Im Rahmen des Förderprogramms EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, kofinanziert vom Europäischen Sozialfonds, erhält die Universität Bayreuth gleich zwei EXIST-Gründerstipendien mit insgesamt 279.000 Euro. Damit werden die Startup-Teams von „Myriad“ und „DataQ Intelligence“ gefördert, berichtet die Universität Bayreuth. Das Gründerteam „Myriad“ entwickelt smarte Gemüseanzucht-Systeme für Innenräume. Die Macher von „DataQ Intelligence“ beschäftigen sich mit Methoden der Qualitätsprüfung, Fehlersuche und -behebung.

„Wir sind sehr stolz, dass der Universität Bayreuth gleich zwei EXIST-Förderungen bewilligt wurden. Und wir vom Institut für Entrepreneurship und Innovation freuen uns gemeinsam mit den beiden Gründungsteams, denn besonders in der Startphase bietet EXIST eine immense finanzielle Hilfe“, erläutert Prof. Dr. Rodrigo Isidor, der den Lehrstuhl für Human Resource Management und Intrapreneurship innehat sowie Direktor für Intrapreneurship am Institut für Entrepreneurship und Innovation der Universität Bayreuth ist.

„Der Erfolg dieser jungen Unternehmerinnen und Unternehmer spornt alle am Institut an und zeigt, dass es die richtige Entscheidung war, unsere Angebote in der Gründungsberatung noch weiter auszubauen.“ Das Institut für Entrepreneurship und Innovation der Universität Bayreuth – erst im Dezember 2020 formal gegründet – vereint auf einzigartige Weise die Felder Forschung, Lehre und Transfer. Es stellt die zentrale Infrastruktur dar, die allen Interessierten den Zugang zu den zukunftsfähigen Themen Entrepreneurship, Intrapreneurship und Innovation ermöglicht. Das Institut mit seinem Unternehmergeist wird nicht nur auf dem Unicampus, sondern auch in der Region vernetzt sein.

„Myriad“ entwickelt smarte Systeme für die Anzucht von Gemüse in Innenräumen

Bei dem Anfang März gestarteten Projekt „Myriad“ wird ein intelligenter Indoor Garten entwickelt. Damit können auch Nutzer ohne Vorkenntnisse platzsparend Fruchtgemüse, Kräuter und Heilpflanzen in großer Sortenvielfalt anbauen. Die Pflanzen wachsen pestizidfrei direkt beim Nutzer und sind das ganze Jahr über frisch verfügbar. Die EXIST-Stipendiatin Miriam Martín González sowie die EXIST-Stipendiaten Yannic Hönle und Christian Sutter werden dabei von ihrem Mentor Prof. Dr. Stephan Clemens unterstützt. Clemens hat an der Universität Bayreuth den Lehrstuhl Pflanzenphysiologie inne und ist Gründungsdekan der neuen Fakultät VII für Lebenswissenschaften: Lebensmittel, Ernährung und Gesundheit am Campus in Kulmbach.

„Für unsere Aufbauarbeit im Bereich Lebensmittel bringt ein solcher Erfolg zusätzlichen Aufwind. Wir hoffen rund um das Thema Ernährung auf das Entstehen einer Startup-Kultur sowohl in Bayreuth wie auch am Standort der neuen Fakultät in Kulmbach“, erläutert Clemens. Myriad-Gründerteammitglied Yannic Hönle ergänzt: „Durch EXIST wird die Produktion der Myriad-Prototypen ohne Beteiligung von Investoren möglich. Immerhin kostet eine kleine Serienproduktion von Deep-Tech-Startups schon mehrere zehntausend Euro. Außerdem können wir dank der Fördermittel beispielsweise auch rechtliche Fragen zum Datenschutz klären, der bei datengetriebenen Geschäftsmodellen eine zentrale Rolle spielt. Und auch über ein eigenes Büro mit Werkstatt freuen wir uns natürlich sehr.“

„DataQ Intelligence“ entwickelt Methoden zur Qualitätsprüfung

Dr. Julian Henn, Dr. Slawomir Domagala und Petrick Nourd beschäftigen sich mit Datenqualität für Beugungsdaten und entwickeln innovative Methoden der Qualitätsprüfung, Fehlersuche und Fehlerbehebung. Das Team will Fehler in wissenschaftlichen Datensätzen aus Beugungsexperimenten über „Software as a Service“ mit einem weltweit ununterbrochen zugänglichen Server ermitteln und beheben. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir mit der Unterstützung der Universität Bayreuth diese beachtlichen Fördermittel einwerben konnten. Das ist eine tolle Chance für die jungen Gründer“, so Mentor Prof. Dr. Rodrigo Isidor.

„Unser Team steht hochmotiviert in den Startlöchern und ist total gespannt, was uns die Förderzeit bringen wird“, ergänzt Dr. Julian Henn. Im Rahmen seiner Arbeit als Postdoc mit einer selbst eingeworbenen DFG-Drittmittelstelle an der Universität Bayreuth und seiner Habilitationsarbeit hatte Dr. Julian Henn die Gelegenheit, sich intensiv und inhaltlich sehr erfolgreich mit dem Themenkreis „Systematische Fehler in Diffraktionsdaten“ auseinandersetzen: „Dabei fiel mir auf, dass dieses Thema nicht nur von wissenschaftlicher Wichtigkeit, sondern auch von praktischer und ökonomischer Bedeutung ist. Dies gilt es nun zu erschließen – dank des EXIST-Programms können wir uns voll darauf konzentrieren.“

EXIST – Existenzgründungen aus der Wissenschaft

EXIST ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Kofinanziert durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) fördert das Programm Existenzgründungen aus der Wissenschaft. „Zu den Zielen von EXIST gehört, das Gründungsklima an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu verbessern. Darüber hinaus sollen die Anzahl und der Erfolg technologieorientierter und wissensbasierter Unternehmensgründungen erhöht werden“, so das BMWi. Das Programm unterstütze Hochschulabsolventinnen bzw. -absolventen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende bei der Vorbereitung ihrer technologieorientierten und wissensbasierten Existenzgründungen.

Darüber hinaus fördere EXIST eine lebendige und nachhaltige Gründungskultur an öffentlichen und privaten Hochschulen durch Wettbewerbe. EXIST fördert Teams von bis zu drei Personen für zwölf Monate: Promovierte erhalten 3.000 Euro/Monat, Absolventen 2.500 Euro/Monat und Studierende 1.000 Euro/Monat. Zusätzlich stehen Teams 30.000 Euro an Sachmitteln und 5.000 Euro für Coaching zur Verfügung. Förderanträge können jederzeit gestellt werden; die Antragstellung erfolgt durch die Hochschule. Weitere Informationen: https://www.exist.de/DE/Programm/Exist-Gruenderstipendium/inhalt.html