Eine Bande georgischer Männer steht seit Montag vor dem Landgericht Coburg. Zwischen dem 27. Januar und dem 12. April 2014 verübten sie Einbrüche, bei denen sie Geld und Waren im Wert von circa 120 000 Euro erbeuteten und einen Sachschaden von rund 11 000 Euro anrichteten. In Weismain, Fürth, Burgkunstadt, Neustadt bei Coburg, Zirndorf, Gunzenhausen und Leipheim hatten sie es auf Tankstellen und einen Schreibwarenladen abgesehen.
Die Rechtsanwälte des 24-jährigen Giorgi V., des 26-jährigen Tengiz Z. und des 27-jährigen Gurami J. schlugen dem Gericht zu Beginn vor, sich im Vornherein auf eine ungefähre Höhe der Strafe zu einigen. Dann würden ihre Mandanten ein umfassendes Geständnis ablegen.
Verteidiger Sewarion Kirkitadse sah eine zweijährige Bewährungsstrafe als ausreichend an. "Dann können wir die Besprechung beenden.
Sachen, die irreal sind, sind für Besprechungen nicht geeignet", entgegnete Vorsitzender Richter Gerhard Amend. Da bisher nicht klar ist, welcher der Angeklagten bei welchem der Einbruch dabei gewesen war, könne man jetzt noch kein Strafmaß ansetzen, erklärte Amend.
Den Langfingern auf die Schliche gekommen ist die Polizei erst nach dem Einbruch in Neustadt bei Coburg. Am 13. März 2014 verschafften sich die Männer Zutritt zu einer Tankstelle. Einer der Täter wartete im Auto, während die anderen die Tür aufhebelten. Im Verkaufsraum verstauten die Täter Zigaretten im Wert von fast 25 000 Euro in Säcken. Als die Ehefrau des Tankstellenbetreibers den Tatort betrat, flüchteten die Einbrcher ohne Beute.
Nur wenige Tage später ereignete sich in Gunzenhausen ein Einbruch in eine Tankstelle. Daraufhin holte die Polizei Daten der Funkzellenüberwachung beider Tatorte ein und konnte die Handys der Täter ausfindig machen. Mit dem Auto waren die Komplizen auf dem Weg nach Altenkunstadt. Dort spähten sie eine weitere Tankstelle aus, in die sie einbrechen wollten, ließen von ihrem Vorhaben aber ab und entschieden sich für eine Tankstelle in Fürth. Auf der Autobahn Richtung Würzburg konnten Giorgi V. und Tengiz Z. gefasst werden. Gurami J. wurde von der Bundespolizei im Zug von Nürnberg nach Nordrhein-Westfalen samt Beute von 7 000 Euro geschnappt. Zwei weitere Täter befinden sich seitdem auf der Flucht. Der Prozess wird am Montag, den 19. Februar, um 9 Uhr fortgesetzt. Isabel Blömer