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Raubtier

Letzte Sichtung Ende Juni: Luchs "Ivan" in erneutem Verdacht - zwei Katzen tot

Luchs "Ivan" machte im Steinwald Jagd auf Katzen. Er tötete bereits mehrere Tiere. inFranken.de hat beim Bayerischen Zuletzt wurde er am 26. Juni gesehen. Er steht auch im Verdacht, erneut zwei Katzen getötet zu haben.
 
Der Luchs "Ivan" hat in der Region bereits mehrere Hauskatzen getötet. Die Katzenbesitzer sind in Aufruhr. Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt
Der Luchs "Ivan" hat in der Region bereits mehrere Hauskatzen getötet. Die Katzenbesitzer sind in Aufruhr. Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt

Im Steinwald versetzt Luchs "Ivan" Katzenbesitzer in Angst und Schrecken: Das Wildtier hat in der Region bereits mehrere Hauskatzen getötet. Laut Bayerischem Landesamt für Umwelt (LfU) wurde der auf den Namen "Ivan" getaufte Luchs im Steinwald zum ersten Mal am 19. Oktober 2018 durch eine automatische Wildtierkamera nachgewiesen.

Die Reviergrößen liegen bei männlichen Luchsen zwischen 150 und 400 Quadratkilometern. "Ivan" durchstreift den gesamten Steinwald. Dieser liegt im Regierungsbezirk Oberpfalz - "naturräumlich" gehört er zur Haupteinheit Hohes Fichtelgebirge.

Update vom 07.08.2020, 16.00 Uhr: Luchs Ivan Ende Juni zuletzt gesichtet 

"Der letzte uns vorliegende Nachweis vom Luchs "Ivan" stammt von einem Fotofallenbild vom 26. Juni 2020", bestätigt ein Sprecher des LfU gegenüber inFranken.de. Seit der letzten Anfrage unserer Redaktion (14. Februar 2020) seien zwei tote Katzen eines Betriebes gemeldet worden. Die Untersuchungen zur Todesursache sind allerdings noch nicht abgeschlossen.

Region Steinwald: Sechs getötete Katzen - zehn Tiere verschwunden

2019 wurden dem LfU aus der Region Steinwald zehn verschwundene und sechs getötete Katzen gemeldet. Von drei tot aufgefundenen Tieren wurden Proben genommen, um die Todesursache zu untersuchen. Für zwei dieser Katzen bestätigen genetische Untersuchungen einen Luchs als "Täter". Um welchen Luchs es sich dabei genau handelte, ließ sich allerdings nicht feststellen. Das LfU geht aufgrund von Aufnahmen aus Wildtierkameras davon aus, dass es sich bei dem Tier um "Ivan" handelt.

 

"Das letzte uns gemeldete Ereignis einer toten beziehungsweise verschwundenen Katze war Ende September 2019", teilte eine LfU-Sprecherin auf Nachfrage von inFranken.de mit. "Um Konflikten vorzubeugen, empfehlen wir, draußen zugängliche Futterquellen zu vermeiden." Katzenbesitzer sollten ihre Tiere am besten drinnen füttern und keinesfalls Futter draußen stehen lassen. Die Wahrscheinlichkeit eines Übergriffes könne zudem verringert werden, wenn die Katzen nachts ins Haus geholt würden, heißt es vonseiten des LfU weiter.

Katzen getötet: Das sind die möglichen Gründe

Doch warum hat "Ivan" die Haustiere überhaupt umgebracht? "Gründe für tödliche Übergriffe von Luchsen auf Katzen können beispielsweise ein ausgeprägtes Revierverhalten bei der Neubesetzung eines Gebietes oder der Schutz eines in der Nähe liegenden Risses gegenüber potenziellen Mitnutzern sein", erklärt die LfU-Sprecherin. Gleiches gelte für "innerartliche Kämpfe", also gewaltsame Konflikte zwischen zwei oder mehreren Luchsen.

Den Folgen einer solchen Auseinandersetzung sei vermutlich auch der Luchs "Hotzenplotz" erlegen, nehmen die Wildtierexperten des LfU an. 2018 verletzte "Ivan" seinen Rivalen "Hotzenplotz" in einem Revierkampf dermaßen schwer, dass dieser seinen erlittenen Verletzungen schließlich erlag.

 

Seit diesem Vorfall beobachtet das Wildtiermanagement des LfU die weitere Entwicklung ganz genau. "Hierzu gehören ein intensiver Austausch mit den betroffenen Tierhaltern und ein verstärktes Fotofallen-Monitoring", heißt es vonseiten des Landesamts. Grund für diese Maßnahmen sei jedoch nicht das Töten von Katzen, sondern die Tatsache, wie nah dies am Siedlungsbereich geschehen ist.

"Wenn sich zeigt, dass ein Luchs dauerhaft die Nähe menschlicher Siedlungen und Häuser sucht, werden Schritte zu seiner Vergrämung eingeleitet", teilt das LfU mit. Der Begriff bezeichnet das dauerhafte Verscheuchen oder Fernhalten von Wildtieren. Ein streunendes Tier zu töten, stellt gleichwohl immer die letzte Möglichkeit dar - der Luchs zählt in Deutschland und EU-weit zu den besonders streng geschützten Arten.

Stellt der Luchs auch für den Menschen eine Gefahr dar?

Wie das Lfu betont, sind Begegnungen mit Luchsen äußerst selten, zumal sie von Natur aus vorsichtig sind und dem Menschen ausweichen. Ihre Raumnutzung ist in der Regel an die Aktivität des Menschen angepasst: Gebiete, in denen tagsüber viele Menschen anzutreffen sind, werden nur in der Nacht genutzt. Gleichwohl ergreifen Luchse beim Anblick von Menschen nicht immer sofort die Flucht. Oft verharren die Tiere regungslos, vertrauen auf ihre Tarnung und schätzen zunächst die ungewohnte Situation ein. Dies stelle aber keine Gefährdung dar, heißt es vonseiten des Landesamts.

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