Ein Bio-Freiland-Stall für rund 12000 Hennen und ein paar Hähne noch dazu soll zwischen Meschenbach und Weißenbrunn am Forst entstehen. Diese Meldung im Tageblatt machte jüngst die Bürger der beiden Gemeindeteile hellhörig. Um die Gerüchteküche nicht unnötig anzuheizen, boten Antragsteller Felix Rosenbauer und dessen Familie eine Stunde Information vor Ort an. Der junge Landwirt hatte dazu ein Plakat entworfen und dieses aufgehängt.

Fröhliches Gegacker und Flügelschlagen

Das Informationsangebot am Vormittag wurde gut genutzt - sollten die Sonntagsklöße halt etwas warten. Etwa 80 Bürger stellten die unterschiedlichsten Fragen zum Drumherum, das ein derartiges Vorhaben mit sich bringen könnte. Felix Rosenbauer, unterstützt von seiner Familie, zeigte viel Verständnis für die Befürchtungen und Bedenken vor allem hinsichtlich der Gesundheit.

Die Fragen gingen von Geruchsbelästigungen bis Lärm. Rosenbauer konnte die Interessenten beruhigen: Lkw-Verkehr erfolge nur tagsüber; die Ablüfter liefen sehr leise. Auch der Sturm der Tiere aus dem Haus ins Freie, morgens um zehn, mit fröhlichem Gegacker und Flügelschlagen, halte sich in Grenzen. Niemand brauche Befürchtungen zu hegen, dass er sich zum Sonntagnachmittagskaffee nicht mehr auf seine Terrasse setzen könne. Der Abstand zu den Häusern von 300 bis 450 Metern werde noch durch zusätzliches Aufschütten von Wällen unterstützt.

Petra Grams aus dem nahen Kiefernweg erzählte, dass sie als Kind die "Papageien-Krankheit" hatte. Seitdem sei ihr Immunsystem stark geschwächt. Sie habe deshalb große Befürchtungen um ihre Gesundheit wegen all dem, was der Wind an sie herantrage oder der Boden an Verunreinigung durch Kot freigebe. Felix Rosenbauer sagte, er verstehe diese Sorgen, und versicherte, dass die Anlage voll und ganz nach dem EU-Biostandard konzipiert werde. Und wo Nachbesserungen notwendig seien, sollten diese auch geschehen.

Man solle froh sein, sagen einige

Zwischendurch wurden auch positive Stimmen zu diesem Vorhaben laut. "Die Leute wollen gute Bio-Ware zu Hause auf dem Tisch haben!" Doch kaum werde etwas Derartiges gemacht, würden Gegenargumente gesucht. Man solle froh sein, dass etwas biomäßiges auf dem Freiland gemacht werde. "Wenn man auf dem Dorf lebt, muss man sich darüber klar sein, manchmal auch etwas Geruch in die Nase zu bekommen!" Beifall unterbrach erstmals die Diskussionen.

Diese Unterhaltung wurde im Laufe der Zeit immer ruhiger und gelassener. Das lag aber auch an den sachlichen Argumenten, die Rosenbauer den Fragenden entgegenhielt. Zudem bot er an zu versuchen, mit dem bereits stehenden gleichartigen Betrieb in Ebensfeld einen Besuch mit den hiesigen Bürgern zu vereinbaren. Auf die Frage, wann der Bau beginne, erwiderte Felix Rosenbauer, dass man erst die Abwägungen des Landratsamts abwarten müsse. Wenn dann die Genehmigung komme, könne es vielleicht im Frühjahr so weit sein. Die Bauzeit betrage etwa ein halbes Jahr.

Letztendlich zeigte er sich zufrieden, dass "so viele Leute Interesse an dem Vorhaben zeigen und sich informieren wollen. Wir verstehen die Bedenken und Sorgen verschiedener Bürger, und ich hoffe, dass ich diese etwas zerstreuen konnte."