Der Sprecher der Festspiele, Peter Emmerich, betonte am Dienstag, dass Verhandlungen mit Netrebko über einen Auftritt als Elsa in der Richard-Wagner-Oper "Lohengrin" im Jahr 2018 nach wie vor laufen. "Da ist man noch mittendrin", sagte Emmerich. "Die sind nach wie vor nicht abgebrochen."

Ein Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) hatte zuvor für Wirbel gesorgt. Darin sagte die 44-Jährige auf die Frage, ob sie 2018 im Festspielhaus auf der Bühne stehen wird: "Nein. Das heißt, wir sind noch im Gespräch." Wie der "Nordbayerische Kurier" und der "Münchner Merkur" berichteten, fiel die Antwort in der Online-Ausgabe der FAZ noch deutlicher aus: "Das ist Gossip." Inzwischen ist aber auch online die Version aus der gedruckten Zeitung zu finden.


Netrebkos Gehirn zu russisch für Wagner-Texte

"Ich kann keinen deutschen Text memorieren", erklärte Netrebko in der FAS ihre Probleme mit Richard Wagners Opern. "Mein Gehirn ist vielleicht doch zu russisch organisiert, es ist dazu einfach nicht in der Lage. Französisch, Italienisch, das kann ich alles singen, aber deutsche Texte sind zu schwer für mich."

Für ihren Auftritt als Elsa in Dresden habe sie einen Teleprompter bekommen. "Christian Thielemann hatte es mir eingebläut, dass es auf die Worte ankommt. Er sagte, er wolle keine musikalischen Linien von mir hören, er wolle Tttexssssttt hören! Vokale! Konsonanten! Elsa war wirklich hart. Jetzt singe ich erst einmal Puccini."

Festspielchefin Katharina Wagner betonte im "Nordbayerischen Kurier", dass es bislang keinen Vorvertrag mit Netrebko gegeben habe. Es seien auch keine Verhandlungen geführt worden, nur Gespräche - und die liefen weiter. "Anna Netrebko hat sich absolut korrekt verhalten. Und von Anfang an hatte sie gesagt, dass sie auch erst einmal Dresden abwarten und schauen will, wie ihr die Rolle liegt. Das ist doch legitim."