Jedes Jahr im Spätsommer bekommen die Unteren Naturschutzbehörden und ehrenamtlichen Fledermausschützer Anrufe von Menschen, die sich zum Teil sehr erschreckt haben, weil sich Fledermäuse in deren Wohnungen verflogen haben. Diese "Invasionen" finden jährlich zu dieser Jahreszeit statt.

Oftmals sind es einzelne Tier, manchmal aber auch größere Gruppen von Fledermäusen, die sich in der Nacht durch ein geöffnetes oder gekipptes Fenster in unsere Wohnungen verirren. Grund dafür ist, dass sich im Spätsommer die Wochenstuben (Geburtsgruppen) der Zwergfledermäuse auflösen, wie das Landratsamt Coburg am Donnerstag (13. August 2020) mitteilt.

Menschliche Wohnungen als Versteck auswählen

Die unerfahrenen Jungtiere machen sich folglich auf dem Weg in die Winterquartiere und suchen menschliche Wohnungen gerne einmal als Zwischenquartiere aus. Ein gekipptes Fenster sieht für die jungen Fledermäuse offenbar ihrem Sommerquartier recht ähnlich, wodurch sie denken, ein geeignetes Versteck gefunden zu haben und dort hineinfliegen.

Die Untere Naturschutzbehörde rät laut Landratsamt zu folgenden Tipps im Umgang mit Fledermäusen:

  • Bitte bewahren Sie in diesem Fall, dass sich eine Fledermaus in Ihr Zuhause verirrt hat, die Ruhe! 
  • Die Tiere finden den Weg über ein gekipptes Fenster ins Freie nicht mehr. Daher muss durch Öffnen von Fenstern und Gardinen über Nacht ein freier Ausflug für die Tiere geschaffen werden. 
  • Schalten Sie das Licht aus. 
  • Bis zum vollständigen Ausflug sollten beispielsweise Kakteen, Klebefallen und andere Einrichtungsgegenstände, an denen sich die Tiere verletzen könnten, aus dem Raum entfernt werden. 
  • Die Zimmertür zur restlichen Wohnung sollte geschlossen bleiben. 
  • Sind die Tiere schon länger eingeschlossen, werden sie recht schnell lethargisch und müssen zum Beispiel aus den Gardinen in einen Stoffbeutel oder einen Karton gesammelt werden. Dort hinein sollten Sie ebenfalls ein angefeuchtetes Tuch geben. An einem kühlen, dunklen und ruhigen Ort lässt man die Tiere schließlich bei Einbruch der Dämmerung ins Freie fliegen. Genauso verfährt man mit Tieren, die sich in Vasen, Töpfen oder Eimern oder hinter Wandteppichen, Heizkörpern, Bildern oder in sonstigen Spalten versteckt haben. 

Fledermäuse sind vollkommen harmlos. Die Tiere können selbst jedoch sehr erschrocken sein oder Angst haben, wenn sie auf Menschen treffen. Es kann passieren, dass sich die Tiere durch kräftiges Beißen wehren. deshalb sollte man die Tiere immer nur mit Handschuhen und sehr vorsichtig anfassen, um sie nicht zu verletzen und sich selbst zu schützen. 

Sind die nachtaktiven Tiere möglicherweise schwach oder verletzt, sollte man ihnen behutsam etwas Wasser verabreichen. Sollten Sie Probleme mit Fledermäusen haben, können Sie sich an die Unteren Naturschutzbehörden bei der Stadt oder am Landratsamt wenden.