1200 in der Sonne blitzende Blasinstrumente erfüllten den stimmungsvollen Coburger Schlossplatz mit ihrem mächtigen Klang. Noch einmal so viele Besucher auf den Bänken vor der Bühne oder auf den Arkaden ließen den festlichen Gottesdienst zu einer wirkungsvollen Demonstration des musikalischen Lebens in der evangelisch-lutherischen Kirche Bayerns werden, vor allem auch der lutherischen Überzeugung, dass die Musik ein direkter Weg zur Gotteserfahrung sein kann.

Regionalbischöfin Dorothea Greiner, die den Posaunentag als diesjährigen zentralen Beitrag zur Lutherdekade initiiert hatte, rief die einzelnen Stimmen des Großchores zur Ehre Gottes: "Lobet den Herrn, ihr Trompeten! Lobet den Herrn, ihr Posaunen... Lobet Gott, ihr Jungen unter 20. Lobet Gott, ihr Alten über 60." Jedes mal kam die kraftvolle Antwort der Einzelgruppen aus dem großen Chor.

Die 29 nach Coburg gekommenen Ensembles des Kirchenkreises Bayreuth erklangen in erstaunlicher Harmonie unter Leitung des Landesposaunenwartes Dieter Wedel, obwohl nur am Morgen Gelegenheit zu einer gemeinsamen Probe gewesen war. Sie erklangen in nahtlosem Wechselspiel mit "Gloria Brass" auf der Bühne, der Blechbläsergruppe des Verbandes Evangelischer Posaunenchöre in Bayern unter Leitung von Kertin Dikhoff.

Wie auch bei der Johannifeier am Abend zuvor auf der gut besuchten Brandensteinsebene verdeutlichte Bischöfin Greiner die Bedeutung des Lichtes im christlichen Glauben, von Johannes dem Täufer sowie der Johannisfeuer, deren christliche Symbolkraft gerade gegen den historischen Missbrauch durch den Nationalsozialismus wieder betont werden sollte. Ihre aktuelle zeitkritische Botschaft beinhaltete auch einen Aufruf an die Posaunenchöre, gegen erstarkende rechtsradikale Umtriebe in den Gemeinden musikalische Zeichen zu setzen, wie dies einige Posaunenchöre bereits getan hätten.

Dorothea Greiner lobte die Arbeit der Posaunenchöre: "Ihr leistet Verkündigung des Evangeliums in Tönen." Die Chöre in den Gemeinden seien ein "einzigartiges, generationenübergreifendes Projekt". Gerade auf dem Land seien Posaunenchöre wichtig: "Ihr tragt dazu bei, dass unsere Dörfer eine Seele haben."

Posaunenchöre gibt es in der evangelischen Kirche seit dem 19. Jahrhundert. Sie spielen häufig in Gottesdiensten und bei Beerdigungen, treten aber auch bei Konzerten auf. Knapp 900 Chöre mit etwa 17 000 Bläsern registriert der Verband der evangelischen Posaunenchöre in Bayern (VEP).
Coburg als Ort des Treffens bot zugleich auch einen Blick auf die Geschichte der Reformation in Bayern: Martin Luther lebte 1530 rund ein halbes Jahr auf der Coburger Veste. Er durfte damals den kursächsischen Machtbereich nicht verlassen. In Coburg verfasste er zahlreiche Bekenntnis- und Streitschriften sowie Briefe. Außerdem predigte er in der Morizkirche.

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