Als ob die Situation für die Beschicker des Coburger Wochenmarkts derzeit nicht schon schwierig genug wäre: Am Mittwochmorgen (10. Februar 2021) kam zum Frust, dass sich die Corona-Beschränkungen negativ auf die Kundenzahlen auswirken, auch noch der Frost. Bei der Familie Gröner von der Gärtnerei Pressel aus Untersiemau fiel deshalb der Entschluss: Wir verzichten auf unseren Stand, verkaufen weder Blumen noch Obst oder Gemüse.

"Wenn es kälter als minus 10 Grad ist, gab es in der Vergangenheit immer mal wieder Probleme mit der Qualität der Ware", erklärt Michael Gröner im Gespräch mit dem Coburger Tageblatt. Salat leide sowieso bei extremer Kälte. Und wenn Kunden ihren Einkauf noch bis zum geparkten Auto am Anger tragen müssen, könne es passieren, dass beispielsweise Kartoffeln durch die eisigen Temperaturen unangenehm süß werden.

Etwas andere "Ernte" wurde angeboten

Doch die Gröners wollten ihren vielen Stammkunden am Mittwoch zumindest auf irgendeine Weise ein Zeichen geben, dass es sie sehr wohl noch gibt - und so entstand die Idee, am Wochenmarkt eine etwas andere "Ernte" aus einem der großen Pressel-Gewächshäuser in Untersiemau anzubieten: Eiszapfen!

Am Dienstag wurden die zum Teil bis zu 50 Zentimeter langen Teile vorsichtig vom Dach "gepflückt", am Mittwochmorgen wurden sie behutsam auf einem Tisch am Coburger Markt arrangiert. Dazu gab es ein Schild mit der Aufschrift "Heute im Angebot: frische Eiszapfen" sowie einem Lachgesicht. "Die Leute sollen in diesen schwierigen Zeiten auch mal etwas zu lachen haben", sagt Michael Gröner - "außerdem ist Fasching!"

Diese Einstellung ehrt ihn, denn die Kombination aus Corona-Frust und Sibirien-Frost hat der Gärtnerei Pressel am Mittwoch ganz konkret einen erheblichen Umsatzausfall beschert.

Freude über riesige Resonanz

Doch Michael Gröner gibt sich tapfer: "Vielleicht ist es am Samstag ja nicht mehr ganz so kalt - dann sind wir wieder mit unserem regulären Verkaufsstand auf dem Coburger Wochenmarkt dabei!"

Bis dahin können sich die Gröners an der riesigen Resonanz erfreuen (und vielleicht sogar erwärmen), die es auf ihre Aktion gab. So sorgte ein Foto vom Eiszapfen-Stand für Furore in den sozialen Medien. Hunderte klickten auf Facebook: "Gefällt mir!"

Einige Facebook-Nutzer wollten auch wissen, was denn die Eiszapfen gekostet haben. Antwort: natürlich nichts. Streng genommen waren die Eiszapfen sowieso ein (gewollter) Ladenhüter: Die meisten Passanten erfreuten sich einfach nur am Anblick des ungewöhnlichen Marktstands.