Seit 15 Jahren steht das ehemalige Obi-Gebäude in Rödental mittlerweile leer. Nur durch ein lebensgroßes Schild mitten auf dem Gelände wird deutlich, dass sich hier zeitnah etwas tun wird: Der Wertstoffhof in Blumenrod schließt und wird zum 1. Juli auf dem Parkplatz neu eröffnet. Doch das ist nicht die einzige Neuerung für das Gelände. "Die Rödentaler Firma Casa Castello wird hier ihren Zweitsitz eröffnen", kündigt Marco Steiner, Bürgermeister der Stadt Rödental, an.

"Bereits vor acht Jahren hatte der Stadtrat entschieden, dass das 5500 Quadratmeter große Gelände nicht für den Einzelhandel verwendet werden soll", sagt Steiner. Seit er vor fünf Jahren zum Bürgermeister gewählt wurde, habe es bereits mehrere Interessenten für das Gelände gegeben. Doch durch die unterschiedlichen Preisvorstellungen der Interessenten und der Immobilienfirma, in deren Besitz sich das Gebäude befindet, stand das Areal bis heute leer. Erst kürzlich haben Peter Mechtold und Sven Lademann Interesse bekundet.

"Wir sind sehr froh, dass wir nur wenige Minuten von unserer Firma entfernt einen Zweitsitz gefunden haben", sagt Mechtold, Inhaber der Firma Casa Castello, die sich auf Inneneinrichtungen spezialisiert hat. Auf dem neuen Gelände soll der Standort der Tochterfirma Space Founder entstehen. "Die Räume werden hier nicht nur eingerichtet, sondern auch gebaut", verrät Mechtold.

Leichtbau-Gebäude aus Rödental

Space Founder hat sich auf den Bau von Leichtbau-Gebäuden fokussiert. "Nach drei Jahren Entwicklung können die Häuser nun in die Fertigung gehen. Das Obi-Gebäude muss noch so ertüchtigt werden, dass es für unsere Zwecke funktioniert", sagt Mechtold. Dennoch sieht er in der Nutzung des bereits bestehenden Gebäudes einen klaren Vorteil: "Wenn wir auf einer grünen Wiese gebaut hätten, wäre alles komplett unseren Vorstellungen entsprechend. Durch die Umnutzung haben wir aber einen klaren zeitlichen Vorsprung", sagt der Unternehmer. Das Gelände und die Immobilie hätten ihm einfach zugesagt. "Mit dem Gelände des ehemaligen Obi haben wir eine schnelle und zeitnahe Lösung gefunden, durch die wir zügig vorankommen können", sagt Sven Lademann, der bei Space Founder für die Technik zuständig ist.

Mechtold hat eine klare Vision: Das Gelände soll in einem oder eineinhalb Jahren von Space Founder genutzt und zur Fertigung und Ausstellung von Leichtgebäuden verwendet werden können. "Leichtgebäude können auch auf Häusern platziert werden, ohne deren Statik zu beeinflussen", erklärt er. Bereits jetzt hätte die Firma erste Anfragen und Bauaufträge.

Bei Space Founder sollen auch einige neue Arbeitsplätze entstehen. "Wir suchen unter anderem Monteure, Produktionshelfer, Schreiner, Lackierer und Personal für die Verwaltung", sagt Mechtold. Für den Start sollen zunächst zehn neue Mitarbeiter eingestellt werden, was sich mit der Zeit steigern wird. Steiner ist begeistert, dass ein ortsansässiges Unternehmen auf einem leerstehenden Gelände einen zweiten Standort gefunden hat.

Wertstoffhof auf dem Parkplatz

Für den neuen Wertstoffhof bleibt der hintere Teil des Parkplatzes. Bisher wurde dieser in Blumenrod von der Firma Veolia betrieben, deren Vertrag Ende Juni ausläuft. "Der Landkreis hat nach neuen Betreibern gesucht, aber kein Angebot aus der freien Wirtschaft erhalten", sagt Christian Kern, Aufgabenbereichsleiter Abfallwirtschaft beim Landkreis Coburg. Deshalb wurde nach einer Lösung durch die Kommune gesucht. "Das Personal wird hier durch die Gemeinde gestellt", so Steiner. Laut Kern ist es ohnehin nicht die Regel, dass Wertstoffhöfe durch externe Firmen betrieben werden.

"Auf dem hinteren Teil des Geländes werden Container unter einem winterfesten Zelt aufgestellt", erklärt Steiner. "Aluminium, Bauschutt, Altholz - alles, was in Haushälten an Müll anfällt, kann hier entsorgt werden", ergänzt Kern. Durch die Überdachung wird eine Beeinträchtigung der Umgebung verhindert. Der Wertstoffhof soll montags, mittwochs und freitags von 14 bis 18 Uhr geöffnet sein. Die Stadt Rödental sucht derzeit noch Personal für 13 Stunden pro Woche. "Der Wertstoffhof soll zunächst nur für zwei Jahre auf dem Parkplatz bleiben, während dieser Zeit werden wir nach einer langfristigen Lösung suchen", sagt Steiner.