• So eindrucksvoll ist die Vestestadt:  11 Orte in und um Coburg,  die jeder kennen sollte
  • Vom Versicherungskaufmann zum Autor: Oliver Ultsch beweist, dass alles möglich ist, wenn man nur dran bleibt
  • Vom Theater über spannende Museen bis hin zu echten Lost Places - in Coburg findet jeder etwas, das ihm/ihr gefällt

Was man in einer so kleinen Stadt wie Coburg machen kann? "Bestimmt nicht viel" denken die meisten. Doch falsch gedacht! Coburg hat für Groß und Klein vieles zu bieten. Das beweist Oliver Ultsch mit seinem Buch 111 Orte in und um Coburg, die man gesehen haben muss*. Der gebürtige Coburger, der eigentlich als Versicherungskaufmann arbeitet, hat in seinem Werk auf 220 Seiten die schönsten Orte in Coburg zusammengestellt. 

Ausflugstipps für Coburg in Buchform: Beharrlichkeit zahlt sich aus

"Vor ein paar Jahren war ich mit meiner Familie bei meiner Schwägerin in Würzburg zu Besuch. Das Wetter war nicht wirklich toll und dann haben wir uns gefragt, was wir machen können. Im Rahmen dessen habe ich ein wenig durch das 111er-Buch über Würzburg* geblättert und wirklich tolle Ideen gefunden. Und dann dachte ich mir: So ein Buch kann ich doch auch über Coburg schreiben!"

Anfangs war der Emons Verlag von dieser Idee aber nicht wirklich überzeugt: "Ich habe ihnen dann immer wieder Texte über bestimmte Orte, die ich selbst sehr gern mag, geschickt. Und irgendwann, wahrscheinlich nachdem ich die Mitarbeiter dort genug genervt habe, haben sie mir zugesagt und ich durfte das Projekt so richtig starten," sagt der 41-Jährige augenzwinkernd. 

Durch sein Hobby Geocaching kannte er schon rund zwei Drittel der interessanten Orte. Auf der Suche nach den restlichen halfen ihm dann Freunde und Kollegen. Besonders wichtig war dem Autor dabei die faire Verteilung: "Es sollte nicht alles nur in Coburg sein. Jede Gemeinde sollte seinen Platz in meinem Reiseführer finden." inFranken.de hat für Sie die Top 11 der spannendsten Aktivitäten und Orte zusammengestellt. 

1. Das Brückentheater

Im Kurpark in Bad Staffelstein gibt es das weltweit einzige Brückentheater. Hier werden in den Sommermonaten Theaterstücke und Musicals aufgeführt.

Aber auch Autoren stellen hier im Rahmen von Literaturabenden ihre neuesten Werke vor. Mit nur rund 70 Sitzplätzen erwartet die Besucher hier eine sehr intime Atmosphäre und ein schöner Abend, der mit einem kleinen Spaziergang durch den schönen Park perfekt abgerundet werden kann. 

  • Adresse: Am Kurpark 1 (Kurpark nahe der Obermain-Therme), 96231 Bad Staffelstein 
  • Telefon: 09573 331 20

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage. 

2. Die Steinerne Rinne 

Am Rande der Fränkischen Alb befindet sich eine Laune der Natur, die absolut sehenswert ist. Hier plätschert ein kleiner Bach an einem steilen Hang herunter, und hinterlässt ein wahres Naturschauspiel: "Das karbonathaltige Wasser spaltet unter Mithilfe des Sauerstoffs einen Teil des Kohlendioxids und lagert dieses an beiden Seiten des Wasserlaufs an Pflanzen und Steinen ab.“  So entstand in den letzten 20. 000 Jahren eine 30 Meter lange Verdickung am Waldboden - eine steinerne Rinne. 

Doch sie ist gar nicht so leicht zu finden: Mit dem Auto erreicht man das Geotop, wenn man bei der kleinen Kapelle in Roschlaub parkt und von dort aus zu Fuß dem Plattenweg folgt, der im Wald mündet. Dem Waldweg muss man etwa einen Kilometer lang folgen bis man auf eine Weggabelung trifft. Hier müssen Sie sich rechts auf dem Trampelpfad halten. Nach kurzer Zeit erreichen Sie die steinerne Rinne. 

  • Adresse: 96110 Scheßlitz-Roschlaub

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage. 

3. Die Hofkonditorei Feyler

In der Hofkonditorei Feyler bekommen Sie neben selbstgemachten Produkten wie Lebkuchen, Gebäck und Brot auch originale Schmätzchen - das Aushängeschild des Traditionsbetriebes. 

Das sind Knuspertaler aus Honigteig, die mit einer feinen Schicht aus Schokolade überzogen werden. Die Geheimrezeptur, die mit Gewürzen und Nüssen abgerundet wird, begeistert schon seit dem 20. Jahrhundert Adelige auf der ganzen Welt, denn schon damals belieferte das Coburger Familienunternehmen die Weltausstellungen und verschiedene Höfe in der Region mit dieser Spezialität. 

  • Adresse: Rosengasse 6-8, 96450 Coburg 
  • Öffnungszeiten: 
  • Montag bis Freitag: 8:30 bis 18 Uhr
  • Samstag: 8 bis 14 Uhr 
  • Sonntag: Ruhetag 
  • Telefon: 09561 804 80

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage. 

4. Die Koháry-Gruft

In der Gruft der Stadtkirche am Festungsberg können Sie den ehemaligen Herrschern Europas ganz nah kommen: Hier können 15 prachtvoll geschmückte Sarkophage von Mitgliedern der Koháry-Familie besucht werden.

Zentrales Stück der neugotischen Gedenkstätte ist der aufwendig dekorierte Doppelsarkophag von Prinz August Victor und seiner Frau Prinzessin Clementine von Bourbon Orléans aus Marmor, aber auch sein Sohn Prinz Ferdinand Zar von Bulgarien ist hier beigesetzt. 

  • Adresse: Festungsstraße 2, 96450 Coburg 
  • Öffnungszeiten:
  • Samstag: 14 bis 16 Uhr (und nach Vereinbarung)
  • Telefon: 09561 883 50

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage. 

5. Das Puppenmuseum

Im Puppenmuseum in Coburg gibt es nicht nur die größte Teepuppensammlung Europas, einen Puppenautomat und eine eindrucksvolle Modelleisenbahn, sondern auch den Vorgänger der weltweit bekannten Barbie. Richtig gehört: Die Puppe, die vermutlich in fast jedem Kinderzimmer auf der Welt zu finden ist, hat ihre Ursprünge in Franken. 

Im Nachkriegsdeutschland gab es in der damals schon erscheinenden Bild-Zeitung immer wieder Comics mit der Puppe Lilli. Da sie so beliebt war, entschied man sich, sie als eine Art Actionfigur in kleiner Zahl in Coburg produzieren zu lassen.  Auf einer Europareise nahm „Ruth Handler, Gründerin der Spielwarenfirma Mattel (…) eine dieser Puppen mit und schenkte sie ihrer Tochter Barbara.“ Ein paar Jahre später wurde die Puppe dann in leicht abgewandelter Form von Mattel in Produktion gegeben und eroberte in kürzester Zeit die Kinderzimmer der Welt. Die wenigen  ursprünglichen Lilli-Puppen haben heute Sammlerwert und können in dem Puppenmuseum in Coburg bestaunt werden. 

Corona-Regelung:

Führungen sind nach vorheriger, telefonischer Terminvereinbarung möglich.

  • Adresse: Rückertstraße 2-3, 96450 Coburg
  • Öffnungszeiten:
  • April bis Oktober: täglich von 11 bis 16 Uhr
  • November bis März: Dienstag bis Sonntag von 11 bis 16 Uhr 
  • Telefon: 09561 891 480

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage.

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6. Letzte Überreste der Mauer

In Schalkau-Görsdorf findet man ein echtes Stück deutscher Geschichte. 

Direkt an einem ehemaligen Bahnabschnitt, der früher Coburg und Eisfeld miteinander verband, stand noch vor 30 Jahren die Mauer und trennte die amerikanische von der sowjetischen Besatzungszone. Natürlich steht die Mauer heute nicht mehr, doch ein kleines Stück wurde hier für Geschichtsinteressierte übrig gelassen und lässt einen in die deutsche Vergangenheit eintauchen.

  • Adresse: 96428 Schalkau-Görsdorf

7. Die Greifvogelvorführung 

Bei der Greivogelfvorfühung im Wildpark Tambach können Sie nicht nur verschiedenste Vogelarten wie Adler, Falken und Habichte bei der Arbeit mit ihrem Falkner beobachten, sondern auch einen Einblick in die Züchtung, Haltung und das Training der Tiere bekommen. 

Die Vorführung findet in dem schönen großen Park, der zum angrenzenden Schloss Tambach gehört, statt. Hier können Sie anschließend einen ausgedehnten Spaziergang machen.

  • Adresse: Am Wildpark 3, 96479 Weitramsdorf
  • Öffnungszeiten:
  • 13. März 2021 bis 14. November 2021: täglich von 8 bis 18 Uhr
  • 15. November 2021 bis 13. März 2022: täglich von 10 bis 17 Uhr 
  • Telefon: 09567 922 291 5

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage. 

8. Der Oertelsbruch

Im sogenannten Oertelsbruch wurde bis kurz nach der Wende Kohle abgebaut. Seither stehen die dutzende Gebäude, die früher als Wohnhäuser oder Bildungsstätten genutzt wurden, leer und versprühen seither den Charme eines echten Lost Places.

Manche Decken sind eingestürtzt und alte Möbel modern vor sich hin: Der Ort wurde also nach und nach dem Verfall und der Natur überlassen.  Wegen Privatbesitz ist leider nicht mehr alles zugänglich, aber "die ersten Gebäude direkt nach der Abfahrt von der Hauptstraße sind (...) weiterhin zu erreichen und von außen zu bestaunen." Am besten können Sie den Oertelsbruch mit dem Auto erreichen: Die B 85 Richtung Saalfeld nehmen und in Steinbach am Wald abfahren. Hier im Kreisverkehr die erste Ausfahrt Richtung Lehesten nehmen und dort dann weiter Richtung Schmiedebach fahren. Anschließend links Richtung "Schiefergrube" abbiegen, aussteigen und den Zauber des Lost Places genießen. 

  • Adresse: L 1097, 07349 Lehesten-Gloppenbach

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage.

9. Einen Dreier auf dem Friedhof 

Wer nun denkt: "inFranken.de ist aber ganz schön pietätlos!" Keine Sorge, der Name hat seine Berechtigung. Auf dem Salvatorfriedhof in Coburg sind nicht nur Gräber, sondern auch ein großer Basketballplatz. Hier können Sie im Sommer im Schatten der großen alten Bäume ein Paar Körbe werfen, die, wenn Sie von der Dreierlinie aus treffen, sogar ganze drei Punkte bringen. 

Aber auch für alle, die nicht so richtige Basketballfans sind, ist der Friedhof eine schönes Erholungsgebiet. Da der Ort als offizielle Parkanlage freigegeben ist, können Sie hier auch guten Gewissens ein schönes Picknick oder einen Spaziergang machen. 

  • Adresse: Obere Salvatorgasse, 96450 Coburg
  • Öffnungszeiten: täglich von 8 bis 18 Uhr 

10. Das alte Schwimmbad

Das alte Schwimmbad in Neuhaus-Schierschnitz ist der zweite Lost Place, der sich in der Nähe von Coburg befindet und absolut sehenswert ist. 

Das Bad wurde in den 1920er-Jahren gebaut und bis in der 1950er-Jahre betrieben. Dann wurde es nach und nach dem Verfall überlassen und die Natur holte es sich zurück. Zwischen rostigen Treppengeländern und überwucherten Wegen fragt man sich: "Wer hier wohl vor 80 Jahren (...) unbeschwert herumgetollt ist und im dichten Wald verstecken gespielt hat?"

  • Adresse: Minnastraße, 96524 Neuhaus-Schierschnitz

11. Das Tropenhaus

Na, schon mal Papayas aus Franken probiert? Wahrscheinlich nicht, denn Franken liegt bekanntlich ja nicht ganz in den Breitengraden, die diese Früchte für ihr Wachstum brauchen, oder doch?

Im Tropenhaus in Tettau im Landkreis Kronach wird Umweltschutz groß geschrieben und trotzdem werden hier Schildkröten, exotische Fische und verschiedene südliche Pflanzen wie Bananen und Papayas angebaut. Wie das möglich ist? Die Wärme der ortsansässigen Glasfabrik wird hier nicht einfach in die Atmosphäre abgelassen, sondern in das Tropenhaus geleitet. So entstehen tropische Temperaturen, die alles wachsen und gedeihen lassen. Und das beste: Die leckeren Erzeugnisse in Bio-Qualität können direkt im Shop gekauft werden.

Regelungen während des Lockdowns

Derzeit ist das Tropenhaus nicht für Besucher zugänglich. Dies hat aber nicht nur mit dem Inzidenzwert des Landkreises Kronach zu tun, sondern mit der FFP2-Maskenpflicht. Aufgrund der hohen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit im Tropenhaus könnte das Tragen zu gesundheitlichen Problemen führen. Daher öffnet das Tropenhaus frühestens im Herbst 2021. 

  • Adresse: Klein Eden 1, 96355 Tettau
  • Öffnungszeiten: donnerstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr 
  • Telefon: 09269 771 43

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage. 

Sollten Sie diese Orte schon kennen oder auf der Suche nach noch mehr spannenden Plätzen rund um die oberfränkische Stadt sein, dann empfehlen wir Ihnen das Buch 111 Orte in und um Coburg, die man gesehen haben muss*von Oliver Ultsch: Hier finden Sie  noch 100 weitere Tipps für den nächsten Ausflug. 

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