Was hat die Schaumzuckerware Marshmallows mit dem Abitur 2017 am Arnold-Gymnasium zu tun? Mit dieser Frage überraschte Oberstudiendirektorin Ursula Kick-Bernklau nicht nur die 98 Abiturienten, sondern auch die zahlreichen Gäste des Festaktes.
Zunächst zitierte sie den österreichischen Arzt Erwin Ringel: "Es geht nicht nebeneinander, und schon gar nicht gegeneinander, es geht nur miteinander." Dieses Miteinander hätten die Abiturienten des Jahrgangs 2017 umgesetzt: "Ihr habt die letzten acht Jahre an unserem Arnold-Gymnasium miteinander gearbeitet, gestöhnt und geschwitzt, aber auch miteinander gelebt, gelernt und gefeiert."
Ringel stand auch bei dem Motto der Verabschiedung Pate: "In einer echten Gemeinschaft wird aus vielen Ichs ein Wir." Den Absolventen attestierte die Schulleiterin: "Die kleinen zehnjährigen Ichs, die vor acht Jahren von Wolfgang Oswald begrüßt wurden, sind zu einer echten Gemeinschaft, einem Wir, zusammengewachsen."
Einen Grundstein für den Erfolg, den die jetzt ehemaligen Schüler einfahren konnten, sieht Ursula Kick-Bernklau in der Familie: "Eure Eltern haben viele Lernprozesse mit Euch durchlebt. Das war auch für sie nicht immer nur schön und einfach."
Heimat ist für die Schulleiterin der Ort, der einen geprägt hat. "Auch Eure Heimat hat in Euch investiert", meinte sie in Richtung der Abiturienten. Die Stadt Neustadt, der Landkreis Coburg und das Land Bayern hätten die Bildungseinrichtung immer unterstützt.


"Eine gewisse Verpflichtung"

Die Oberstudiendirektorin nahm die Absolventen somit in die Pflicht: "Die Solidargemeinschaft hat gewisse Vorleistungen erbracht und in Euch investiert. Deshalb habt Ihr auch gegenüber der Solidargemeinschaft eine gewisse Verpflichtung."
Schließlich löste Kick-Bernklau auch das Rätsel um die Süßwaren auf: Beim Marshmallow-Experiment fand Neuropsychologe Walter Mischel heraus, dass Diejenigen, die sich auf ein langfristiges Ziel konzentrieren, bessere Chancen haben, ein erfolgreiches und zufriedenes Leben zu führen. "Heute werdet Ihr endlich belohnt", stellte die Schulleiterin fest.
Landtagsabgeordneter Jürgen Heike (CSU), ein "Ur-Arnoldiner", wie er von Oberstufenkoordinator Rolf Otto bezeichnet wurde, stellte in seinem Grußwort heraus, dass die erfolgreichen Absolventen eine hervorragende Startsituation hätten. "Aber letztlich ist jeder seines eigenen Glückes Schmied", betonte Heike.
"Das Geld, das der Landkreis in die Bildung gesteckt hat, ist auf fruchtbaren Boden gefallen", meinte der stellvertretende Landrat Rainer Mattern (CSU). Das Arnold-Gymnasium bezeichnete er als eine bunte, weltoffene und tolerante Schule. Chancengleichheit sei auf der Welt nicht selbstverständlich.
Über die Bedeutung des Wortes "Abitur", das vom lateinischen Wort abire kommt und "davon gehen" bedeutet, philosophierte die Vorsitzende des Elternbeirates, Carolin Fricke.
Sophie Watermeier und Robert Heinze zeichneten den Weg zum Abitur aus Sicht der Absolventen auf. Obwohl sie dabei tief in die "humoristische Kiste" griffen, wurde deutlich, dass der Weg zum Reifezeugnis alles andere als ein Spaziergang war.


Vier Auszeichnungen

Den Ernst-Ludwig-Theodor-Bergmann-Preis erhielten die Schulbesten. Heuer konnte Zweite Bürgermeisterin Elke Protzmann zwei Absolventen auszeichnen: Laura Zeder und Aaron Kubat erreichten einen Notendurchschnitt von 1,0.
Den Preis der Klisch-Stiftung übergab Protzmann an Helen Klippert für ihre Seminararbeit im Fachbereich Mathematik. Klippert sei es gelungen, abstrakte Mathematik auf tägliche Gegebenheiten anzuwenden.
Lukas Heunisch wurde für sein Jahre langes selbstloses Engagement von der Vorsitzenden Hannelore Müller mit dem Sozialpreis des Fördervereins des Gymnasiums ausgezeichnet.
Eine Besonderheit war, dass die diesjährigen Absolventen für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung selbst verantwortlich zeichneten.