Straff geführt, dafür umso aussagekräftiger: So kann man die turnusgemäße Hauptversammlung der Kernstadtwehr im Gerätehaus skizzieren. Stadtbrandinspektor Stefan Köhler bilanzierte: Während im Vorjahr die Wehrleute 143 Mal ausrückten, standen dieses Mal 161 Einsätze an. "Dennoch haben wir rund 500 Einsatzstunden weniger geleistet bei insgesamt 2574 Stunden", dabei waren zwei Großbrände, darunter das Wohnhaus des Oberbürgermeisters, die sehr personal- und zeitintensiv waren.


Spinnenalarm und Türöffnung

29 Einsätze fielen unter den abwehrenden Brandschutz, 73 Einsätze unter technische Hilfeleistung, darunter auch Kurioses wie der Spinnenalarm in einem Einkaufsmarkt, weiterhin neun Sicherheitswachen, 21 überörtliche Einsätze und elf sonstige Tätigkeiten wie Türöffnungen für das Bauamt.
Es gab 18 Fehlalarmierungen gegenüber 20 im Vorjahr. "Blickt man weiter zurück, gewinnt die immense Belastung noch ein ganz anderes Maß an Bedeutung", sagte Köhler, "1987 waren es gerade einmal ein wenig mehr als 50 Einsätze."

Die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG ÖEL) besteht laut Köhler nun schon seit 16 Jahren und ist mit 14 Kameraden einsatzbereit. "Der Verbund von Mensch und Technik sichert den Fortbestand des Feuerwehrwesens", blickte Köhler auch nach vorn. Erfreulich sei es, dass 16 aktive Mitglieder der Jugendfeuerwehr auf den Dienst in der aktiven Wehr vorbereitet werden. Drei Schulklassen mit 70 Schülern und ein Kindergarten mit 17 Kindern hatten die Wehr besucht. "Hier gilt es anzusetzen", sagte der stellvertretende Kommandant, Stadtbrandmeister Andreas Steller.


Brandschutzerziehung beginnt im Kindergarten

Deshalb hat die Wehr die Brandschutzerziehung wieder aufleben lassen und ein Team, bestehend aus Kerstin Hutterer, Thorsten Barnikol, Stefan Hennecke sowie Andreas Steller, zusammengestellt. "Aufklärung ist besser als Verbote", sagte Steller, "wir zeigen den Kindern beispielsweise auf, was gutes und was schlechtes Feuer ist." Dadurch wurden un 40 Stunden ehrenamtlicher Arbeit 112 Kinder in den Kindergärten geschult. Mit dieser Aktion verbindet die Wehr freilich auch eine gewisse Nachwuchsgenerierung.

Zudem soll nun die aktive Mitgliederwerbung in Angriff genommen werden. Steller und Köhler dankten für die Unterstützung durch die Stadt und den Feuerwehrverein. Der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Manfred Maaser, gab bekannt, dass der Mitgliederstand derzeit 188 Personen, davon 58 Aktive, betrage. Dies bedeute eine Abnahme bei den Aktiven von zwei Feuerwehrleuten.


Zahl der Mitglieder geht zurück

Der Feuerwehrverein hat auch letztes Jahr wieder kräftig für die aktive Wehr gespendet: Mit insgesamt rund 4000 Euro wurde unter anderem die Jugendfeuerwehr bezuschusst. Allerdings hat sich nach Maasers Worten der Personalstand in den vergangenen zehn Jahren drastisch verringert: "Seit 2006 ist das ein Verlust von 18 Prozent bei den Aktiven und insgesamt sind wir um 44 Mitglieder geschrumpft."

Oberbürgermeister Frank Rebhan dankte und spielte auf den Brand seines Wohnhauses an: "Ich habe gelernt: Wenn man die Feuerwehr braucht, dann ist sie da." Das Stadtoberhaupt lobte insbesondere die gute Zusammenarbeit mit den anderen Wehren im Neustadter Kessel. Auch Kreisbrandrat Manfred Lorenz sagte, dass die Feuerwehren in der Werbung für sich nicht nachlassen sollten.