Der Klimaschutz im Landkreis Coburg soll vorangetrieben werden. Alle Kommunen seien gefordert, ihren Beitrag zu leisten, sagte Christian Gunsenheimer, der Klimaschutzbeauftragte des Landkreises, bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch. Gunsenheimer stellte dem Gemeinderat mögliche Ansätze vor, wie das Thema angegangen werden könnte.

Bislang sei der Klimaschutz in den Kommunen nur wenig geplant, so Gunsenheimer, besonders was die erneuerbaren Energien betrifft. Es müssten sich konstruktive Gedanken gemacht werden, wie der Klimawandel auch die Region betreffe. Es müsse überlegt werden: "Was müssen wir machen? Was wollen wir machen?" Und zwar in jeder Kommune.

Es kommt auf Fläche und Einwohner an

Freilich würden die Ergebnisse verschieden ausfallen, sagte Gunsenheimer. Es komme auf die Fläche und Einwohnerzahl an. Großheirath habe viel Fläche und wenige Einwohner, ganz anders sei das bei der Stadt Coburg mit vielen Menschen auf kleiner Fläche.

Christian Gunsenheimer skizzierte mögliche Vorgehensweisen, wie man an Arbeitsgrundlagen kommt, strukturiert Themen sammelt und Lösungswege sucht. Denkbar wäre, das in Beiräten zu machen, die quasi formlos arbeiten könnten, während Ausschüsse an Formvorschriften gebunden seien (Ladung, Protokoll, etc.). Kürzere Sitzungen in enger Folge seien empfehlenswert, um das Thema anzupacken.

Es gibt viel, worum die Gemeinde sich kümmern könnte

Gunsenheimer, auch stellvertretender Landrat, gab einen Überblick, worum sich die Gemeinde kümmern könnte: Verkehr, Landwirtschaft und Bauen sollten unter dem Aspekt des Klimaschutzes begutachtet werden. Energie-, Ressourcen- und Wasserverbrauch seien im Auge zu behalten. Bei der Grundlagen­ermittlung könne die Verwaltung wichtige Daten beistellen: Anzahl der Einwohner und Wohngebäude, Gewerbebetriebe und Landwirtschaft, Stromnetze, Nutzung der Flächen. Der Austausch mit den Nachbargemeinden sei wichtig, zum Beispiel für die technische Auslegung von Stromleitungen von und zu Photovoltaikfeldern.

"Entscheidend ist, auch die Bürger mitzunehmen. Nur bei rechtzeitiger Bürgerbeteiligung wird es eine Akzeptanz geben", riet Gunsenheimer. Wenn nicht, werde der Widerstand nur größer. "Also: Mit-Reden, Mit-Entscheiden, Mit-Investieren ist angesagt."

Bürgermeister Udo Siegel und die Gemeinderäte nahmen den Vortrag zur Kenntnis und beschlossen, die Thematik Klimaschutz angehen zu wollen.

Die Landjugend Itzgrund hatte einen Antrag für einen Zuschuss gestellt. Mit dem Geld möchte der Verein ein Flurstück kaufen und zum Teil sanieren. Dies ging im Gemeinderat ohne Einwendungen durch. Der Verein möchte eine befestigte Zufahrt anlegen und Wasser- und Kanalanschlüsse erstellen. Die Kosten dafür werden dem Antrag zufolge rund 24000 Euro betragen. Der Gemeinderat hatte bereits 2020 seine Bereitschaft signalisiert, dass sich die Gemeinde an den Kosten beteiligt. Auch jetzt waren sich der Bürgermeister und das ganze Gremium einig, den Verein großzügig zu fördern. Die Gründe waren: Den Vereinen sind momentan jegliche Einnahmequellen genommen. Weiterhin hat die Gemeinde vor, ihre Sportförderrichtlinien neu zu fassen. Nicht nur Sport sei förderungswürdig, auch die Kultur sei etwas wert, war man sich im Gremium einig.

Endlich Klarheit an neuralgischen Punkten

Nach der jüngsten Verkehrsschau bestehe Klarheit für einige neuralgische Punkte im Ortsbereich, berichtete Siegel. So könne die Parksituation in der Kirchgasse in Rossach nach den Regeln der Straßenverkehrsordnung gehandhabt werden, genauso der Radweg durch die Unterführung unter der B4 bei Großheirath. Rücksichtnahme und Eigenverantwortung der Verkehrsteilnehmen seien gefragt. Würde die Gemeinde irgendwelche Schilder oder Markierungen anbringen, ginge die Haftung an die Gemeinde über. "Diesen Stiefel ziehen wir uns nicht an", stellte der Bürgermeister klar.