mein Mann ist im März verstorben", sagt Sabine Fischer. "Er ist in der Lindenstraße aufgewachsen, deshalb haben wir zur Erinnerung eine Linde für ihn gepflanzt." Nicht weit von der jungen Linde steht seit ein paar Monaten eine kleine Eiche. "Die erinnert an die Eltern meines Mannes, Emil und Emmy", sagt Sabine Fischer. "So ein Familienwald ist eine wirklich schöne Sache."