Allmählich bekommt der "Itzgrundmarkt" ein Gesicht. Zu Wochenbeginn hat eine Firma mit der Außenisolierung des ehemaligen Edeka-Marktes begonnen, innen schaut die Sache auch schon gut aus: "Die Elektroinstallation und die Heizung sind fertig", sagt Wolfgang Vogt und überlegt schon wieder, was er als nächstes tun soll. Denn der Zeitplan steht: Ab dem Samstag, 1. Juli, soll es wieder ein Nahversorgungsangebot im Itzgrund geben. "Zumindest haben wir diesen Termin jetzt mal angepeilt", ergänzt Vogt grinsend.

Dieter Scherbel, Gemeindegeschäftsleiter und wie Vogt Sprecher des Gesellschafterrates, ist überzeugt, dass der Zeitplan bis zur Eröffnung im Sommer zu schaffen ist. Er jedenfalls sieht den Itzgrundmarkt "im grünen bis hellgrünen Bereich". Gerade hinter den Kulissen hat sich in den vergangenen Wochen viel getan. Beim Personal sind schon jede Menge Bewerbungen angekommen. Diese werden derzeit gesichtet, schon bald wird es - gemeinsam mit dem erfahrenen "Dorfladen-Berater" Wolfgang Gröll - die ersten Einstellungsgespräche geben. Da wird sich dann auch die Frage klären, wie die Geschäftsleitung für den "Itzgrundmarkt" aufgestellt wird. Derzeit besteht sie aus drei Mitgliedern des Gesellschafterrates.


Erste Entwürfe für Lieferverträge

Selbst die Gestaltung des Sortiments ist inzwischen Thema in den Gesprächen zwischen Berater Gröll und dem Gesellschafterrat. Die ersten Entwürfe für Lieferverträge liegen schon auf dem Tisch. Klar ist, dass im Laden regionale Produkte eine wichtige Rolle spielen sollen. "Übertreiben" und damit Kundschaft wie Personal vielleicht sogar überfordern will es Markt-Sprecher Dieter Scherbel dabei aber nicht: "Wichtig ist, dass wir am 1. Juli ein ordentliches Grundsortiment haben." Darauf könne man dann aufbauen und je nach Wunsch der Kundschaft regionale Produkte in die Regale aufnehmen. Denn so groß der "Itzgrundmarkt" von außen auch erscheint - selbst im Gebäude an der Gartenstraße ist der Platz nicht unendlich. "Bei jedem neuen Artikel sollen wir überlegen, ob wir dafür nicht einen alten heraus nehmen" - das hat Wolfgang Gröll dem Gesellschafterbeirat mit auf den Weg gegeben, erzählt Wolfgang Vogt. Insgesamt empfahl Gröll, der in den vergangenen 20 Jahren unzählige Dorfläden in ganz Deutschland auf ihrem Weg in den Erfolg begleitet hat, den Kaltenbrunnern eine Sortimentsgröße von 2500 bis 3000 Artikeln.


Gesellschafter dürfen schauen

Einen exklusiven Einblick in den Stand der Arbeiten erhalten die stillen Gesellschafter bei einer Informationsveranstaltung am ersten Aprilwochenende. "Sie bekommen alle bald eine Einladung", sagt Vorstandsmitglied Scherbel. Und vielleicht, hofft der Gemeindegeschäftsleiter, finden sich noch ein paar Personen oder Institutionen, die sich mit Geschäftsanteilen am "Itzgrundmarkt" beteiligen wollen. Gut, versichert Scherbel, "unser finanzieller Grundstock ist solide". Reichlich über 40.000 Euro Anteile wurden bislang gezeichnet. Das genügt als Startkapital, aber Dieter Scherbel hat da noch eine Traum-Zahl im Hinterkopf herumschwirren: "70.000 Euro - das wäre die ideale Zahl. Je mehr Eigenkapital wir haben, desto besser." Die Ausgaben für den baulichen Teil sind ohnehin anderweitig abgesichert. 325.000 Euro stehen für den Markt insgesamt im Haushalt der Gemeinde Itzgrund, dabei kommen 150.000 Euro als Zuschuss vom Amt für ländliche Entwicklung, weil in Kaltenbrunn ein Projekt der Dorferneuerung angelaufen ist.


Vogt ist ein Arbeitstier

In baulicher Hinsicht stehen noch einige Bereiche an, bei denen Vogt und Scherbel noch einmal auf die Mithilfe der Kaltenbrunner bei Arbeitseinsätzen hoffen. So soll neben dem "Itzgrundmarkt" eine über 30 Quadratmeter große Terrasse entstehen - wenn da gepflastert wird, ist jede helfende Hand willkommen. Vogt freut sich sichtlich auf die neue Möglichkeit, neben dem Markt im Freien zu sitzen: "Das wird eine schöne Sache." Zugang zur Terrasse besteht auch über den Mehrzweckraum, der im Bereich des ehemaligen Haupteingangs liegt. Dort sollen künftig Aktionen und Ausstellungen des Marktes stattfinden, aber vermutlich auch die Kaltenbrunner Vereine einen Treffpunkt für Sitzungen oder Besprechungen bekommen. Neu angelegt und gepflastert werden auch die Parkplätze, elf Stück sollen es mindestens werden, erklärt Dieter Scherbel, den Wolfgang Vogt mit seinem Engagement in den vergangenen Wochen gewaltig beeindruckt hat.

300 Arbeitsstunden, mindestens, hat Vogt als Vorsitzender des Gesellschafterrates auf der Baustelle zugebracht. "Er ist der Kopf dieses Projektes" - das steht für Scherbel außer Frage.Wer handwerklich mit anpacken und den "Itzgrundmarkt" voranbringen will, kann jeden Samstag ab 9 Uhr in die Gartenstraße bekommen. Ansprechpartner ist Wolfgang Vogt (Telefon 09533/1291). Aktuelle Informationen zu den Arbeitseinsätzen beim "Itzgrundmarkt" gibt es auch auf der Homepage der Gemeinde: www.itzgrund.de