Das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Herausforderer Martin Schulz galt im Vorfeld als Showdown zwischen den Kandidaten der beiden großen deutschen Volksparteien. Nach dem Duell am Sonntagabend bleibt die Frage: Wer hat gewonnen, wer war überzeugender? Konnte einer der beiden neue Wähler auf seine Seite ziehen? Oder bleibt alles beim Alten?

Freiburger Forscher boten im Zuschauern die Möglichkeit, beim Debat-O-Meter noch während der Sendung über die Kandidaten abzustimmen. Über 20.000 Menschen nutzten die Chance - und geben dadurch einen guten Überblick über die Stimmungslage während der Sendung. Das sind die wichtigsten Ergebnisse:


Die wichtigsten Themen

Das Thema Flüchtlinge und Asyl nahm nicht nur innerhalb des TV-Duells viel Raum ein. Auch den Wählern ist es wichtig: 24,3 Prozent der Befragten gab an, Asyl sei das drängendste Thema in Deutschland derzeit. Auf Platz zwei folgt das Thema Sicherheit (20,6 Prozent). Für 17,3 Prozent ist die soziale Gerechtigkeit am wichtigsten.


Die Einschätzung der Kandidaten

Schon vor dem TV-Duell stand Angela Merkel bei den Befragten besser da, als Martin Schulz. Laut den Freiburger Forschern stehen die CDU-Anhänger geschlossener hinter Merkel, als die SPD-Anhänger hinter ihrem Kandidaten. Entscheidend sind jedoch die unentschlossenen Wähler: Und da lagen beide Kandidaten vor dem Duell etwa gleich auf.
Merkel wird vor dem Duell im Hinblick auf Sympathie, Glaubwürdigkeit und Kompetenz positiver bewertet als Schulz, der insgesamt neutral eingestuft wird.


Die Themen - hier konnten die Kandidaten punkten

Gesamt: Merkel gewinnt über alle Teilnehmenden hinweg. Schulz gewinnt bei den Unentschlossenen.

Vorstellungsrunde: Merkel gewinnt über alle Teilnehmenden hinweg. Schulz kann bei den Unentschlossenen punkten.

Migration: Schulz schneidet sowohl bei allen Teilnehmenden leicht besser, bei den Unentschlossenen deutlich besser ab.

Außenpolitik: Merkel gewinnt über alle Teilnehmenden hinweg. Schulz kann bei den Unentschlossenen punkten.

Soziale Gerechtigkeit: Merkel gewinnt über alle, Schulz kann klar bei den Unentschiedenen gewinnen.

Ja-Nein-Runde: Merkel gewinnt über alle, Schulz kann klar bei den Unentschiedenen gewinnen

Innere Sicherheit: In diesem Themenfeld kann Merkel sowohl bei allen 10 als auch den Unentschlossenen gewinnen.

Merkel kann die Gesamtteilnehmerschaft überzeugen. Schulz gewinnt bei den Unentschlossenen. Schulz überzeugt im Themenfeld Migration. Merkel gewinnt im Themenfeld Innere Sicherheit.


Die Tops und Flops der Kandidaten

Den besten Wert bei allen Teilnehmenden erzielte Angela Merkel im Themenfeld Migration bzw. Integration mit der Ansage für "Null-Toleranz" gegenüber einem nicht mit dem Grundgesetz konformen Islam (Debattenminute ca. 25:38) einzutreten. Ihr schlechtester Wert war im Themenfeld Außenpolitik zu beobachten, als Sie ausführt, dass eine völkerrechtliche Verpflichtung zum Familiennachzug bestehe und Deutschland diesbezüglich noch Nachholbedarf aufweise (Debattenminute ca. 42:27). Auch die Unentschlossenen lehnten diese Aussage stark ab. Für die Gruppe der Unentschlossenen hatte Merkel ihre beste Stelle bei der inneren Sicherheit als sie ein klares Nein gegen Terrorismus formulierte und für eine freiheitliche Lebensweise eintrat (Debattenminute
ca. 1:26:14).

Die besten Werte für Martin Schulz waren ebenfalls im Themenbereich Migration zu sehen: Erstens als er ausführt, dass Personen, die im Namen der Religionsfreiheit andere Grundrechte einschränken wollten, der habe "in Deutschland nichts verloren" (Debattenminute ca. 27:40). Und zweitens als er ankündigt, als Bundeskanzler die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei abzubrechen (Debattenminute ca. 26:35). Diese Einschätzung teilten alle Teilnehmenden und auch die Unentschlossenen. Abgelehnt wurde durch die Teilnehmer der Angriff auf Merkel im Themenfeld Innere Sicherheit als er sie des "schwarzen oder roten Peterspiels" bezichtigte (Debattenminute ca. 1:33:20). Seinen schlechtesten Wert erhielt Schulz von den Unentschiedenen als er den Islam als eine Religionsgemeinschaft "wie jede andere auch" bezeichnete (Debattenminute ca. 22:20).


Die Wichtigsten Ergebisse im Überblick

Im Laufe des Duells nahm die Zahl der Unentschlossenen deutlich ab. Sowohl CDU/CSU als auch SPD können nach dem Duell in der Wählergunst bei Debat-O-Meter zulegen - die SPD profitiert aber etwas mehr. Beide Kandidaten können an Sympathie, Glaubwürdigkeit und Kompetenzzuschreibungen zulegen. Schulz profitiert aber stärker, wenngleich er über alle Teilnehmenden gesehen hinter der Kanzlerin bleibt. Anders sieht es bei den Unentschiedenen aus: Hier zieht Schulz an 16 Merkel vorbei. Beide erhalten starke Zustimmung durch das eigene Lager, wenngleich Merkel im SPD-Lager weniger abgelehnt wird, als dies für Schulz der Fall ist.


Chronologie - die wichtigsten Ereignisse zum Nachlesen

97 Minuten dauerte das TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Herausforderer Martin Schulz (SPD). Was herausstach:

20.15 Uhr: Die erste Frage geht an Schulz. "Woher kommt es, dass Ihnen so viele Bürger das Vertrauen nicht schenken wollen?" Der Kandidat verweist auf das Umfragehoch kurz nach seiner Nominierung, hofft jetzt aber auf die Unentschiedenen. Sie will er überzeugen.

20.24 Uhr: Im September 2015 habe sie alles richtig gemacht, sagt die Kanzlerin. Damals ließ sie Flüchtlinge aus Ungarn nach Deutschland kommen. "Ich halte das für richtig in dieser Nacht."

20.36 Uhr: "Jenseits von richtig oder falsch gibt es einen Ort. Dort treffen wir uns." Der SPD-Kandidat wird poetisch und zitiert bei Duell-Thema Islam einen persischen Gelehrten.

20.41 Uhr: Schulz geht in Sachen Türkei auf Angriff: "Wenn ich Kanzler werde, werde ich (...) die Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der Europäischen Union abbrechen."

20.42 Uhr: Wie haben sie es mit der Religion? Auf die Frage, ob beide am Sonntag in der Kirche waren, verneint Merkel zuerst. Schulz sagt, er habe das Grab des Publizisten Frank Schirrmacher besucht. Die Kanzlerin zieht nach: "Ich war gestern in einer Kirche, weil mein Vater seinen Todestag hatte."

21.00 Uhr: Die Kanzlerin scheint beim Abbruch der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zurückhaltender als ihr Herausforderer zu sein: Sie will es in Entscheidungen der EU einbetten - "ob wir zu einer gemeinsamen Position kommen können und diese Beitrittsverhandlungen auch beenden können".

21.18 Uhr: "À la bonne heure!" Merkel hätte erstmals an diesem Abend eine klare Position, sagt Schulz. Die Kanzlerin lächelt. Sie hatte im Duell zuvor der Rente mit 70 "ein ganz klares Nein" gegeben.

21.21 Uhr: Schulz bringt erneut hervor, dass mit ihm als Kanzler eine Pkw-Maut nicht kommen werde. Hier haben die Kontrahenten verschiedene Standpunkte. Der SPD-Chef und Merkel streiten darüber, wie eigentlich genau die Abstimmung über die Maut im Bundesrat zustande kam.

21.36 Uhr: Die Schnellfragerunde startet. Schulz hält sich bei Homo-Ehe, Fußball-WM in Katar und doppelter Staatsbürgerschaft an die Aufforderung nach kurzen Ja/Nein-Antworten, gibt beim Thema Rosneft und Ex-Kanzler Gerhard Schröder dann aber doch eine ausführlichere Erklärung ab.

21.47 Uhr: Schulz wird zum Fragensteller: Wer wohl das deutsche Flächenland mit der höchsten Kriminalitätsrate sei, will er von Merkel wissen. Und er antwortet auch gleich selbst: Sachsen-Anhalt.

21.49 Uhr: Was alles in sechzig Sekunden passiert? Schulz zählt in seinen letzten Sätzen etwa auf, was eine Krankenschwester oder ein Manager in einer Minute verdienen. Auch: was in dieser Zeit ein Tweet auslösen kann. Sein Schlusswort passt allerdings nicht in sechzig Sekunden - er überzieht.

21.50 Uhr: Die Kanzlerin wendet sich danach direkt an die Zuschauer. Ihr Thema: der digitale Umbruch. Sie wirbt um beide Stimmen für ihre CDU. Sie schließt ab mit: "Schönen Abend."


Fragen und Antworten zum TV-Duell

Nach dem Duell ist vor dem Duell. Am 24. September entscheidet sich bei der Bundestagswahl, ob Kanzlerin Angela Merkel mit der Union vorne liegt oder ob SPD-Herausforderer Martin Schulz doch noch eine Aufholjagd gelungen ist. Das TV-Duell vom Sonntagabend galt für viele als vorentscheidend. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Ausgang des Fernseh-Showdowns:

Wer hat gewonnen?
Jubel bei den Unterstützern von Martin Schulz, ziemlich gedrückte Stimmung in der Ecke von Angela Merkel im Fernsehstudio nach dem Schlagabtausch. Aber war die erste Reaktion im Studio nur die Innensicht von Experten? Die als repräsentativ eingestuften Umfragen von ARD und ZDF unter Zuschauern zeichneten ein teils anderes Bild.

So sah eine ARD-Blitzumfrage von infratest dimap die Kanzlerin bei der Frage, wen die Zuschauer überzeugender fanden, mit 55 Prozent klar vor dem Herausforderer mit 35 Prozent. Noch nie habe sie in ihrer Amtszeit so weit vor einem Herausforderer gelegen. Auch bei den Sachthemen hat sie demnach gesiegt. Nach einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF hat sich für 32 Prozent der Zuschauer Merkel insgesamt besser geschlagen, für 29 Prozent war es der SPD-Chef. Allerdings sprach die Forschungsgruppe auch von einem Patt und einem positiv überraschenden Schulz.

War es denn so richtig spannend, wie man es von einem Duell erwartet?
Linksfraktionschef Dietmar Bartsch fand es nicht so spannend. Deswegen habe er zwischendurch immer wieder zum Volleyballspiel Deutschland gegen Russland gezappt. Showmaster Thomas Gottschalk war irritiert, dass sich beide so oft zugenickt hätten. Und Medienwissenschaftler Bernd Gäbler meinte, die Sendung sei "leblos und frei von jeder Überraschung" gewesen. Einzelne spannende Momente gab es aber schon. Etwa als Schulz Merkel mit seiner Kehrtwende in der Türkei-Politik überrumpelte oder sie beim Thema Rente mit 70 provozierte.

Hat Schulz seine angeblich letzte Chance im Wahlkampf genutzt?
Jedenfalls hat er sie nicht verschenkt. SPD-Justizminister Heiko Maas meint: "Martin Schulz und der gesamten SPD wird das Duell Rückenwind geben." Eine Mobilisierung der eigenen Leute für die letzten drei Wochen vor der Wahl dürfte Schulz gelungen sein. Ob es für eine Aufholjagd reicht, ist allerdings fraglich. Frank Brettschneider, Kommunikationswissenschaftler an der Universität Hohenheim, meint: "Viele Gemeinsamkeiten, wenig Unterschiede. Bestimmt nicht der Start für eine Aufholjagd von Martin Schulz." Die SPD liegt in den Umfragen zwischen 13 und 18 Prozentpunkten hinter der Union.

Kann Merkel sich jetzt zurücklehnen?
Ganz klar: Nein. Schon vor dem Duell hatte Merkel angesichts des monatelangen Vorsprungs vor der SPD in den Umfragen davor gewarnt, zu siegessicher zu sein. Ihre Sorge: Viele Anhänger könnten am 24. September Zuhause bleiben, weil sie denken, die Wahl sei eh schon entschieden. Und obwohl es in der CDU bereits vor dem Schlagabtausch mit Schulz quasi vorbeugend hieß, ein solches Duell nütze meist dem eher unbekannten Herausforderer, dürfte Merkel nun noch weniger Grund sehen, sich zurückzulehnen.

Welche Themen können im Wahlkampf noch zünden?
Wie hart muss man mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan umgehen? Das wird im Wahlkampf weiterhin eine Rolle spielen. Die SPD hat sich für einen möglichst harten Kurs entschieden und will Merkel vor sich hertreiben.

Was ist mit den Unentschlossenen?
Schulz setzt seit längerem darauf, in den drei Wochen bis zur Wahl die noch unentschlossenen Wähler auf seine Seite zu ziehen. Die Umfragen nach dem Duell zeigen kein eindeutiges Bild, welchen Eindruck Merkel und Schulz bei jenen hinterlassen haben, die angeblich noch nicht wissen, für wen sie sich entscheiden werden. So hat Schulz laut ZDF bei Befragten mit noch unsicherer Wahlabsicht für 29 Prozent den besseren Gesamteindruck hinterlassen, für 25 Prozent waren es Merkel. Für 46 Prozent lagen beide aber auf einem Niveau - das Duell dürfte ihnen wohl keine Hilfe bei der Wahlentscheidung gewesen sein. Laut ARD fanden allerdings 48 Prozent der Unentschiedenen Merkel überzeugender, Schulz nur 36 Prozent.

Kommen die kleinen Parteien in ähnlichen Veranstaltungen zu Wort?
Ja. Morgen treten die Spitzenkandidaten von Linke, Grünen, AfD, FDP und CSU zur besten Sendezeit in der ARD auf. Die Einschaltquoten werden aber sicher geringer sein. Ein zweites Fernsehduell zwischen Merkel und Schulz gibt es übrigens nicht. Merkel wollte das nicht.


Das TV-Duell - So sahen andere Politiker den Schlagabtausch

Unionsfraktionschef Volker Kauder sieht die Bundestagswahl trotz guter Umfragewerte für Kanzlerin Angela Merkel nach dem TV-Duell mit ihrem SPD-Herausforderer Martin Schulz nicht entschieden. CDU und CSU gingen nun mit großer Zuversicht in den Schlussspurt des Wahlkampfs, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er mahnte aber: "Wir wissen aber auch: Die Wahl wird nicht in einem TV-Duell entschieden."

Er bezeichnet das Fernseh-Duell als fair. "Demokraten müssen streiten, sie dürfen sich aber nicht herabwürdigen. (...) Das TV-Duell war insofern durchaus vorbildlich." Kauder selbst sagte aber, es sei deutlich geworden, "dass Herr Schulz Angela Merkel in dieser schwierigen Weltlage nicht das Wasser reichen kann".

Es sei wichtig, dass die Politiker in den nächsten drei Wochen viele Wähler direkt ansprächen. "Gemeinsam müssen wir alle im Land darauf achten, dass die demokratische Kultur in Deutschland erhalten bleibt", sagte Kauder. Leider stelle sich eine Partei, die den erstmaligen Einzug in den Bundestag anstrebe, gegen die demokratische Kultur und trete sie mit "unerträglichen Provokationen mit Füßen", sagte Kauder, ohne die Alternative für Deutschland zu nennen.

Linke-Spitzenkandidat Dietmar Bartsch hat das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Herausforderer Martin Schulz als "großkoalitionäres Therapiegespräch" kritisiert. "Martin Schulz hat sich nicht von der Union abgesetzt", sagte Bartsch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Der Linksfraktionschef warf Schulz vor, nach der Bundestagswahl eine Fortsetzung von Schwarz-Rot als Juniorpartner mittragen zu wollen.

"Ich habe immer wieder zum Volleyballspiel Deutschland gegen Russland geschaltet, das war auf jeden Fall deutlich spannender", sagte Bartsch. Im Duell seien lediglich "großkoalitionäre Scheingefechte" zu sehen gewesen. Bartsch warf Schulz vor, sich nur für einen Stopp der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ausgesprochen zu haben, weil dies populär sei. Über Alters- und Kinderarmut in Deutschland sei gar nicht gesprochen worden. Für ihn ändere sich für die letzte Phase des Wahlkampfs durch das Duell nichts, sagte Bartsch. Das Motto laute: "Stimmenmaximierung - denn soziale Gerechtigkeit hat eine Adresse: die Linke."

Nach dem TV-Duell haben die Grünen SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz einen Mangel an Ideen für die Zukunft vorgeworfen. "Dass von (Kanzlerin Angela) Merkel keine Dynamik für Veränderung kommt, war zu erwarten, aber auch von Martin Schulz kamen keine Impulse für einen echten sozialen und ökologischen Wandel in diesen dramatischen Zeiten", sagte Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt der Deutschen Presse-Agentur. "Umweltschutz und andere Zukunftsfragen, wie Digitalisierung und Bildung, werden trotz aller Aktualität einfach ignoriert." Merkel und ihr Herausforderer Schulz hätten sich am Sonntagabend kein Duell geliefert, sondern ein Duett.

FDP-Chef Christian Lindner hat sich enttäuscht über das TV-Duell am Sonntagabend zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Herausforderer Martin Schulz gezeigt. "Das Duell erinnerte an Szenen einer alten Ehe, in der es mal knirscht, aber beide Seiten wissen, dass man auch künftig miteinander muss", sagte Lindner der Deutschen Presse-Agentur. "Das war mehr Vergangenheitsbewältigung als eine Debatte über die Zukunft unseres Landes." Kein Wort über die großen Herausforderungen unseres Landes wie Bildung, Digitalisierung, Euro und Innovation.

Lindner fügte hinzu: "Jeder weiß, dass Frau Merkel Kanzlerin bleibt, das Rennen um die Plätze 1 und 2 ist gelaufen. Das Rennen um Platz 3 gewinnt dadurch weiter an Bedeutung." Denn die drittstärkste Kraft werde entweder ein besonderes Gewicht bei Koalitionsgesprächen haben. Oder die dritte Kraft werde der Oppositionsführer gegen die nächste große Koalition sein. "Das Duell hat nochmals gezeigt, dass eine Opposition mit mehr Esprit und Dynamik dringend nötig ist", argumentierte der FDP-Chef.

Der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung von CDU und CSU, Carsten Linnemann, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Debatte sei grundsätzlich spannend gewesen mit einem streitlustigen Kontrahenten. "Schulz ist rhetorisch geschickt, ein Meister der markigen Worte. Sein Problem ist aber, dass seine Einwände nicht auf fruchtbaren Boden fielen. Schließlich hat die SPD im Bundestag die Entscheidungen der großen Koalition immer mitgetragen."

Merkel habe sich einmal mehr als Politikern mit kühlem Kopf und Besonnenheit gezeigt, gepaart mit hoher Sachkenntnis, sagte Linnemann. Zudem habe sie in ihrem Schlussstatement klar erkennen lassen, dass sie die zentralen Herausforderungen der Zukunft, wie die Digitalisierung, angehen wolle. mit dpa