Brandenburg an der Havel — Das Junioren-Team der Billardfreunde Creidlitz-Coburg, bestehend aus Adrian Ryll, Tobias Fenzl und Moritz Mayer, belegte bei der Europameisterschaft in Brandenburg an der Havel den 6. Platz. Doch es wäre noch mehr drin gewesen. Das Punktesystem des Mannschaftswettbewerbs verwehrte dem Trio nämlich den Finaleinzug.
Die Europameisterschaft 2013 fand für Billard-Verhältnisse in einem Mega-Event statt: Über 500 Sportler aus 24 Nationen Europas kämpften an vier Tagen um 18 kontinentale Meistertitel. Die Billardfreunde Creidlitz hatten sich als Deutscher Jugend Meister 2012 für dieses Event qualifiziert. Neben ihnen gingen noch sieben weitere Landesmeister ins Rennen.
In der Gruppenphase traf das Trio auf die Landesmeister der Niederlande, Frankreichs und Tschechiens.
Die Besonderheit des Mannschaftswettbewerbs ist allerdings: Die Ausspielziele sind nicht für alle Spieler gleich, wie es auf nationalen Meisterschaften fairerweise der Fall ist. Sondern starke Spieler haben teilweise erheblich mehr Punkte zu erzielen als ihre schwächeren Kontrahenten. So wurde es für die drei Coburger ein Kampf gegen Windmühlen.
Denn die Gegner wären auch ohne kürzere Spieldistanzen durchaus ebenbürtig gewesen. Ganz schlimm erwischte es Tobias Fenzl, der zwar auf dem Papier in fast jeder Partie mehr Punkte als sein Gegner erzielte, die Spiele dennoch als Verluste gewertet bekam. Seine Kontrahenten waren näher an ihren Ausspielzielen.
Unter diesen Vorzeichen gingen die ersten beiden Gruppenspiele gegen den BC Franconville und den ABC Amsterdam Töpke knapp mit 4:2 verloren. Gegen theoretisch übermächtige Tschechen gelang dann sogar sensationell ein Sieg. Adrian Ryll hatte seinen Gegner Andrej Hosek mit 300:0 in einer Aufnahme vom Tisch gefegt und Moritz Mayer den Tschechen Adam Baca mit 300:187 in zehn Aufnahmen besiegt. Dass sich Fenzl gegen Kozak geschlagen geben musste, fiel nicht mehr ins Gewicht. Endstand: 4:2 für Creidlitz-Coburg.
Mit einem Sieg und zwei knappen Niederlagen standen die Vestestädter am Ende auf Platz drei ihrer Gruppe und hatten haarscharf den Halbfinaleinzug verpasst. Die drei Youngsters sind mit dem Resultat zufrieden, können aber nicht ganz verbergen, dass sie gerne eine Medaille mitgenommen hätten.
"Es ist schon ein bisschen bitter, wenn man den späteren Europameister schlägt, aber durch das Spielsystem keine Chance auf das Halbfinale bekommt. Dennoch ist es für uns ein riesiger Erfolg zu den besten Junioren-Mannschaften Europas zu gehören", dbilanzierte der 20-jährige Moritz Mayer nach dem Turnier. mm