Die monatlichen Plattentipps vom Rap-Experten Matthias "ties" Knörrer, Betreiber des Plattenladens "Coast 2 Coast" in Bayreuth. Für den Oktober empfiehlt er "schmutzige Beats" aus Kalifornien, spacig-souligen Sound aus Texas und herbstliche Beats aus Saarbrücken. Enjoy!

Tipp 1: Third Sight - "IV"

Das nun vierte Album der Kalifornier kommt in gewohnter Qualität. Seit ihrer Debut 12" Ballsacks / Rhymes like a Scientist" aus dem Jahre 1996, welche man aktuell nur ab 60 Euro bei Discogs findet, veröffentlichen der Rapper Roughneck Jihad, Dufunk und der bei vielen DJ´s bekannte D-Styles konstant hochwertige Alben. Keine unnötigen Gäste, deren Name im Augenblick wichtig sind, sondern Freunde und Weggefährten werden mit auf das Album geholt. Alle Songs haben einen roughen und schmutzigen Beat, meist von Word-Cuts und Scratches begleitet. Jihad´s Stimme ist einzigartig und einfach nur gut. Weltweit haben sie eine treue Fangemeinde.
Und sie stehen vor allem für eins: absoluten Hip Hop Sound.

Anspieltipp: Chrome



Tipp 2: The HUE - "Aurora"

Warmer, souliger, spaciger Hip Hop, der mit der Outkast Platte "Aquemini" (1998) vergleichbar ist. Die Band aus Houston / Texas, die seit Jahren als H.I.S.D. (Savvi / EQuality /Scottie Spitten /King Midas) mehrere Alben veröffentlicht hat und als Geheimtipp gilt, fusionierten letztes Jahr mit Radio Galaxy (Spacebunny Jefferson & King Coz) und formierten The HUE (für "Houston").

Auf dem Album mit elf Tracks haben sie auch mit drei Grammy-Gewinnern (höchster Musikpreis in den USA; vergleichbar mit dem Oscar in der Filmindustrie) zusammengearbeitet:
Drummer Chris Daddy Dave (D'Angelo and the Vanguard), Bassist Derrick Hodge (Robert Glasper Experiment), Rapper Ladybug Mecca (Digable Planets).

Anspieltipp: Paper Weight



Tipp 3: Brous One- "Consequences"

Der in Saarbrücken lebende Produzent ist in Santiago / Chile geboren und bietet auf dieser LP zehn schöne Hip Hop Songs. Auf fast allen rappen bekannte US-Artists wie El Da Sensei (Artifacts), Blu, Kaimbr, Raw Poetic oder Sadat X. Und auch der Kölner Retrogott ist auf einem Song vertreten ("Shit is on"). Die Cuts kommen vom Labelchef Damu The Fudgemunk. So passt die Platte perfekt auf das für qualitativ starken Hip Hop bekannte Label Redefinition.

Anspieltipp: Rap Pages ft. El da Sensei